Berlin | Moabit | Mehrfamilienhaus | 5.300.000 € mit ca. 4,0% Rendite

Berlin | Friedrichshain | Mehrfamilienhaus | 2.680.000 € mit ca. 3,75% Rendite

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Worauf müssen Sie wirklich achten?
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Ein Mehrfamilienhaus in Berlin-Friedrichshain für 2,68 Mio. € mit 3,75 % Bruttorendite — das klingt zunächst nach solidem Berliner Standard. Doch hinter der nackten Zahl steht in diesem Bezirk ein eigenes Spielfeld aus Milieuschutz, Vorkaufsrecht und einer Mieterstruktur, die jede klassische Investitionsrechnung neu kalibriert. Wer hier kauft, sollte den Kaufpreisfaktor berechnen, die Nettorendite berechnen und vor allem verstehen, wie eine Immobilie als Kapitalanlage in einem regulierten Innenstadtmarkt langfristig funktioniert. Dieser Beitrag ordnet das Objekt in den Friedrichshainer Markt ein — Mikrolage, Zahlen, Risiken, Steuern, Finanzierung und Exit.

Mikrolage Friedrichshain: Warum dieser Bezirk anders tickt

Friedrichshain ist nicht einfach ein „trendiger Stadtteil“ — es ist einer der dichtesten und am stärksten regulierten Wohnmärkte Berlins. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat über weite Teile soziale Erhaltungssatzungen nach § 172 BauGB erlassen, was direkte Folgen für jede Bestandsstrategie hat.

Die regulatorischen Eckpfeiler

  • Milieuschutz: Modernisierungen, Grundrissänderungen und Umwandlung in Eigentumswohnungen sind genehmigungspflichtig oder ausgeschlossen.
  • Vorkaufsrecht: Der Bezirk kann beim Kauf in Milieuschutzgebieten zugunsten kommunaler Wohnungsbaugesellschaften ausüben — Abwendungsvereinbarungen sind oft Pflicht.
  • Mieterstruktur: Hoher Anteil langjähriger Bestandsmieter mit deutlich unter Marktmiete liegenden Verträgen — Mietsteigerungspotenzial ist real, aber langsam.
  • Käuferprofil: Family Offices, Bestandshalter mit 10–20 Jahre Horizont, kaum Trader oder kurzfristige Flipper.
  • Bausubstanz: überwiegend Gründerzeit-Altbau zwischen Boxhagener Platz, Simon-Dach-Kiez und RAW-Gelände, dazu sanierte DDR-Plattenbauten Richtung Friedrichsfelde.

Die Kiez-Differenzierung

Friedrichshain ist kein homogener Bezirk — wer pauschal kalkuliert, übersieht 20–30 % Preisunterschied auf wenigen hundert Metern. Drei Mikrolagen sind investmenttechnisch zu trennen:

  • Boxhagener Kiez: sanierter Altbau, gastronomielastig, höchste €/m²-Niveaus, geringes Leerstandsrisiko
  • Samariterviertel: heterogener Bestand, mehr Sanierungspotenzial, etwas niedrigere Faktoren
  • Stralauer Halbinsel & Mediaspree: Neubau, weniger Milieuschutz, andere Käuferschicht (institutionell)

Genau diese Kombination macht den Bezirk für Bestandshalter attraktiv: Die Nachfrage ist strukturell knapp, Leerstand praktisch null, gleichzeitig sind aggressive Wertschöpfungsstrategien (Aufteilen, Luxussanierung, Eigenbedarf) durch die Regulatorik weitgehend ausgeschlossen.

