Eingetragener Kaufmann / Eingetragene Kauffrau (e. K.) – Gründung, Finanzierung, Haftung & Co

Eingetragener Kaufmann (e. Kfm.) / Eingetragene Kauffrau (e. Kfr.) / Eingetragene Kaufleute (e. K.) – Die eingetragenen Kaufleute verkörpern eine deutsche Rechtsformvariante, die auf der Unternehmensrechtsform der Einzelunternehmung (EU) basiert. Es handelt sich hierbei also um ein Unternehmen, das von einer einzelnen Person gegründet und geführt wird und zudem zur Eintragung ins Handelsregister verpflichtet ist – folglich der Name. Lerne hier alles Wichtige darüber! Außerdem findest du hier alle deutschen Unternehmenstypen und Rechtsformen, sowie Tipps zum Firma gründen, auch im Spezial-Fall Immobilien GmbH, Familienstiftung & Co.

Eingetragene Kaufleute (e. K.) – Gründung, Finanzierung, Haftung & Co

Bei der Rechtsform der Einzelunternehmen wird unterschieden zwischen den Freiberuflern, Kleingewerbetreibenden und eingetragenen Kaufleuten, wobei letztgenannte als einzige Rechtsformvariante eine Eintragung ins Handelsregister vornehmen müssen. Die Verpflichtung zur Registrierung besteht allerdings nur für Kaufleute, die im gewerblichen Handel aktiv agieren – die sogenannten gewerbetreibenden Kaufleute. Sie werden auch als „Istkaufleute“ bezeichnet und generell nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) beurteilt.

Besitzt du als Einzelkaufmann zwar einen Gewerbebetrieb, betreibst aber keinen Handel damit, giltst du als sogenannter „Kannkaufmann“ und hast die Wahl, ob du für dein Unternehmen die Eintragung ins Handelsregister vornehmen lassen möchtest oder nicht. Entscheidest du dich gegen die Registrierung, unterliegst du ganz normal dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Typische Kannkaufleute sind zum Beispiel die Kleingewerbetreibenden und die Freiberufler.

Mehr zu den einzelnen Rechtsformvarianten erfährst du hier:

Gründung & Firmierung

Für gewerbetreibende Kaufleute gelten im Vergleich zu den anderen beiden Rechtsformvariante die strengsten Auflagen hinsichtlich der Gründung eines Unternehmens: Neben dem Antrag auf eine Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID) bei deinem Finanzamt und der Anmeldung deines Unternehmens beim Gewerbeamt bist du zusätzlich verpflichtet, vom Notar einen Eintrag ins Handelsregister vornehmen zu lassen. Gegen einen Kostenaufwand von circa 200 bis 300 Euro sicherst du dir so den Titel als Istkaufmann oder Istkauffrau. Erst mit Abschluss dieser öffentlichen Registrierung verfügst du im rechtlichen Sinne über deine eigene Firma.

Die Art der Firmierung steht dir in vielen Aspekten frei, allerdings muss sie Aufschluss auf deinen kaufmännischen Status geben und zudem Unterscheidungskraft zu den Firmen anderer gewerbetreibender Kaufleute besitzen. Du kannst eine Personenfirma bilden, die dich als Inhaber näher beschreibt, oder eine Sachfirma, die mehr über deinen Geschäftszweck und die damit verbundenen Leistungen verrät, oder auch eine Phantasiefirma… verbindlich ist, dass du die Haftungsverhältnisse deines Einzelunternehmens durch den geschlechtsneutralen Zusatz „e. K.“  – oder wahlweise „e. Kfr.“ für eingetragene Kauffrauen bzw. „e. Kfm.“ für eingetragene Kaufmänner – ergänzt. Darüber hinaus kannst du dir überlegen, deine Firma und/oder deine Geschäftsbezeichnung als Marke anzumelden, um deinen Namen bzw. deine Firma zu schützen.

Finanzierung & Gewinnausschüttung

Für die Gründung eines Unternehmens als eingetragener Kaufmann bzw. als eingetragene Kauffrau ist kein Mindestkapital erforderlich. Natürlich ist es dennoch ratsam, über gewisse Rücklagen zu verfügen und einen Finanzierungsplan aufzustellen, um bei bösen Überraschungen entsprechend finanziell gewappnet zu sein. Zudem kommen allein für die Gründung schon einige Kosten auf dich zu, bevor du überhaupt angefangen hast, mit deinem Unternehmen Gewinne einzufahren. Der positive Aspekt:  Deine Gewinne gehören zu 100 Prozent dir und du musst sie mit niemandem teilen!

Haftung, Buchführung & Steuern für eingetragene Kaufleute

Als Einzelunternehmer haftest du unbeschränkt, das heißt: sowohl mit deinem Geschäftsvermögen als auch mit deinem persönlichen Vermögen. Durch die Eintragung verpflichtest du dich zur Buchführung sowie der regelmäßigen Erstellung von Bilanzen und Inventuren für dein Unternehmen. Von der Publizitätspflicht hingegen bist du befreit und musst deine Geschäftszahlen und Bücher nicht offenlegen. Es sei denn, du erzielst einen jährlichen Umsatz von über 130 Millionen Euro…

Bei einem Einzelunternehmer handelt es sich immer auch gleichzeitig um eine natürliche Person. Demzufolge unterliegen selbstverständlich auch die eingetragenen Kaufleute zuallererst der Einkommensteuer. Zusätzlich sind laut Steuerrecht weitere Abgaben zur Umsatzsteuer und Gewerbesteuer vorgesehen.

Eingetragener Kaufmann (e. K.) – Für wen lohnt sie sich?

Du liebst die Vorstellung, dein eigener Chef zu sein und Entscheidungen nicht mit anderen Gesellschaftern oder Geschäftsführern abstimmen zu müssen? Dann könnte die Rechtsformvariante der gewerbetreibenden Kaufleute genau das Richtige für dich sein! Unkomplizierter Gründungsverlauf, das erforderliche Mindestkapital gleich null und keine Partner, Mitbegründer oder Gesellschafterteams, die dich nerven oder dir dazwischen funken können… Du trägst das Risiko und du erntest den Gewinn – zu 100 Prozent.

Warum solltest du dich als Kaufmann eintragen lassen? Die Rechtsform des eingetragenen Kaufmanns (e. Kfm.) bzw. der eingetragenen Kauffrau (e. Kfr.) lohnt sich für den, der bereit ist, überschaubare Risiken einzugehen, um schnell und unkompliziert in die Selbstständigkeit zu starten. Du brauchst du keine enormen finanziellen Rücklagen und zahlst zudem verhältnismäßig wenig Steuern auf deine Gewinne. Eine Einzelunternehmung eignet sich daher bestens für junge Unternehmer, die von Selbstverwirklichung nicht nur träumen, sondern ihr Leben in die eigene Hand nehmen möchten.

Alternativen zum e.K.: Rechtsformen in Deutschland

Rechtsformen – Welchen Arten einer Firma gibt es? Wenn du deine erste Firma gründen willst, dann ist die Wahl der idealen Rechtsform einer der ersten Schritte im Ablauf der Firmengründung. Ob spezielle Immobilienfirma oder Gründung eines Startups, hier habe ich alle Unternehmenstypen in Deutschland für dich zusammengefasst.

Unternehmenstypen im Detail: