11 Tipps – das sollten Sie bei einem Besichtigungstermin unbedingt beachten

Besichtigungstermin – Seit langem sind Sie auf der Suche nach einer neuen Immobilie. Berlin, Hamburg, Köln oder München, ein Haus für die Familie, weil die Wohnung einfach zu klein für alle ist, eine neue Wohnung, weil Sie mit dem Partner zusammenziehen wollen oder einfach ein Umzug in eine neue Stadt. Bei der Wohnungssuche kommen Sie immer irgendwann an den einen Punkt – der Besichtigungstermin. Für viele ein aufregender Termin, weil man die Immobilie, die man bis dahin nur auf Bildern gesehen hat nun in echt sehen kann, für die anderen aber auch ein stressiger Termin, wo man auf andere Mitinteressenten trifft, den Vermieter oder den Makler. Müssen Sie Unterlagen mitbringen? Wie verhalten Sie sich am besten? Und wie machen Sie den perfekten ersten Eindruck um die Traumimmobilie auch wirklich zu bekommen?

Fehler vermeiden: Das müssen Sie beachten

Die richtige Immobilie zu finden, erweist sich oft schwerer als gedacht. Besonders in großen Städten herrscht ein regelrechter Kampf um die tollsten Immobilien in Innenstadt Lage.

Um keine Fehler zu machen, die einem rückblickend zum Verhängnis geworden sind, gibt es einiges zu beachten. Vom wichtigen ersten Eindruck beim Besichtigungstermin, bis hin zur guten Organisation aller Unterlagen. Damit Sie nichts vergessen, und bald in Ihre Traumimmobilie einziehen können finden sie hier die 11 wichtigsten Tipps.

Der erste Eindruck muss stimmen

Egal, ob Sie einen einzelnen Besichtigungstermin mit dem Vermieter oder Makler haben, oder ob Sie sich mit weiteren Bewerben die Wohnung ansehen, der erste Eindruck muss stimmen! Dazu gehört aber mehr als ein breites Lächeln und ein fester Handschlag.

Ihr Äußeres sollte gepflegt und professionell wirken. Keine Jogginghose, kein T-Shirt mit Essensresten. Sie müssen auch nicht im Anzug erscheinen, aber ein gut gepflegtes Äußeres, lässt Sie direkt sympathisch wirken und bringt sie eine Runde weiter in die engere Auswahl.

Zudem sollten sie immer freundlich auftreten, aber auch bestimmt. Unsicherheit kann schnell falsch gedeutet werden. Seien Sie sich deswegen vorher im klaren, was Sie wollen und treten Sie selbstsicher aber natürlich auf. Das wohl wichtigste an einem Besichtigungstermin ist aber, dass Sie um jeden Preis pünktlich bei dem Termin erscheinen. Das zeigt, dass Sie zuverlässig und gut organisiert sind. Ein großer Pluspunkt, den Sie direkt am Anfang sammeln können.

Gehen Sie gut organisiert vor

Eine gute Organisation ist, wie so oft im Leben, das A und O eines Besichtigungstermins. Sie sollten gut vorbereitet sein und vor allem alle Unterlagen beisammen haben. Dies ist ein einmaliger organisatorischer Aufwand, denn sobald Sie einmal alles zusammen gesammelt haben, können Sie die Unterlagen für jeden Besichtigungstermin wieder verwenden.

Unterlagen: Checkliste

Zu diesen Unterlagen, gehört einiges dazu, zum Beispiel:

  1. Personalausweis
  2. Selbstauskunft
  3. Einkommensnachweise
  4. Arbeitsvertrag
  5. Schufa-Eigenauskunft
  6. Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vorvermieters
  7. eventuell Referenzen des Vorvermieters
  8. eventuell Mietbürgschaft (bei zu geringem Einkommen)
  9. eventuell Lebenslauf (wird in wenigen Fällen gefordert)

Selbstauskunft, Schufa und Sympathie Punkte

Die Selbstauskunft direkt beim Besichtigungstermin abzugeben, verschafft einen guten Eindruck und ein Vertrauensverhältnis zum Vermieter. Sie wird meistens erst später angefordert, dem vorweg zu greifen schadet aber nicht, sondern zeigt ihr Engagement.

Auch die Schufa-Eigenauskunft wird nicht gefordert, zeigt aber Offenheit ihrerseits und erspart dem Vermieter Arbeit. Im allgemeinen werden die zum Besichtigungstermin angeforderten Unterlagen vorher mitgeteilt. Sollte dies nicht der Fall sein und Sie tauchen dennoch mit einer vollständigen Mappe voller Unterlagen auf, verschafft Ihnen das womöglich einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern und Sympathie Punkte.

