Villa verkaufen: Ablauf, Kosten, solvente Käufer und Spekulationssteuer
Eine Villa verkaufst du selten – das ist kein Thema, das jedes Jahr ansteht. Genau deshalb lohnt sich ein klarer Ablauf: Wer im High-End-Segment unsauber startet, verliert Zeit, erzeugt unnötige Gespräche und öffnet Tür und Tor für Preisabschläge. Gleichzeitig willst du häufig Diskretion, planbare Schritte und einen Verkauf, der sich nicht wie ein Job anfühlt. Mehr zum Thema diskret verkaufen und unserem diskreten Verkaufsprozess.Hier gebe ich dir eine einfache Struktur, die dich von Strategie über Bewertung bis zum Closing führt – mit kurzen Checklisten und konkreten Tipps, damit du schnell ins Handeln kommst.
Strategieplanung: Preis oder Tempo

Ratgeber von Stephan M. Czaja, Lukinski
Kurzes, persönliches Vorwort:
„Ich habe versucht, alle Bereiche kurz und bündig zu halten. Achte auf die verlinkten Wörter, hier kommst du zu noch weiterführenden Erfahrungen und Tipps zum jweiligen Thema. Viel Erfolg beim Verkauf deiner Villa!“
Bevor es um Zahlen, Bewertung oder Vermarktung geht, steht eine grundsätzliche Entscheidung:
Willst du schnell verkaufen oder hast du Zeit, auf den optimalen Käufer zu warten (6 Monate oder 2 Jahre)?
Diese Frage bestimmt den gesamten weiteren Ablauf. Wer Zeit hat, kann selektiver vorgehen, mehr Gespräche führen und stärker auf den Preis optimieren. Wer schnell verkaufen möchte, reduziert Iterationen, akzeptiert Marktpreise und priorisiert Abschlussgeschwindigkeit. Zeit ist dabei immer auch ein Kostenfaktor – finanziell und persönlich.
Bei Fragen, schreib mir jederzeit – Lukinski.
Ausgangslage realistisch einschätzen
Hast du bereits einen Käufer, verändert sich die gesamte Strategie. Dann geht es weniger um Reichweite und mehr um Struktur und Verhandlung. Gibt es noch keinen Interessenten, musst du entscheiden, wie aktiv du suchen willst und über welche Kanäle. Diese Einschätzung bildet die Basis für Bewertung, Präsentation und Vermarktung.
- Käufer*in vorhanden
- ODER Käufer*in gesucht
Am „einfachsten“ geht es natürlich in den A-Lagen:
- Villa verkaufen Ratgeber Berlin
- Villa verkaufen Hamburg
- Villa verkaufen München
- Villa verkaufen Düsseldorf
- Villa verkaufen Köln
- … weitere A-Lagen
Du hast noch keine Interessenten? Dann…
Eigenleistung oder Unterstützung?
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Aufgabenverteilung. Machst du den Verkauf komplett selbst oder holst du dir Unterstützung von Maklern?
Wer alles allein organisiert, investiert Zeit in Gespräche, Selektion und Koordination. Ein erfahrener Makler oder Berater kann Prozesse beschleunigen, kostet aber Provision. Entscheidend ist nicht das Prinzip, sondern ob der gewählte Weg zu deinem Ziel passt.
- Allein verkaufen
- Teilweise Unterstützung
- Makler einbinden
Dann lass uns starten:
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Bewertung: extern oder selbst
Eine externe Bewertung kann Orientierung geben, ist aber nicht automatisch der beste Angebotspreis. Der Angebotspreis ist immer auch Marketing- und Verhandlungsstrategie. Wenn du selbst bewertest, brauchst du einen sauberen Vergleichsrahmen und realistische Korrekturen. Ziel ist ein plausibler Marktpreis, aus dem du Ankerpreis und Mindestpreis ableitest. So bleibst du stabil, wenn Verhandlungen Druck machen.
Wie immer gilt natürlich: Lage, Lage, Lage. Wer in A-Lage verkauft, bekommt automatisch höhere Preise, einfach durch die gefragte Lage wie in Berlin, München und in vielen anderen Teilen in Deutschlands.
