Finanzplanung: Kapital und Finanzierung – Selbstständig machen Teil 18

Wie lange muss ein Finanzplan eigentlich sein? In der Regel erwarten Banken und Investoren von dir eine Finanzplanung für die kommenden 3 Jahre. In Einzelfällen machen Gründer und Gründerinnen aber auch eine Planung auf 5 Jahre. Der Regelfall ist aber wie gesagt eine Finanzplanung auf 3 Jahre.

Finanzplanung: Vorausschauend auf 3 Jahre

Hier lässt sich von Dritten realistisch nachvollziehen, welche Kosten und Einnahmen im ersten Jahr, im zweiten Jahr und im dritten Jahr von dir als Geschäftsführer geplant werden. Eine Einschätzung die noch weiter geht, wäre in den meisten Fällen wenig realistisch, da sich die Parameter auf so lange Zeit nur schwierig vorhersagen lassen. Deshalb erwarten Banken und Investoren in der Regel eine 3-Jahres-Planung von dir.

Finanzplan, das hört sich für viele erst einmal nach etwas sehr schwierigen an. Dabei ist ein Finanzplan gar nicht so komplex. Im Prinzip sagt er aus, wie viel bezahlst du für deine Miete, Personal und Material und wie viel nimmst du ein, durch den Verkauf?

Miete, Personal, Waren, usw.

Im Prinzip eine ganz einfache Rechnung, die du für 36 Monate machst. Du startest mit einem Betrag für jeden Posten (Miete, Personal, Waren, usw.) und steigerst dich dann Monat für Monat (abseits saisonaler Schwankungen) nach oben. Während die Einnahmen steigen, steigen in der Regel auch die Ausgaben, z.b. durch mehr Quadratmeter für das Lager, mehr Personal für die Bearbeitung der Aufträge oder auch mehr Material und Waren, die im Vorfeld finanziert werden müssen.

Aus dem Finanzplan kann eine dritte Person jetzt relativ schnell deine Gedanken zum Thema Absatz- und Kostenplanung nachvollziehen. So bekommt ein möglicher Finanzgeber oder Investor einen schnellen und vor allem übersichtlichen Eindruck zur Bewertung.

Geschäftsidee, Validierung, Finanzplanung

Du hast viel gehört und gelernt! Du siehst wie viele Parameter in der Gründung eines Unternehmens mit einspielen. Natürlich ist es am Anfang wichtig, dass du dein Ziel verfolgst, ohne dich in Details zu verrennen. Wie zuvor beschrieben, werden die Herausforderungen nicht anders sondern nur größer. Irgendwann wirst du dich also mit Mietverträgen beschäftigen müssen oder auch über Mitgründer und Investoren nachdenken, was dich zwangsläufig zu Gesellschaftsverträgen bringen wird. Nachdem die Verträge einmal unterschrieben sind, sind keine Änderungen mehr möglich. Weiter geht es mit der Büroeinrichtung und natürlich auch Details wie der Qualität der technischen Arbeitsmittel. Vom modernen und leistungsfähigen Notebook für den Mitarbeiter, bis zum aktuellen Smartphone Modell und dem passenden, günstigen Handyvertrag dahinter. Getränkelieferungen, HDMI Monitor Kabel, Reinigungsservice, Steuerberater.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Alles sind relevante posten, die du in der Finanzplanung berücksichtigen musst. Die Finanzplanung ist dabei eine grob strukturierte Übersicht, die den monatlichen Verlauf der größten Ausgaben und Einnahmen dokumentiert. Dabei schätzt du als Gründer oder als Gründerin das Potenzial für die nächsten drei bis fünf Jahre ein. Dementsprechend musst du natürlich auch Umsatzsteigerung und die dem gegenüberliegende Steigerung des Aufwands berücksichtigen. Je mehr Produkte du verkaufst, desto mehr Personal, Fläche und Mittel zur Vorfinanzierung wirst du benötigen.