Friedrichshain im Berliner Bezirksvergleich

Wer Friedrichshain kalkuliert, muss die Alternativen kennen — der Bezirk ist ein Kompromiss aus Lage, Regulatorik und Faktor:

Bezirk Faktor MFH (Bestand) Milieuschutz-Anteil Mietsteigerungs-Spielraum Investor-Logik
Mitte / Tiergarten 30 – 40 punktuell mittel Trophäen-Asset, niedrige Rendite
Prenzlauer Berg 28 – 35 flächendeckend gering stabil, kaum Hebel
Friedrichshain 26 – 32 flächendeckend mittel Cashflow + langfristiger Wert
Neukölln (Nord) 22 – 28 teilweise hoch Value-Add, höheres Risiko
Lichtenberg / Friedrichsfelde 20 – 26 kaum hoch Wachstums-Bet, weniger Substanz
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Preisniveau: Was kostet der Quadratmeter in Friedrichshain wirklich?

Die Preisspannen in Friedrichshain liegen deutlich über dem Berliner Durchschnitt — der Bezirk gehört zu den Top-5-Lagen der Stadt, gleichauf mit Prenzlauer Berg und unterhalb von Mitte-Tiergarten. Wer eine Immobilie bewerten oder den Immobilienwert berechnen will, kommt um eine sehr granulare Mikrolagen-Analyse nicht herum.

Preise nach Lage und Segment

Lage / Segment Kauf €/m² (Bestand) Neuvermietung €/m² Kaltmiete Faktor (Kauf/Jahresmiete)
Friedrichshain — Boxhagener Kiez (Altbau saniert) 6.500 – 8.000 16 – 20 28 – 35
Friedrichshain — Samariterviertel (Altbau gemischt) 5.500 – 7.000 14 – 17 26 – 32
Friedrichshain — Stralauer Halbinsel (Neubau) 7.000 – 9.500 17 – 22 27 – 33
Berlin — Stadtdurchschnitt MFH 4.500 – 5.800 11 – 14 22 – 28

Einordnung des konkreten Objekts

Das angebotene Mehrfamilienhaus mit Faktor ~26,7 (2,68 Mio. € / ~100.500 € Jahresnettokaltmiete bei 3,75 %) liegt am unteren Rand der Friedrichshainer Spanne — ein Hinweis auf entweder konservativ angesetzte Mieten (Bestandsmieter weit unter Markt) oder Sanierungsstau. Beides typisch und beides ein Hebel.

Faustregel Berlin-Innenstadt: Unter Faktor 25 ist selten und meist mit Risiko verbunden, über 35 ist Spekulation auf Mietsteigerung. Faktor 26–30 ist der echte Investmentkorridor in Friedrichshain.

Was den Preis konkret bewegt

  • Bestandsmieten-Delta: Liegen Mieten 25–40 % unter ortsüblich, ist das ein eingebauter Wertaufholpfad — aber zeitlich gestreckt durch Kappungsgrenze.
  • Bauzustand: Altbau ohne Strangsanierung kostet später schnell 800–1.500 €/m² nach.
  • Energetik: Gebäudeklasse beeinflusst Refinanzierungsmargen und ESG-fähige Käufergruppen beim Exit.
  • Mieterstruktur: hohe Fluktuation = schnellere Mietangleichung, niedrige Fluktuation = stabile Cashflows.

Renditerechnung: Von 3,75 % brutto zur echten Cash-on-Cash-Rendite

Die ausgewiesenen 3,75 % sind eine Bruttorendite — und damit nur der Anfang der Rechnung. Wer ernsthaft kalkuliert, zieht Bewirtschaftungskosten, nicht umlagefähige Posten und Finanzierungskosten ab. Für die strukturierte Herleitung helfen Bruttorendite berechnen, der Cashflow Rechner, die Mietrendite und ein realistischer Ansatz für die Instandhaltungsrücklage.