Vergleichswertverfahren praktisch
Suche 5 bis 10 wirklich vergleichbare Objekte und achte stark auf Mikrolage, Aussicht, Privatsphäre und Architektur. Rechne mit Preis pro m² Wohnfläche und bewerte das Grundstück separat, damit du Unterschiede sauber trennen kannst. Passe dann für Ausstattung, Zustand und Besonderheiten an, statt „gefühlt“ zu runden. Am Ende leitest du zwei Werte ab: realistisch und optimistisch. Daraus entsteht dein Angebotspreis plus ein klarer Mindestpreis (= Vergleichswertverfahren).
- 5–10 Vergleiche
- Anpassungen begründen
- Anker & Mindestpreis
Mein Tipp an der Stelle:
„Vergleichspreise sind ein Indikator, nicht die Wahrheit. Einzigartige Merkmale können den Preis deutlich über den Schnitt heben.“
Und noch ein Tipp:
„Immobilienmakler bewerten kostenlos, ruf einfach drei, vier Makler an und lass dir eine Bewertung geben.“
Verkaufsdiskretion richtig festlegen
Off-Market macht eine Villa nicht automatisch teurer. Im Gegenteil: Der Verkauf wird oft anspruchsvoller, weil weniger Menschen vom Objekt wissen und du aktiv auf potenzielle Käufer zugehen musst. Trotzdem kann Diskretion sinnvoll oder sogar notwendig sein – etwa aus Sicherheitsgründen, wegen Privatsphäre oder bei besonders sensiblen Objekten. Entscheidend ist daher nicht das Label, sondern ob Diskretion oder Reichweite für dein konkretes Objekt wichtiger ist.
Off-Market oder On-Market – ehrlich abgewogen
Off-Market bedeutet gezielte Ansprache, mehr Eigeninitiative und häufig längere Laufzeiten. Du führst weniger Gespräche, musst diese aber aktiv aufbauen. On-Market hingegen nutzt die enorme Reichweite öffentlicher Portale, beschleunigt den Prozess deutlich und liefert schnelles Marktfeedback. Wenn Sicherheit und Privatsphäre kein zentrales Thema sind, können Immobilienportale den Verkauf massiv vereinfachen – gerade bei klar bepreisten Objekten.
- Off-Market: diskret, aufwendiger
- On-Market: sichtbar, schneller
- Objekt entscheidet
Bedenke:
„Off-Market ist kein Selbstläufer. Wenn es schnell gehen soll, schließe Immobilienportale nicht reflexartig aus – dort erreichst du Millionen statt wenige hundert.“
Wann Diskretion (Off-Market) WIRKLICH Sinn ergibt
Diskretion ist vor allem dann relevant, wenn es konkrete Sicherheitsrisiken gibt, prominente Eigentümer involviert sind oder das Objekt besondere Schutzbedürfnisse hat.
- Sicherheit & Privatsphäre
- Prominenz
Egal ob Stadvilla in Berlin …

… oder Villa im Münchener Süden beim Starnberger See.

Unterlagen & Due Diligence
Im Premiumsegment scheitern Deals selten am Objekt, sondern an fehlenden oder unsauberen Unterlagen. Käufer und Banken prüfen strukturiert, und Verzögerungen wirken wie ein Warnsignal. Wenn du die Dokumente früh sauber aufbereitest, verkürzt du den Prozess deutlich. Gleichzeitig stärkst du deine Verhandlungsposition, weil du jederzeit belastbar liefern kannst. Plane das Unterlagenpaket wie ein „Käufer-Datenraum“.
Dokumente sauber vorbereiten
Zu den typischen Must-haves gehören Grundbuchauszug, Energieausweis, Baulasten, Grundrisse und eine nachvollziehbare Kostenübersicht. Ergänzend helfen Modernisierungsnachweise und eine klare Darstellung der Flächen. Je strukturierter du das bereitstellst, desto weniger Rückfragen entstehen. Das spart Zeit und schützt den Preis, weil Unsicherheit häufig zu Abschlägen führt.
Hier die Liste (Idealfall, eine schnelle Bewertung kann aber auch ohne vorgenommen werden):
- Aktueller Grundbuchauszug
- Energieausweis
- Baulastenverzeichnis
- Kataster- & Lageplan
- Grundrisse (Ist-Zustand)
- Wohn- & Nutzflächenberechnung
- Baujahr & Bauunterlagen
- Genehmigungen & Nachträge
- Modernisierungs- & Sanierungsnachweise
- Betriebskostenübersicht
- Grundsteuerangaben
- Versicherungsnachweise
- Lasten & bestehende Grundschulden
- Inventarliste (falls relevant)
Worauf achten?
