Koalitionsvertrag 2021 für Hausbesitzer & Wohnung – Neubau, Heizung, Solaranlage, …

Koalitionsvertrag – Was bedeutet der Koalitionsvertrag für Immobilien Eigentümer? Nach 16 Jahren mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, folgt nun eine neue Bundesregierung, mit neuen Konzepten und neuen Ideen. Gestern Nacht wurde der neue Koalitionsvertrag vorgestellt und ich wollte direkt einen kleinen Blick in die wichtigsten Aspekte, insbesondere für Immobilieneigentümer, werfen. Was bedeutet der neue Koalitionsvertrag (2021) für Neubau, Umbau, Ausbau und Erweiterung von Immobilien? Denn, je höher die Kosten, desto geringer die zu erzielende Mietrendite für Kapitalanleger.

Was ist neu? Klima, Neubau und Sanierung

Einen sehr großen Stempel hat natürlich die Klimapolitik im Abkommen zwischen SPD, Grünen und FDP hinterlassen. 177 Seiten Koalitionsabkommen sind nun beschlossen. Mit der Suche nach dem Begriff „Klima“, erzielt man ganze 198 Treffer. Auf mehr als 40 Seiten geht es um die Veränderungen für mehr Klimaschutz. Das große Ziel ist Klimaneutralität.

So sollen zum Beispiel Heizungsanlagen ab 2025 mit mindestens 65% erneuerbaren Energien betrieben werden; egal ob Einfamilienhaus, Eigentumswohnung oder Mehrfamilienhaus. Der Wohnungsbau soll massiv gefördert werden, von den derzeit ca 306.000 Wohnungen, die jedes Jahr gebaut werden, soll es auf ganze 400.000 Neubauwohnungen hochgehen. Ein Plus von 30,5 % im Wohnungsbau. Dadurch wiederum (und durch weitere Tools wie die Mietpreisbremse), soll „Wohnraum bezahlbar werden“.

Das Wichtigste im Überblick: 2022 kommt…

Änderungen im Überblick:

  • Neubau von 400.000 Wohnungen / Jahr, davon 100.000 öffentlich
  • Eigenes Bauministerium
  • Förderung von Eigentum
  • Regionale Mietpreisgrenze
  • Baubranche und Klimaschutz
  • Solaranlagen auf allen Dachflächen
  • Klimaneutrale Wärmeversorgung: Heizungsanlagen
  • Ladestationen (E-Auto) Ausbau

Quelle: Koalitionsvertrag Immobilien – Immobilien-Erfahrung.de

Neubauwohnungen & Bauboom: +100.000 Wohnungen jährlich

Die neue Bundesregierung will einen Bauboom fördern. Dafür sollen wir anfangs beschrieben, 400.000 neue Wohnungen im Jahr gebaut werden. Aktuell sind es noch etwas über 306.000 Wohnungen, die jährlich fertiggestellt werden. Dementsprechend soll die Menge um 30,5 % gesteigert werden.

Bauminister*in und Bauministerium

Dafür soll insbesondere die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Verantwortung treten, mit öffentlichen Investitionen für 100.000 Wohnungen. Die neue Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag aber noch mehr, sogar ein eigenes Bauministerium mit eigenem Bauminister soll geschaffen werden.

Ein weiteres, großes Problem in Deutschland, das von der Bundesregierung behoben werden soll, sind die sehr langen Baugenehmigungsverfahren. Diese sollen vereinfacht werden, sodass schneller gebaut werden kann / darf, von Neubauwohnungen bis zum Windkraftrad.

Neubau und Bauministerium im Überblick

Das Wichtigste im Überblick:

  • Bauministerium und Bauminister
  • Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
  • Bauinvestitionen: + 30,5 % oder ~94.000 Wohnungen / Jahr
  • Baugenehmigung: Geschwindigkeit im Bau

Mietpreisbremse: Regionale Begrenzung

Eines der wichtigsten Themen im neuen Koalitionsvertrag ist das Thema „Wohnen und Bauen“. Steigende Mietpreise in den deutschen Innenstädten beherrschen die Schlagzeilen, egal ob online, im TV oder in den Zeitungen. Insbesondere in den Großstädten wie Berlin, München und Hamburg wird bezahlbarer Wohnraum zum echten Problem, vor allem für junge Familien.

Ein Trendwechsel zeichnet sich nicht ab. Auch dein Blick auf die Mietpreissteigerung der letzten Jahre und Jahrzehnte lässt sich keine Entspannung prophezeien. Sogar die Europäische Zentralbank fordert jetzt schritte von Deutschland um dem allgemeinen Preissteigerungen in Deutschland entgegenzuwirken, gibt es heute morgen im Deutschlandfunk.

Entwicklung des Mietpreisindex für Deutschland

Entwicklung des Mietpreisindex für Deutschland in den Jahren von 1995 bis 2020 (2015 = Index 100):

Statistik: Entwicklung des Mietpreisindex für Deutschland in den Jahren von 1995 bis 2020 (2015 = Index 100) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Wie beschrieben, sollen dafür jährlich 400.000 Wohnungen gebaut werden, 100.000 davon öffentlich finanziert.

