Altersvorsorgedepot 2026: Die neue Aktienrente als Alternative zur Immobilie
Immobilien galten lange als sicherste Altersvorsorge. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot gibt es seit 2026 eine staatlich geförderte Alternative, die auch für Immobilienbesitzer interessant ist. Aber ersetzt das Depot die Immobilie oder ergänzt es sie? Ein Vergleich mit echten Zahlen.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist die Nachfolgelösung für die gescheiterte Riester-Rente. Der Bundestag hat das Gesetz im März 2026 beschlossen, ab 2027 können Anleger bei Brokern wie Trade Republic, Scalable Capital oder der ING ein gefördertes Depot eröffnen.
Die wichtigsten Eckdaten:
Maximal 3.000 Euro Eigenbeitrag pro Jahr. Dazu kommt eine staatliche Grundzulage von bis zu 600 Euro. Für jedes kindergeldberechtigte Kind gibt es zusätzlich 300 Euro Kinderzulage. Berufseinsteiger unter 25 erhalten einen einmaligen Bonus von 200 Euro.
Das Geld wird in ETFs, Aktien oder Rentenfonds investiert. Im Gegensatz zur Riester-Rente gibt es keine Pflicht zur Kapitalgarantie, was deutlich höhere Renditen ermöglicht. Die Erträge wachsen steuerfrei bis zur Auszahlung im Rentenalter.
Wer seine persönliche Förderung berechnen möchte, kann den Förderungs-Check auf AktienRenteRechner.de nutzen.
Rendite-Vergleich: Immobilie vs. Altersvorsorgedepot
Beispiel Altersvorsorgedepot: Ein 30-Jähriger zahlt monatlich 250 Euro ein (3.000 Euro/Jahr), erhält 600 Euro Grundzulage, investiert in einen MSCI World ETF mit durchschnittlich 7 Prozent Rendite. Nach 37 Jahren (mit 67) hat er rund 620.000 Euro im Depot. Eingezahlt hat er selbst nur 111.000 Euro, der Rest sind Zulagen und Zinseszins.
Beispiel Immobilie: Derselbe 30-Jährige kauft eine Eigentumswohnung für 200.000 Euro mit 20 Prozent Eigenkapital (40.000 Euro) und finanziert den Rest über 25 Jahre bei 3,5 Prozent Zins. Die Wohnung generiert nach Abzug aller Kosten eine Nettomietrendite von 3 Prozent und steigt im Wert um durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr. Nach 37 Jahren ist die Wohnung etwa 420.000 Euro wert, die Mieteinnahmen haben über die Laufzeit zusätzlich circa 150.000 Euro netto eingebracht.
Der entscheidende Unterschied: Die Immobilie bietet den Hebel durch Fremdfinanzierung. Mit 40.000 Euro Eigenkapital kontrolliert man ein 200.000-Euro-Asset. Beim Depot gibt es keinen Hebel, dafür keine Verwaltung, keine Mieterrisiken und keine Instandhaltungskosten.
Hebelwirkung: Der größte Vorteil der Immobilie
Was viele Vergleiche unterschlagen: Bei einer Immobilie als Kapitalanlage arbeitet Fremdkapital für den Investor. Wer 40.000 Euro Eigenkapital einsetzt und eine Immobilie für 200.000 Euro kauft, hat einen Hebel von 5:1.
Steigt die Immobilie um 2 Prozent im Wert (4.000 Euro), bezogen auf das eingesetzte Eigenkapital sind das 10 Prozent Rendite. Dazu kommen die Mieteinnahmen, die den Kredit tilgen, also quasi fremdes Geld, das das eigene Vermögen aufbaut.
Beim Altersvorsorgedepot arbeitet nur das eigene Geld plus die staatliche Zulage. Kein Hebel, keine Fremdfinanzierung. Dafür null Aufwand nach der Einrichtung.
Steuerliche Behandlung im Vergleich
Altersvorsorgedepot: Beiträge als Sonderausgaben absetzbar. Erträge wachsen steuerfrei. Besteuerung erst bei Auszahlung im Rentenalter (dann meist niedrigerer Steuersatz). Einen detaillierten Steuerrechner bietet AktienRenteRechner.de.
Immobilie: Abschreibung (AfA) von 2 bis 3 Prozent jährlich. Finanzierungszinsen als Werbungskosten absetzbar. Immobilie als Altersvorsorge als laufende Kosten. Nach 10 Jahren Haltedauer steuerfreier Verkauf (Spekulationsfrist).
Kombiniert: Wer beides nutzt, profitiert doppelt. Die Immobilie generiert steuerliche Vorteile während der Haltedauer, das Depot wächst steuerfrei bis zur Rente.
Für wen lohnt sich was?
Berufseinsteiger ohne Eigenkapital (20-30): Das Altersvorsorgedepot ist der ideale Start. Kein Eigenkapital nötig, staatliche Förderung ab dem ersten Euro, Zinseszins-Effekt über 35+ Jahre ist enorm. Die Deutsche Rentenversicherung als Basissicherung plus Depot als Aufstockung.
Immobilienbesitzer mit abbezahltem Objekt (40-55): Diversifikation durch das Altersvorsorgedepot. Wer bereits eine oder mehrere Immobilien besitzt, reduziert das Klumpenrisiko am Immobilienmarkt. ETFs streuen global über tausende Unternehmen.
Aktive Investoren (30-50): Immobilie plus Depot als Kombination. Die Immobilie nutzt den Hebel und generiert laufende Einnahmen, das Depot läuft automatisch im Hintergrund und baut eine zweite Säule auf.
Selbstständige: Besonders relevant, da Selbstständige oft nicht gesetzlich rentenversichert sind. Das Altersvorsorgedepot steht auch Selbstständigen offen und bietet eine strukturierte Altersvorsorge mit staatlicher Förderung.
Die ideale Kombination: Immobilie plus Depot
Die Entweder-Oder-Frage führt in die Irre. Kluge Vermögensaufbau-Strategien kombinieren verschiedene Anlageklassen. Eine vermietete Immobilie liefert monatlichen Cashflow und Steuervorteile. Das Altersvorsorgedepot liefert Flexibilität, Diversifikation und staatliche Förderung.
Beispiel-Setup: Eine vermietete 2-Zimmer-Wohnung als Basis (finanziert zu 80 Prozent), dazu 250 Euro monatlich ins Altersvorsorgedepot (global gestreuter ETF). Nach 30 Jahren: schuldenfreie Immobilie mit laufenden Mieteinnahmen plus ein sechsstelliges Depot für die Rentenaufstockung.
Depot-Anbieter vergleichen
Wer sich für das Altersvorsorgedepot entscheidet, sollte die Konditionen der Anbieter vergleichen. Kosten, ETF-Auswahl und Benutzerfreundlichkeit unterscheiden sich deutlich. Einen aktuellen Depot-Vergleich bietet AktienRenteRechner.de. Der Hauptrechner berechnet in drei Schritten das erwartbare Endkapital auf Basis des aktuellen Gesetzes.

