Saisonale Schwankungen

Im Finanzplan werden aber auch saisonale Schwankungen sichtbar. Wer z.B. im Bereich von Heizung, Sanitär und Solar unterwegs ist, der hat Auftragsspitzen zu gewissen Zyklen. Natürlich will jeder kurz vor dem Wintereinbruch seine Heizung repariert haben. Genauso denkt man an die Solaranlage, kurz bevor der Sommer kommt. Dementsprechend entstehen kurzfristige Auftragsspitzen, die nicht nur durch Personal abgedeckt werden müssen, sondern auch durch Vorinvestitionen, z.B. in Material oder auch Autos für Lieferung und Verteilung der Teams auf den einzelnen Baustellen. Nicht nur eigenes Personal, auch Freiberufler und Leiharbeit spielt mit ein, wenn es um die Realisierung von Projekten geht, die die eigenen Kapazitäten übersteigen. Dementsprechend müssen Kapitalreserven kurz vor dem Auftrag bereitliegen.

Genau für solche Fälle ist deine Finanzplanung gemacht. Hier kannst du dir, genauso wie potentielle Finanzgeber, z.B. Banken oder auch Investoren, vom Privatier über den Business Angel bis zum Venture Capital, einen Überblick mache, welchen finanziellen Mittel du aufwenden und bereit halten musst.

Wie ehrlich muss ein Finanzplan sein?

Ich selbst bin komplett ohne Investor gestartet und bis heute bei meinen Firmen stets Alleineigentümer – deshalb brauchte ich bisher keine Finanzplanung in detailliertem Sinn. Aus dem Bekanntenkreis weiß ich aber, dass die meisten Zahlen in Finanzplänen tendenziell geschönt kalkuliert sind. Die Kosten sind niedrig, die Gewinne extrem hoch. Jeder schätzt seinen Gewinn auf 2,3 Millionen Euro im zweiten oder dritten Jahr. Realistisch freut man sich (dann) aber über 20.000 €.

Reminder, 90 % der Unternehmen scheitern in den ersten fünf Jahren. Wir hören in der Regel natürlich nur von den erfolgreichen Unternehmen. Die, die es wirklich geschafft haben auf 2,3 Millionen Jahresumsatz zu klettern. Sicher, bei der Investorensuche hilft es, denn nicht jeder der Kapital zur Verfügung hat, ist auch clever. Viele die ihr Kapital geerbt haben, sind unternehmerisch nicht die hellsten Birnen. Dementsprechend vertrauen Sie natürlich auf tolle Pitches, in denen ihnen jemand sagt, wie viele Millionen man gemeinsam verdienen wird. Im Smalltalk spricht man dann über belanglose Dinge, nicht über Business. Diesen Umstand kannst du natürlich nutzen. Das Geheimnis: Familienunternehmen mit langer Tradition. Hier sind oft Personen in der Führungsetage, die aufgrund des Glücks hier sitzen, nicht aufgrund von Arbeit oder Leistung. Dementsprechend prüfen sie Zahlen natürlich nicht so genau und lassen sich auch gerne mal von großen Reden blenden. Ein Fakt, den man natürlich auch als Unternehmer, besonders am Anfang für sich nutzen kann. Dafür muss man an viele Türen klopfen aber irgendwann sind die ersten ein, zwei Personen dabei, die zuhören.

Das sind die grundsätzlichen Gedanken zu Geschäftsidee und Realisierbarkeit.

Ratgeber: Selbstständig machen & Businessplan

Du willst dich selbstständig machen als Immobilienmakler oder mit einer anderen Geschäftsidee? Wir unterstützen dich mit Tipps zu deinem Businessplan und Konzept. Ob Selbstständig in Vollzeit oder nebenberuflich Selbstständig: Wer seine eigene Firma gründen will, der muss sich über vieles Gedanken machen, im Vorfeld und im operativen Geschäft. Von der richtigen Idee bis zur Krankenversicherung – was gibt es zu beachten, wenn man sich selbstständig machen will?

Für Unternehmer gibt es keine Ausbildung oder Weiterbildung. Geschäftsführer oder Geschäftsführerin ist man oder nicht. Wichtig ist immer der eigene Ehrgeiz, denn nur so verbessert man sich, jeden Tag.

Die Themen im Überblick:

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.