Buying an apartment building yes / no? The fastest valuation in the world (also works for apartments)

Mehrfamilienhaus kaufen ja / nein?! Die schnellste Bewertung der Welt (geht auch für Wohnungen)

Du hörst von einem Bekannten, dass ein Mehrfamilienhaus verkauft werden soll? Dann willst du schnell wissen: Lohnt sich der Kauf oder nicht? Mit ein paar einfachen Zahlen kannst du das in wenigen Minuten selbst prüfen (Mehrfamilienhaus schnell bewerten) – ohne Gutachter oder Makler. Was brauchst du? Adresse, Kaufpreis, Jahresnettokaltmiete (JNKM), Sanierungsstand, Mietstand, Mietsteigerungspotenzial – let’s go! Mehr Videos? 👉 Folge mir auf YouTube x Lukinski Immobilien.

Mehrfamilienhaus bewerten in unter 5 Minuten

Lass uns mit einem Case starten, der dir heute passieren könnte:

Stell dir vor, ein Bekannter sitzt neben dir im Café und sagt: „Hier in der Straße will jemand ein Mehrfamilienhaus verkaufen, ich kannte die alte Dame, ihr Sohn kümmert sich jetzt darum. Ich frag mal nach für dich.“ Einen Tag später bekommst du die Zahlen auf WhatsApp: 240.000 Euro Jahresmiete, Kaufpreis soll 8,5 Millionen sein, A-Lage. Klingt spannend – aber ist das wirklich ein guter Deal?

Wichtig ist: Du brauchst im ersten Schritt nur zwei Zahlen – den Kaufpreis (KP) und die jährliche Nettokaltmiete (JNKM). Damit kannst du sofort den Kaufpreisfaktor und die Bruttomietrendite berechnen. Beides sind die wichtigsten Kennzahlen, um zu erkennen, ob ein Investment überhaupt sinnvoll sein kann.

Kostenlose Rechner für deine Schnellbewertung

Egal ob Rendite oder Kaufpreisfaktor – nutze meine kostenlosen Immobilienrechner auf Immobilien Guru oder direkt den Kaufpreisfaktor-Rechner.

Stream hier kostenlos – die schnellste Immobilien Bewertung der Welt! Mehr Videos? 👉 Folge mir auf YouTube x Lukinski Immobilien.

Kaufpreisfaktor und Bruttorendite berechnen

Beispiel:

  • Kaufpreis: 8.500.000 €
  • JNKM: 240.000 €

Jetzt direkt loslegen:

Kaufpreisfaktor = Kaufpreis / JNKM = 8.500.000 / 240.000 = 35,4

Ein Kaufpreisfaktor von 35 bedeutet: Es dauert über 35 Jahre, bis du den Kaufpreis über Mieteinnahmen wieder drin hast – ohne Kosten, ohne Zinsen, ohne Risiko.

Bruttomietrendite berechnen

Rendite = JNKM / Kaufpreis = 240.000 / 8.500.000 = 2,8 %

Klingt erst mal okay – aber das ist die Bruttorendite. Nach Kosten bleibt davon spürbar weniger übrig. Dazu gleich mehr.

Kaufpreisfaktor nach Lage – die Bandbreite verstehen

Ein Faktor von 35 ist nicht überall schlecht – und ein Faktor von 18 nicht überall gut. Hier die typischen Bandbreiten:

Lage Typischer Faktor Bruttorendite Strategie
A-Lage (München, Berlin Mitte, Hamburg) 28–38 2,6–3,6 % Wertsteigerung
A-Lage Randbezirke / B-Städte 22–28 3,6–4,5 % Mix
B-Lage 17–22 4,5–5,9 % Cashflow + leichte WS
C-Lage 12–17 5,9–8,3 % Reiner Cashflow

Die magische Grenze: warum erst ab ~5,5 % Bruttorendite gerechnet wird

Wenn du mit Fremdkapital arbeitest – und das tun fast alle – musst du die laufenden Kosten gegenrechnen. Hier die ehrliche Aufschlüsselung:

Was frisst deine Rendite wirklich auf?

  • Zins: aktuell ca. 3,5 % p.a. auf den Darlehensbetrag
  • Instandhaltung: 1,0 % (Neubau) bis 4,0 % (unsanierter Altbau) – Faustregel Mittelwert: 2,0 %
  • Verwaltung: 250–350 € pro Wohneinheit p.a. (ca. 0,3–0,5 % vom KP)
  • Mietausfallpauschale: 2 % der JNKM (Leerstand, Mietnomaden)
  • Tilgung: 1–3 % – das ist kein Verlust, sondern Vermögensaufbau

Daumenregel: Erst ab einer Bruttorendite über 5,5 % trägt sich das Objekt selbst. Bei 2,8 % zahlst du jeden Monat drauf – trotz voller Mieteinnahmen.

Brutto vs. Netto – der entscheidende Unterschied

Beispiel auf 4 Mio. € Kaufpreis bei 240.000 € JNKM (= 6 % brutto):

  • Bruttomieteinnahmen: 240.000 €
  • – Instandhaltung 2 %: −80.000 €
  • – Verwaltung: −10.000 €
  • – Mietausfall 2 %: −4.800 €
  • = Nettomieteinnahmen: ca. 145.000 €
  • Nettomietrendite: 145.000 / 4.000.000 = 3,6 %

Aus 6 % Brutto werden also schnell 3,6 % Netto. Diese Zahl gehört in jeden Pitch.

Wie viel solltest du höchstens zahlen?

Drehe die Formel um. Du willst mindestens 6 % Bruttorendite?

