房地产投资信托基金(REIT-AG)--物业管理与上市

Immobilienaktiengesellschaft (REIT-AG) – Immobilienbewirtschaftung & Börsennotierung

Immobilienaktiengesellschaft / REIT-AG – Du findest die Idee einer AG gar nicht schlecht und fragst dich nun, wie du deine Kapitalgesellschaft mit der Immobilienwirtschaft kombinieren kannst? Eine Immobilienaktiengesellschaft ist ein Unternehmen in der Rechtsform einer AG, das der Finanzierung, Erschließung, Realisierung, Vermietung oder Vermarktung von Immobilien dient – angefangen bei einer einzigen Immobilie bis hin zu einem Bestand im drei- oder vierstelligen Bereich. Besonders attraktiv: Die Sonderform REIT-AG (Real Estate Investment Trust) ist auf Unternehmensebene komplett von Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit und schüttet mindestens 90 % des Gewinns als Dividende aus. Hier findest du alle Rechtsformen im Vergleich und hier geht es zurück zur Übersicht AG. Wer eher operativ über eine Kapitalgesellschaft halten möchte, sollte parallel die Immobilien Holding als Alternative prüfen.

Immobilien-AG vs. REIT-AG: Der entscheidende Unterschied

Bevor wir in die Details gehen, der wichtigste Punkt vorab: Nicht jede börsennotierte Immobilien-AG ist automatisch eine REIT-AG. Vonovia, Deutsche Wohnen oder LEG sind klassische Immobilien-Aktiengesellschaften – aber keine REITs. Echte deutsche REITs (G-REITs) gibt es nur eine Handvoll, weil das REIT-Gesetz extrem strenge Auflagen macht. Wer in REIT-Aktien investieren will, sollte diesen Unterschied kennen.

Merkmal Immobilien-AG (regulär) REIT-AG (G-REIT)
Börsennotierung optional Pflicht (regulierter Markt)
Mindestkapital 50.000 € 15 Mio. €
Körperschaftsteuer 15 % + Soli 0 % (steuerbefreit)
Gewerbesteuer ~14 % (Hebesatzabhängig) 0 % (steuerbefreit)
Ausschüttungsquote frei wählbar min. 90 % des Gewinns
Eigenkapitalquote frei min. 45 %
Streubesitz frei min. 15 % (25 % bei Zulassung)
Wohnimmobilien Bestand uneingeschränkt nur Neubau ab Inkrafttreten REITG
Beispiele Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG, TAG Alstria Office, Hamborner, Deutsche Konsum, Fair Value

Bestehende deutsche börsennotierte Immobilien-Aktiengesellschaften

Die größten regulär börsennotierten Immobilien-AGs in Deutschland (keine REITs):

  • Vonovia SE – größter Wohnungskonzern Europas, mehr als 540.000 Wohnungen
  • LEG Immobilien – Schwerpunkt NRW, ca. 167.000 Wohnungen
  • TAG Immobilien – Fokus B-Lagen Norddeutschland und Polen
  • Grand City Properties – Value-Add-Strategie deutsche Großstädte
  • Aroundtown – Gewerbe- und Hotelimmobilien Europa

Echte deutsche REITs (G-REITs) am regulierten Markt:

  • Alstria Office REIT – größter G-REIT, Büroimmobilien (mittlerweile delisted nach Brookfield-Übernahme)
  • Hamborner REIT – Einzelhandel, Büros, Ärztehäuser
  • Deutsche Konsum REIT – Nahversorger und Einzelhandel B/C-Lagen
  • Fair Value REIT – Mischportfolio Gewerbe

Tätigkeitsspektrum Immobilien-AG: Bau, Handel, Verwaltung & Co.

Das Tätigkeitsspektrum von Immobilienaktiengesellschaften konzentriert sich auf Projektentwicklung, Bau und Bewirtschaftung. Insgesamt können sich Aktiengesellschaften am Immobilienhandel (Fix & Flip), der Vermittlung sowie der Haltung und Verwaltung eigener Bestände beteiligen. Insbesondere für die Vermietung mit langfristig stabilem Cashflow sind Immobilienaktiengesellschaften eine beliebte Wahl.

Mögliche Tätigkeiten im Überblick

  • Projektentwicklung & Bau – Grundstücksankauf, Baurecht, Realisierung, ggf. anschließender Verkauf
  • Immobilienhandel – Erwerb, Aufwertung, Vertrieb (siehe Asset Deal und Share Deal)
  • Bestandshaltung & VermietungMehrfamilienhäuser, Bürokomplexe, Logistik
  • Asset- & Property-Management – Dienstleistungen für gesellschaftsfremde Bestände
  • Beteiligungen – Erwerb von Anteilen an anderen Immobiliengesellschaften

REIT-AG im Detail: Herkunft, Auflagen & Sanktionen

Herkunft des REIT-Konzepts

Die REIT-Aktiengesellschaft basiert auf einer US-amerikanischen Unternehmensform – dem „Real Estate Investment Trust“. Das Konzept wurde in den USA als steuertransparentes Vehikel etabliert, um auch Kleinanlegern den Zugang zu großen Gewerbeimmobilien-Portfolios zu ermöglichen. International setzte sich der REIT in Australien, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien durch. In Deutschland kam die Rechtsform der REIT-AG mit dem Gesetz über deutsche Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen (REITG) hinzu. Zur Unterscheidung werden die deutschen REIT-AGs als G-REIT bezeichnet („G“ = Germany).