„Unklare Flächenangaben oder fehlende Nachweise führen im Luxussegment schnell zu ‚Risikopuffer‘-Abschlägen.“

Verkaufstiming klug wählen: Zeitpunkt
Timing entscheidet oft über Geschwindigkeit und Preisniveau. Saisonale Effekte, Ferienzeiten und Marktstimmung beeinflussen die Nachfrage spürbar. Zusätzlich kann eine kurze Aufwertungsphase den Eindruck massiv verbessern und damit den Preis. Lege fest, ob du vor dem Verkauf investierst oder sofort an den Markt gehst. Wer Timing aktiv plant, vermeidet hektische Preisreduzierungen.
„Es ist wie bei Motorrädern, im Frühjahr, Sommer, Spätsommer ist Saison.“
Saison, Markt, Aufwertungspotenzial?
In vielen Regionen funktionieren Frühling und früher Herbst besonders gut, weil Außenbereiche überzeugen und Termine leichter planbar sind. Wenn du aufwertest, setze einen klaren Endtermin und halte den Scope klein. Zu lange Baustellenphasen (gleich noch in Schönheitsreparaturen bis Aufwertung) kosten Momentum und erhöhen Stress. Ein sauberer Startpunkt mit perfekter Präsentation ist im Premiumsegment oft mehr wert als „schnell online“.
- Saison prüfen
- Endtermin setzen
- Momentum schützen
Villa im Sommer / Herbst / Winter:
Schönheitsreparaturen & Staging
Im Villensegment entscheidet der bauliche und optische Zustand unmittelbar über den Preis. Käufer erwarten kein „Potenzial“, sondern ein Objekt, das fertig, wertig und konsequent gepflegt wirkt.
„Je fertiger, je neuer, desto höher der Preis im Vergleich zu ‚da muss man aber noch etwas machen‘.“
Schon kleinere Mängel erzeugen schnell sechs- oder siebenstellige Abschläge, weil sie Unsicherheit und Aufwand signalisieren. Ziel ist daher nicht Perfektion, sondern ein klarer, hochwertiger Gesamteindruck ohne sichtbare Kompromisse.
Aufwertung vor dem Verkauf
Besonders wirkungsvoll sind Maßnahmen, die sofort sichtbar sind und keine langen Bauzeiten verursachen. Dazu zählen frische Oberflächen, saubere Übergänge und eine klare Linienführung – ein wenig wie beim Autoverkauf. Auch größere Maßnahmen wie eine Fassadenüberarbeitung oder der Austausch veralteter Elemente können sich lohnen, wenn sie den ersten Eindruck deutlich anheben. Wichtig ist, dass alle Arbeiten abgeschlossen sind und nicht nach „angefangen, aber nicht fertig“ aussehen.
- Entpersonalisieren
- Schönheitsreparaturen
- Oberflächen & Fassade
Hier noch einmal mein Tipp:
„Käufer kalkulieren Unsicherheit immer höher als reale Kosten. Ein sauber ausgeführtes Detail ist oft günstiger als ein späterer Preisabschlag.“

Typische Maßnahmen mit hohem Hebel
Dazu gehören das Schließen von Rissen, das Überarbeiten von Wänden und Decken, neue Anstriche in ruhigen, hochwertigen Farbtönen sowie das Erneuern sichtbar gealterter Materialien.
Auch Beleuchtungskonzepte, Türbeschläge oder sanitäre Details können die Wahrnehmung stark verändern. Bei Bedarf kann eine Fassadenauffrischung oder die Erneuerung einzelner Fensterflächen den Wert deutlich stabilisieren. Entscheidend ist, dass alles technisch und optisch konsistent wirkt.
- Wände & Decken
- Licht & Materialien
- Fertigkeitsgrad
Mein Tipp hier:
„Jede sichtbare Baustelle lädt zu Preisverhandlungen ein – ein fertiger Zustand nimmt dem Käufer Argumente.“
Exposé auf Luxusniveau
Ein hochwertiges Exposé ist dein stärkstes Verkaufsinstrument. Es erzählt die Story des Hauses, zeigt Architektur, Lage und die entscheidenden USPs. Professionelle Fotos sind Pflicht, Drohnenaufnahmen können den Kontext und die Privatsphäre besser transportieren. Gleichzeitig muss die Information klar und vollständig sein, damit Käufer schnell entscheiden können. Ein Exposé im Premiumsegment ist mehr „Brand“ als „Datenblatt“.