Maximaler Kaufpreis = JNKM / gewünschte Rendite = 240.000 / 0,06 = 4.000.000 €

Bei 6 % dürfte das Objekt also maximal 4 Mio. € kosten. Bei 8 % sogar nur 3 Mio. €.

Beispiel: Du willst 8 %

Kaufpreis = 240.000 / 0,08 = 3.000.000 €

Alles, was darüber liegt, ist finanziell nicht attraktiv – oder du musst den Kaufpreis herunterhandeln.

Kaufnebenkosten – der vergessene Faktor

Achtung: Der reine Kaufpreis ist nie der Endpreis. Beim Mehrfamilienhaus kommen Kaufnebenkosten von 8–12 % obendrauf:

  • Grunderwerbsteuer: 3,5 % (Bayern) bis 6,5 % (NRW, Brandenburg)
  • Notar + Grundbuch: ca. 1,5–2,0 %
  • Maklercourtage: 0–7,14 % (verhandelbar, oft hälftig)

Bei 4 Mio. € Kaufpreis musst du also realistisch 4,3–4,5 Mio. € Kapitaleinsatz einplanen. Diese Nebenkosten verschlechtern deine Rendite zusätzlich um ca. 0,3–0,5 Prozentpunkte.

Cashflow-Realitätscheck – was bleibt am Monatsende?

Schnellrechnung für ein MFH zu 4 Mio. € mit 80 % Finanzierung:

  • Eigenkapital (20 % + Nebenkosten): ca. 1,2 Mio. €
  • Darlehen: 3,2 Mio. € → Zins 3,5 % + Tilgung 2 % = 5,5 % Annuität
  • Annuität p.a.: 176.000 €
  • Nettomieteinnahmen p.a.: ca. 145.000 €
  • Operativer Cashflow: −31.000 € p.a. (vor Steuer, vor AfA)
  • Nach AfA (2 %) und Steuervorteil: meist ±0 bis leicht positiv

Erkenntnis: Auch bei 6 % Bruttorendite ist der Deal in den ersten Jahren oft nur „schwarze Null“. Der Vermögensaufbau läuft über Tilgung + Wertsteigerung, nicht über Cashflow.

Mietsteigerungspotenzial – der versteckte Hebel

Ein Faktor von 30 kann ein Top-Deal sein – wenn die Mieten 30 % unter Marktniveau liegen. Das ist bei Altbestand mit Langzeitmietern sehr häufig.

Beispiel: 240.000 € JNKM heute, Marktmiete wäre 320.000 €. Nach Mieterwechsel und Modernisierung steigt die Rendite von 2,8 % auf 3,8 % – und der Verkehrswert mit. Das ist die Königsdisziplin: kaufen, aufwerten, vermieten, halten.

Frage daher immer:

  • Wie alt sind die Mietverträge? (Indexmiete? Staffelmiete?)
  • Wie weit liegen die Mieten unter Mietspiegel?
  • Gibt es Modernisierungspotenzial (§ 559 BGB Mieterhöhung nach Modernisierung)?
  • Wie hoch ist die ortsübliche Vergleichsmiete?

Checkliste: Welche Zahlen fragst du beim Verkäufer ab?

Bevor du ein Angebot abgibst – diese Punkte musst du kennen:

  • Kaufpreis + Vorstellung Verhandlungsspielraum
  • JNKM – Aufstellung pro Einheit (Soll- und Ist-Miete)
  • Wohn- und Nutzfläche in m² (gesamt + pro Einheit)
  • Baujahr + letzte Kernsanierung
  • Energieausweis (Effizienzklasse, Endenergiebedarf)
  • Heizung (Typ, Baujahr, GEG-Konformität)
  • Dach + Fassade (Zustand, letzte Sanierung)
  • Mieterstruktur (Mietdauer, Alter, soziale Lage)
  • Leerstand aktuell + letzte 3 Jahre
  • Instandhaltungsrücklage (sofern vorhanden)
  • Grundbuchauszug (Lasten, Dienstbarkeiten, Wegerecht)
  • Bodenrichtwert + Grundstücksgröße
  • Erbbaurecht? (Killer-Kriterium für viele Käufer)

Sind 8,5 Millionen ein guter Deal? Renditeobjekt vs. Investmentobjekt

Auf immobilien-erfahrung.de bin ich ausführlich darauf eingegangen: Unterschied Rendite- und Investmentimmobilien.

Der Unterschied liegt im Fokus: Bei einer Renditeimmobilie zählt, was monatlich auf dein Konto kommt – also positiver Cashflow durch Mieteinnahmen, meist in B-Lagen und C-Lagen. Bei einer Investmentimmobilie setzt du auf langfristige Wertsteigerung und Verkaufserlös – meist in A-Lage wie Berlin, Köln, Düsseldorf, Hamburg, München.

Du willst direkt Cash? Variante 1 bringt dir laufende Einnahmen. Du willst Longterm mehr Cash? Variante 2 verlangt Geduld, Kapital und Marktkenntnis – dafür winkt später ein großer Gewinn (und ggf. nach 10 Jahren steuerfrei).

Noch besser:

Wenn du günstig in A-Lage kaufst und aufwertest: Cashflow + Longterm Cash = Königsklasse. Kaufen, aufwerten, Miete steigern, Wertsteigerung mitnehmen.

FAQ – die häufigsten Fragen zur MFH-Schnellbewertung

Ab welchem Kaufpreisfaktor lohnt sich ein Mehrfamilienhaus?

Als grobe Faustregel: Ein Faktor unter 20 ist klassischer Cashflow-Bereich, 20–25 ist Mischkalkulation, über 25 brauchst du subst