Fakten zur regionalen Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse kennen Sie sicher schon aus Berlin. Das Experiment ist gescheitert, aber die Mietpreisbremse nicht. Laut Koalitionsvertrag ist soll es Mietpreisbremsen regional bezogen geben, beschränkt auf maximal 3 Jahre. Die Mieten in dieser Region dürfen dann um maximal 11% steigen, bisher waren es 15%.

Mietpreisbremse im Koalitionsvertrag:

  1. Mietpreisgrenze für einzelne Regionen
  2. Begrenzt auf maximal +11%
  3. Begrenzt auf maximal 3 Jahre / Region

Förderung von Eigentum: Eigentümerquote erhöhen

Im Allgemeinen soll Eigentum stärker gefördert werden. Das Thema Eigennutz hatten wir ja bereits ausführlich besprochen, insbesondere im Verhältnis zur Immobilie als Kapitalanlage (Vermietung). Eigennutz ist die teuerste Form des Wohnens, trotzdem auf lange Sicht Vermögensaufbau für Privatpersonen. Dementsprechend sollen mehr Bundesbürger zu Eigenheimbesitzer werden. Vorrangig natürlich in Wohnungen, schließlich nimmt die Versiegelung der Landflächen immer mehr zu. Allein in Deutschland werden jeden Tag fünf Hektar Land versiegelt, z.b. für Parkplätze, aber auch für Neubau.

So heißt es im Koalitionsvertrag:

„Wir wollen mehr Menschen in Deutschland ermöglichen, im selbstgenutzten Eigentum zu wohnen“

46,5% Eigentümerquote in Deutschland

Wie steht es um die Eigenheimquote in Deutschland?

  • 2018 – 46,5%
  • 2014 – 45,5%
  • 2010 – 45,7%
  • 2006 – 41,6%
  • 2002 – 42,6%
  • 1998 – 40,9%

Quelle: Statistisches Bundesamt

Solaranlage: Dachflächen nutzen

Solaranlagen sind wieder ein großes Thema, seit vielen Jahren werden viele Förderungen dafür vom Staat bereitgestellt. Jetzt sollen Solaranlagen für einen großen Teil der Baubranche zur Pflicht werden.

Konkret alles bis zum Koalitionsvertrag:

„Alle geeigneten Dachflächen künftig für die Solarenergie genutzt werden.“

Die Ziele sind sehr ambitioniert, bis 2030 sollen 90% des Stroms allein aus Solar kommen. Dafür stehen viele Flächen bereit, denken Sie nur an eingeschossige Supermärkte mit ihrem Flachdächern oder auch riesen Logistikcenter.

„Bei gewerblichen Neubauten soll dies verpflichtend, bei privaten Neubauten soll es die Regel werden.“

Aktuell benötigt Deutschland eine produziert Netto-Strommenge von 220 Gigawart. Mit der Solarenergie sollen in den nächsten Jahren ganze 200 Gigawatt abgedeckt werden.

Zielsetzung: 200 Gigawatt / Jahr durch Strom aus der Sonne

Einbau, egal ob Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus:

Klimaneutrale Wärmeversorgung: Heizungsanlagen

Im Gebäudeenergiegesetz (GEG), wird es folgende Änderungen geben: Heizungsanlagen die nach 2025 installiert werden, müssen mit 65% erneuerbaren Energien betrieben werden. Das wird eine große Herausforderung und zum aktuellen technischen Stand, werden vor allem Hybridanlagen, mit Solarthermie verbaut werden müssen.

Tipp! Lesen Sie hier mehr über die „Zukunft“:

Dazu gibt es noch ein paar detaillierte Änderungen, insbesondere für Umbauten, Ausbauten unter Leitungen.

Dämmung, immer wichtiger im Neubau:

Ladestationen: Öffentlicher Ausbau & im Haus

Sehr interessant wird auch der Wechsel zu Elektromobilität, über den ich schon häufiger hier im Blog geschrieben habe.

Die Schlagzeile ist groß:

15 Mio. Elektroautos + 1 Mio. Ladestationen

15 Millionen Elektroautos werden das Stromnetz vor große Herausforderungen stellen. Um all die Autos mit Strom zu versorgen, soll das deutsche Ladenetz auf 1 Million Ladenstationen erweitert werden.

Natürlich werden nicht alle Ladestationen öffentlich sein, ein großer Teil wird vor allem in Häusern und Garagen, Carports sowie Tiefgaragen verbaut werden. Schon jetzt werden in immer mehr Tiefgaragen Schnellladestationen verbaut. Damit lassen sich Elektroautos, nach aktuellen technologischen Stand, circa 30 Minuten wieder aufladen.

Das Interessante, in Zukunft könnten Elektroautos Teil des Stromnetzes sein. Als dezentrale Stromspeicher. Wenn wir zunehmend auf Solarenergie gehen, Energie aus Windkraft und Wasserkraft, dann steht Energie nicht immer im gleichen Maß zur Verfügung. Wir können auch keinen Kraftwerk hochfahren. Die Batterien der Elektroautos könnten zukünftig für dezentrale Speicher für unsere Städte sein.

Keine Steuererhöhungen: Spitzensteuersatz bleibt gleich

Zum Schluss noch etwas Gutes, für alle Immobilieneigentümer die auch vermieten, der Spitzensteuersatz wurde nicht angefasst. Auch gab es sonst keine Steuererhöhungen.