Story, Architektur, USP
Formuliere einen klaren Kern: Warum ist diese Villa einzigartig und für wen passt sie perfekt. Zeige Blickachsen, Raumhöhen, Außenbereiche und den Ablauf eines typischen Tages im Haus. Halte technische Details verfügbar, aber überlade die Hauptseiten nicht. Biete eine kurze, elegante Zusammenfassung plus vertiefende Anhänge. So bleibst du exklusiv und trotzdem transparent.
- Story definieren
- Pro-Fotos nutzen
- USPs zuspitzen
Worauf achten?
„Ein Exposé muss in 60 Sekunden überzeugen und in 10 Minuten alle Kernfragen beantworten.“
Käufer finden: größte Challenge
Im Off-Market ist Käuferfindung oft der Engpass, nicht das Objekt. Du brauchst Zugang zu Menschen, die wirklich suchen und wirklich zahlen können. Netzwerke, Family Offices und exklusive Datenbanken sind hier häufig effektiver als öffentliche Portale. Wichtig ist, dass die Ansprache zur Diskretionsstufe passt. Je exklusiver der Prozess, desto hochwertiger die Gesprächsqualität.
- Käuferprofil bauen
- Selektiv ansprechen
- Filter konsequent
Meine Empfehlung:
„Je teurer das Objekt, desto wichtiger ist der Zugang echten Kaufinterssenten, statt zu Reichweite.“
Käufer vorqualifizieren
Vorqualifizierung schützt dich vor Besichtigungstourismus. Du prüfst Zeit, Seriösität und grundsätzliches Budget, bevor du die Tür öffnest. Das spart nicht nur Aufwand, sondern stärkt auch deine Preisposition. Käufer, die durch einen klaren Prozess gehen, verhandeln häufig strukturierter. Gerade Off-Market brauchst du diese Disziplin.
Erstprüfung ohne Reibung
Führe ein kurzes Selektionsgespräch und kläre Motivation, Zeitplan und Finanzierungsweg. Frage nach Eigenkapitalquote oder verfügbarem Kapitalrahmen, ohne in Details zu versinken. Definiere klare Bedingungen für die nächste Stufe: Einladung, Exposé-Upgrade oder Besichtigung. So bleiben nur ernsthafte Interessenten im Prozess. Das wirkt professionell und reduziert späteres „Nachverhandeln“.
- Motivation klären
- Budget grob prüfen
- Nächste Stufe definieren
Mein Tipp hier:
„Wer keine klare Finanzierungslinie hat, ist im Premiumsegment selten kurzfristig abschlusssicher.“

Einzelbesichtigungen auf Einladung
Einzelbesichtigungen sind Standard im Luxussegment. Sie schützen Diskretion und erhöhen die Wertigkeit der Erfahrung. Der Ablauf sollte geplant wirken: Ankunft, Rundgang, Highlights, Abschlussgespräch. Gleichzeitig willst du Kontrolle über Fotos und Begleitpersonen. Je besser das Setting, desto weniger wird über Preis diskutiert.
Besichtigungsprozess strukturieren
Plane Zeitfenster, sorge für perfekte Atmosphäre und halte Unterlagen vorbereitet. Führe zuerst durch die stärksten Bereiche, damit der Eindruck sitzt. Stelle gezielte Fragen, um Passung und Ernsthaftigkeit zu prüfen. Am Ende legst du den nächsten Schritt fest, statt „wir melden uns“. So bleibt Momentum im Prozess.
- Nur auf Einladung
- Highlights zuerst
- Nächsten Schritt fixieren
Mein Tipp:
„Ein klarer Ablauf macht die Villa wertiger und reduziert spontane Preisabschläge.“
Hier auch ganz wichtig um keine Zeit zu verschwenden:
Bonität verbindlich einfordern!!
Bevor du in echte Preisverhandlungen gehst, brauchst du Verbindlichkeit. Dazu gehört ein Kapitalnachweis oder eine objektbezogene Finanzierungsbestätigung. Das ist kein Misstrauen, sondern Standard bei großen Summen. Wer zahlen kann, versteht das sofort. Du sparst damit Wochen und schützt deinen Mindestpreis.
Nachweis vor Verhandlung
Setze den Nachweis als Bedingung für detaillierte Dokumente, zweite Besichtigung oder konkrete Verhandlungen. Formuliere das sachlich und professionell. So bleibt der Ton angenehm, aber klar. Wenn ein Käufer blockt, ist das meist ein Signal. Dann ist es besser, die Energie auf den nächsten Kandidaten zu legen.