Beispielrechnung für dieses Objekt

Position Betrag p. a. Anmerkung
Jahresnettokaltmiete ~ 100.500 € 3,75 % von 2,68 Mio.
– Nicht umlagefähige Verwaltung ~ 4.500 € 250–350 € je Einheit
– Instandhaltungsrücklage (Altbau) ~ 12.000 € 10–15 €/m²/Jahr
– Mietausfallwagnis (2 %) ~ 2.000 € konservativ Berlin-Innenstadt
= Nettomietertrag ~ 82.000 € Nettorendite ~ 3,06 %
– Zinsen (60 % Fremdkapital, 4,0 %) ~ 64.300 € siehe Finanzierung
= Cashflow vor Tilgung & Steuer ~ 17.700 € auf 1,07 Mio. € EK

Kaufnebenkosten in Berlin

Berlin erhebt mit 6,0 % Grunderwerbsteuer einen der höchsten Sätze bundesweit. Die Gesamtnebenkosten sind erheblich und müssen in die Eigenkapitalbedarf berechnen-Logik einfließen.

Cash-on-Cash und reale Eigenkapitalrendite

Bei rund 1,07 Mio. € Eigenkapitalanteil und ca. 17.700 € Cashflow vor Tilgung ergibt sich eine Cash-on-Cash-Rendite von etwa 1,65 %. Das wirkt mager — entscheidend ist aber die Tilgungs-Komponente: Bei 1,5 % Anfangstilgung baut der Investor jährlich ~24.000 € Eigenkapital auf. Die echte Eigenkapitalrendite vor Steuer liegt damit bei rund 3,9 %, plus der nicht realisierten Wertsteigerung.

Wie im Ratgeber Mehrfamilienhaus kaufen beschrieben, verschiebt sich die effektive Rendite durch die Kaufnebenkosten typischerweise um 0,2–0,3 Prozentpunkte nach unten — das ist bei Berliner Kalkulationen Pflichtdisziplin.

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Finanzierung: Bankenlogik bei 2,68 Mio. € in Berlin-Innenstadt

Bei dieser Größenordnung verlässt der Investor das Privatkundengeschäft und betritt das gewerbliche Immobilien-Banking — andere Sparkassen-Abteilung, andere Kennzahlen, andere Konditionen. Drei Größen entscheiden über die Finanzierungszusage:

Die drei Banken-Kennzahlen

  • Beleihungsauslauf (LTV): Berliner Banken finanzieren MFH dieser Größe typisch bis 60–70 % des Beleihungswerts (nicht des Kaufpreises). Beleihungswert liegt meist 10–15 % unter Kaufpreis — effektiv finanzierbar also oft nur 55–60 % des Kaufpreises.
  • DSCR (Debt Service Coverage Ratio): Verhältnis Nettomietertrag zu Kapitaldienst. Banken wollen mindestens 1,2 — bei diesem Objekt: 82.000 € / 88.300 € (Zins + Tilgung) = 0,93. Das ist zu wenig, höhere Tilgungssätze sind nur mit Eigenkapital-Aufstockung darstellbar.
  • Zinsbindung: Standard 10 Jahre, bei MFH zunehmend 15 oder 20 Jahre für Cashflow-Sicherheit (siehe Immobilienfinanzierung).

Konkrete Finanzierungsstruktur

Position Wert Anmerkung
Kaufpreis 2.680.000 €
Kaufnebenkosten (~8 %) 214.400 € aus EK
Fremdkapital (60 % vom KP) 1.608.000 € typischer LTV
Eigenkapital gesamt 1.286.400 € ~ 44 % vom Gesamtinvest
Annuität bei 4,0 % Zins / 1,5 % Tilgung ~ 88.440 € p. a. ~ 7.370 €/Monat
Restschuld nach 10 Jahren ~ 1.314.000 € ~ 294.000 € getilgt

Wer mit weniger als ~1,1 Mio. € Eigenkapital plant, sollte gar nicht erst Termine in Friedrichshain-Größenklasse vereinbaren — die Bank lehnt ab oder verlangt eine Nachrangfinanzierung mit deutlich höheren Zinsen.

Die echten Risiken: Milieuschutz, Vorkaufsrecht, Mietregulierung

In Friedrichshain entscheidet nicht das Exposé über die Rendite, sondern das Bezirksamt