Gesetzliche Auflagen nach REITG

Damit eine Immobilien-AG den Status einer REIT-AG erhält und die Steuerbefreiung genießt, muss sie eine ganze Reihe harter Voraussetzungen erfüllen. Wird auch nur eine Auflage dauerhaft verletzt, droht der Verlust des REIT-Status mit voller Steuerlast plus Strafsteuer.

Auflage Anforderung Sanktion bei Verstoß
Sitz & Geschäftsleitung in Deutschland Verlust REIT-Status
Börsennotierung regulierter Markt EU/EWR Verlust REIT-Status
Grundkapital min. 15 Mio. € Versagung Anerkennung
Streubesitz Zulassung min. 25 % keine Anerkennung
Streubesitz laufend min. 15 % Strafzahlung 1-3 % Wert
Eigenkapitalquote min. 45 % des Immobilienvermögens Strafzahlung 1-3 %
Immobilienquote (Vermögen) min. 75 % unbewegliches Vermögen Strafzahlung
Immobilienertragsquote min. 75 % Erträge aus Immobilien Strafzahlung
Höchstbeteiligung pro Aktionär max. 10 % direkt Stimmrechtsverlust überschreitender Anteil
Ausschüttungsquote min. 90 % handelsrechtlicher Jahresüberschuss Verlust REIT-Status
Bestandsmietwohnungen nur Neubau ab Inkrafttreten REITG Versagung

Insider-Tipp: Vor-REIT & Exit Tax

  • Vor-REIT-Status: Immobilien-AGs erhalten ein Zeitfenster von max. drei Jahren (ggf. Verlängerung um ein Jahr), um alle Auflagen zu erfüllen. In dieser Phase werden Einbringungen von Immobilien aus Betriebsvermögen mit der sogenannten Exit Tax begünstigt – die stillen Reserven werden nur zur Hälfte besteuert.
  • Wohnimmobilien-Sperre: Bestandsmietwohnungen, die vor dem 01.01.2007 errichtet wurden, dürfen nicht im REIT-Vermögen gehalten werden. Genau deshalb sind Vonovia & Co. trotz Börsennotierung keine REITs.
  • 10-%-Grenze umgangen: Die Höchstbeteiligungsgrenze gilt nur direkt – indirekte Beteiligungen über Holdinggesellschaften sind unter Umständen möglich, eine wichtige Strukturierungsfrage für Großinvestoren.

Konkretes Rechenbeispiel: Was bringt die REIT-Steuerbefreiung?

Um die wirtschaftliche Wirkung greifbar zu machen, hier ein Vergleich identischer Vermietungserträge – einmal in einer regulären Immobilien-GmbH/AG, einmal in einer REIT-AG:

Position Reguläre Immobilien-AG REIT-AG
Mieteinnahmen p.a. 10.000.000 € 10.000.000 €
Bewirtschaftungskosten – 2.500.000 € – 2.500.000 €
Abschreibung & Zinsen – 3.000.000 € – 3.000.000 €
Gewinn vor Steuern 4.500.000 € 4.500.000 €
Gewerbesteuer (~14 %) – 630.000 € 0 €
Körperschaftsteuer + Soli (~15,8 %) – 711.000 € 0 €
Gewinn nach Steuern (Unternehmen) 3.159.000 € 4.500.000 €
Pflicht-Ausschüttung 90 % frei wählbar 4.050.000 €
Mehrertrag REIT-Struktur + 1.341.000 € (~30 %)

Die Steuerbefreiung wird auf Anlegerebene „nachgeholt“: Privatanleger versteuern Dividenden mit der Abgeltungsteuer von 25 % zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer. Das Teileinkünfteverfahren (40 % steuerfrei) ist bei REIT-Dividenden ausgeschlossen, weil bereits auf Unternehmensebene keine Vorbelastung stattfand.

Beispiel Privatanleger: Was kommt netto an?

  • Investition: 25.000 € in REIT-Aktien
  • Dividendenrendite: 5 %
  • Brutto-Dividende p.a.: 1.250 €
  • Abgeltungsteuer 25 % + Soli 5,5 %: – 329,69 €
  • Netto-Dividende p.a.: 920,31 € (Effektivsteuer 26,375 %)
  • Netto-Rendite auf eingesetztes Kapital: 3,68 %

Wer Renditegrößen vergleicht, sollte parallel die Bruttorendite und Nettorendite bei Direktanlagen sowie den Kaufpreisfaktor einer eigenen Immobilie als Kapitalanlage kennen – nur so wird der Rendite-Vergleich aussagekräftig.

Vorteile der börsennotierten Immobilien-AG / REIT-AG

Vorteile auf Unternehmensebene

  • Volle Steuerbefreiung (REIT) – keine Körperschaft-, keine Gewerbesteuer
  • Kapitalmarktzugang – Kapitalerhöhungen über Bezugsrechte möglich
  • Hohe Wachstumsgeschwindigkeit – Eigenkapital schneller skalierbar als bei thesaurierenden Strukturen
  • Wettbewerbsvorteil bei Akquisitionen – günstigere Refinanzierungskosten als Privatinvestoren (siehe aktuelle Bauzinsen)
  • Sicherheit durch Eigenkapitalquote – bei REITs gesetzlich min. 45 %, deutlich über Branchendurchschnitt
  • Inflationsschutz – Sachwerte und indexierte Mieten
  • Flexible Anteilsübertragung – kein Notar, keine Grunderwerbsteuer auf Aktienebene

Vorte