- Nachweis anfordern
- Stufenmodell nutzen
- Konsequent bleiben
Vorsicht! Es gibt viele Glücksritter und Villa-Touristen:
„Ohne Bonitätsnachweis verhandelst du im Blindflug und verlierst Zeit.“
Preisverhandlungen führen
Im Premiumsegment wird selten „einfach so“ gekauft. Käufer testen Grenzen, vergleichen Alternativen und suchen Argumente. Deine Aufgabe ist, den Wert in den Verhandlungen klar zu begründen und den Prozess zu steuern. Wenn du Mindestpreis und Argumentationslinie vorher festgelegt hast, bleibst du stabil.
Gute Verhandlungen sind ruhig, präzise und zeitlich klar gerahmt.
Preisanker & Argumente
Nutze deine Vergleichswerte, aber betone die einzigartigen Merkmale wie Privatsphäre, Aussicht oder Architektur. Halte Zugeständnisse klein und verknüpfe sie mit Gegenleistungen, etwa schnellerem Closing. Vermeide lange offene Schleifen, die „Abverkauf“ signalisieren. Setze Fristen, ohne Druck zu machen. So bleibt das Objekt exklusiv und der Preis geschützt.
- Wert begründen
- Fristen setzen
- Zugeständnisse koppeln
Was heißt das?
“ Jede Unsicherheit wird in Euro übersetzt. Je klarer du bist, desto stabiler bleibt der Preis.“
Kaufabsicht schriftlich fixieren
Wenn es ernst wird, brauchst du eine schriftliche Fixierung der Kaufabsicht. Das kann eine Reservierungsvereinbarung (Muster) sein oder ein Letter of Intent, je nach Stil und Beteiligten. Wichtig ist weniger der Name, sondern die Klarheit: Preisrahmen, Zeitplan, Bedingungen. So verhinderst du, dass Wochen in unverbindlichen Gesprächen verschwinden. Gleichzeitig kannst du parallel sauber steuern, ob du andere Interessenten weiter führst.
Reservierung oder LoI
Halte die Punkte kurz und konkret, ohne unnötige Komplexität. Kläre, wie lange reserviert wird und welche Unterlagen in welcher Phase geteilt werden. Definiere, was passiert, wenn Fristen nicht eingehalten werden. Damit schützt du dich vor „Warmhalten“. Und du behältst das Momentum bis zum Notartermin.
- Preisrahmen
- Zeitplan
- Bedingungen
Mein Tipp für Verbindlichkeit:
„Ohne schriftliche Kaufabsicht bleibt der Deal emotional, aber nicht verbindlich.“
Notar & Kaufvertrag abstimmen
Der Notartermin ist der formale Höhepunkt, aber die Arbeit passiert vorher. Du klärst Zahlungsmodalitäten, Timing und besondere Punkte wie Inventarübernahme. Je besser du das vorab abstimmst, desto entspannter wird der Termin. Käufer schätzen einen strukturierten Ablauf, weil es Sicherheit gibt. Das reduziert Nachverhandlungen in letzter Minute.
Vertraglich sauber, praktisch gedacht
Denke an Übergabedatum, Schlüsselumfang, vorhandenes Inventar und klare Zeitfenster für Zahlung. Halte Sonderwünsche kontrollierbar und vermeide offene Formulierungen. Stelle sicher, dass alle Beteiligten dieselbe Erwartung haben. So bleibt der Abschluss reibungslos. Und du vermeidest teure Verzögerungen.
- Zahlung & Timing
- Inventar klären
- Termin vorbereiten
Tipp: Der beste Notartermin ist der, in dem nichts „neu“ diskutiert wird.

Kaufpreis absichern & Zahlung
Nach dem Notartermin zählt nur noch sichere Abwicklung. Du überwachst den Kaufpreiseingang und koordinierst die Ablösung von Grundschulden, falls vorhanden. In dieser Phase ist Timing entscheidend, damit der Nutzen-Lasten-Wechsel sauber erfolgt. Jede Verzögerung kostet Nerven und kann den Ablauf blockieren. Deshalb brauchst du klare Zuständigkeiten und eine saubere Checkliste.
Zahlungsfluss im Blick behalten
Definiere, wer den Status liefert und wann du welche Bestätigung brauchst. Achte darauf, dass Ablösungen frühzeitig angestoßen werden. Halte die Kommunikation kurz, aber regelmäßig. So bleibt der Prozess stabil. Und du vermeidest unnötige Zwischenstopps.
- Kaufpreis prüfen
- Grundschulden ablösen
- Status konsequent
Mein Tipp:
„Wer den Zahlungsstatus nicht aktiv steuert, verliert oft Tage durch Missverständnisse.“
Diskrete Übergabe & Closing
Die Übergabe ist der Moment, in dem der Deal „real“ wird. Ein rechtssicheres Protokoll mit Zählerständen und Schlüsselliste schützt beide Seiten. Der Nutzen-Lasten-Wechsel muss klar dokumentiert sein, damit später keine Diskussion entsteht. Gerade bei hochwertigen Objekten gehört eine saubere, ruhige Übergabe zur Professionalität. Das zahlt auf deinen Ruf ein, wenn dein Umfeld vernetzt ist.
Übergabeprotokoll sauber führen
Dokumentiere alle Schlüssel, Fernbedienungen, Zugangssysteme und relevante Geräte. Notiere Zählerstände und den Zustand zentraler Bereiche im Übergabeprotokoll. Halte offene Punkte schriftlich fest, auch wenn sie klein wirken. So bleibt alles fair und transparent. Danach ist der Verkauf wirklich abgeschlossen.
„Der offizielle Abschluss: Mit der Übergabe geht das Risiko auf den Käufer über. Ein detailliertes Protokoll ist unverzichtbar.“
Inhalt des Protokolls:
- Zählerstände für Strom, Wasser und Heizung.
- Vollständige Schlüsselliste mit Verwendungszweck.
- Dokumentation des aktuellen Zustands bei Schlüsselübergabe.
Mein Tipp an der Stelle:
„Eine perfekte Übergabe verhindert Streit und schützt dich vor späteren kleinen Forderungen.“
Zeit für Urlaub!

Checkliste: Villa verkaufen 2026
Hier noch einmal meine Checkliste:
- Strategieplanung (zeitoptimiert oder preisoptimiert)
- Verkaufsdiskretion festlegen (Off-Market oder On-Market, Potenzial von Millionen statt wenigen 1-zu-1-Ansprachen)
- Unterlagenmanagement & Due Diligence (Grundbuchauszug, Energieausweis, Baulasten, Grundrisse und Betriebskosten aufbereiten – essenziell für die Bankprüfung des Käufers)
- Bewertung einholen oder selbst bewerten (Vergleichsobjekte analysieren [Lage, Größe, Baujahr, Ausstattung] nur Indikator für den Angebotspreis) > Marktpreis realistisch einschätzen; Angebotspreis und Mindestpreis definieren
- Verkaufstiming festlegen (Saison, Marktumfeld, Aufwertung vor Verkauf)
- Objektherrichtung & Staging (Entpersonalisierung, kleinere Schönheitsreparaturen oder professionelles Home Staging zur Wertsteigerung)
- Hochwertiges Exposé (Story, Architektur, Lage, USP, professionelle Fotos & ggf. Drohnenaufnahmen)
- Käufer finden (größte Challenge, insbesondere bei diskretem Off-Market-Verkauf; Nutzung von Netzwerken, Family Offices oder exklusiven Datenbanken)
- Käufer vorqualifizieren (Aufwand, Zeit, Seriosität prüfen; Erstprüfung der Eigenkapitalquote)
- Einzelbesichtigungen auf Einladung (nach vorherigem Selektionsgespräch)
- Bonitätsnachweis verbindlich einfordern (objektbezogene Finanzierungsbestätigung oder Kapitalnachweis vor weiteren Verhandlungsschritten)
- Preisverhandlungen führen (Zielpreis durchsetzen)
- Kaufabsicht fixieren (Reservierungsvereinbarung oder Letter of Intent (LoI) unterschreiben lassen)
- Notar & Vertragsstruktur abstimmen, Kaufvertrag verhandeln (Zahlungsmodalitäten, Timing und Notartermin durchführen; Prüfung von Sondervereinbarungen wie Inventarübernahme)
- Kaufpreis absichern & Zahlung abwickeln (Überwachung des Kaufpreiseingangs, Ablösung von Grundschulden)
- Diskrete Übergabe & Closing (rechtssicheres Übergabeprotokoll mit Zählerständen und Schlüsselliste; offizieller Nutzen-Lasten-Wechsel)