Massenbesichtigung: Extra Tipps

In diesem sehr guten Video bekommst du extra Tipps, worauf es bei einer Massenbesichtigung für eine Wohnung ankommt:

Wissen Sie, wonach Sie suchen

Normalerweise gehen Sie eine Wohnungssuche direkt gezielt an, suchen nach einer bestimmten Anzahl von Zimmern oder eine Quadratmeteranzahl. Sie sollten sich vor dem Besichtigungstermin aber nochmals genau überlegen, was sie eigentlich wollen und vor allem wirklich brauchen.

Sie sollten sich im klaren darüber sein, wie viele Zimmer Sie brauchen, wie groß die einzelnen Zimmer ungefähr sein sollten, in welcher Etage die Wohnung sein sollte, was Sie von der Küche und dem Bad erwarten, ob Sie einen Balkon oder einen Garten wollen, ob die Wohnung für Haustiere geeignet sein muss und wie viel Sie für Renovierungsarbeiten einplanen können. Natürlich sollte Ihnen auch das Budget klar sein und wie viel die Nebenkosten im Monat betragen können.

Sie sollten sich während des Termins immer wieder an Ihre Bedürfnisse erinnern, denn schnell verlieren Sie sich in Träumen bei einer tollen, großen Wohnung, die Sie aber eigentlich gar nicht brauchen und sich so auch nicht leisten können. Versuchen Sie praktisch und rational zu denken und sich nicht von ihrer Suche abbringen zu lassen.

Stellen Sie die richtigen Fragen 

Scheuen Sie sich nicht bei einem Besichtigungstermin Fragen zu stellen. Wer die richtigen Fragen stellt und somit ernsthaftes Interesse am Objekt zeigt, bleibt dem Vermieter oder Makler als potenzieller Mieter besser im Gedächtnis.

Interesse ist völlig normal bei der Suche nach der Traumimmobilie und dieses sollte man ruhig zeigen. Es ist wichtig, die richtigen Fragen zu stellen, die sich auch auf die Immobilie beziehen und somit besser einschätzen zu können, ob das Objekt zu seinen Vorstellungen passt.

Fragen bei der Besichtigung: Checkliste

Einige Fragen, die sich bei jeder Besichtigung gut machen, sind zum Beispiel:

  • Wie ist die Ausstattung / Zustand der Wohnung? ( Einbauküchen, Renovierungen, etc. … )
  • Was gehört alles zum Mietobjekt? ( Keller, Garten, Stellplatz, … )
  • Sind Haustiere erlaubt, wenn ja welche?
  • Wer wohnt in der Nachbarschaft und wie sind die Verhältnisse dort?
  • Wie hoch sind die Nebenkosten und sind diese bereits in der Warmmiete enthalten?
  • Gibt es Einkaufsmöglichkeiten / Verkehrsanbindungen in der Nähe?
  • Welche Pflichten habe ich als Mieter? ( Treppenhaus reinigen, Schneeschippen, Mülltonnen raus bringen, … )

All diese Fragen, zeigen ernsthaftes Interesse am Objekt ihrerseits und helfen ihnen auch dabei ein zu schätzen, ob die Immobilie auch wirklich die richtige für Sie ist.

Treten Sie die Wohnungsbesichtigungen nie alleine an

Ob bei einem Einzeltermin oder einem Sammeltermin, Sie sollten nie alleine zu einer Wohnungsbesichtigung gehen, auch wenn Sie ein Objekt nur für sich alleine suchen. Dies hat unterschiedliche Gründe. Zum einen haben Sie eine zweite Meinung, von einem Freund oder einem Familienmitglied, der ihnen nochmals aus einer anderen Perspektive und als außenstehender mitteilen kann, ob die Wohnung wirklich das Richtige ist. Zudem sehen vier Augen immer mehr als zwei und Mängel oder Fehler, die Sie selbst gar nicht entdeckt hätten, fallen ihrer Begleitung auf.

Falls Sie eine Immobilie nicht nur für sich alleine suchen, liegt es nahe die mit einziehenden Personen mit zur Besichtigung zu bringen, damit auch der Vermieter oder Makler alle kennen lernt, die die Immobilie beziehen würden und damit sie sich ebenfalls mit den Mitmietern besprechen können, ob das Objekt das Richtige ist.

Prüfen Sie den Zustand der Immobilie

Sich für eine neue Immobilie zu entscheiden, ist eine große Entscheidung, die Sie nicht voreilig treffen sollten. Auch wenn die Wohnung Ihnen beim Besichtigungstermin vollständig zusagt, sollten Sie dennoch eine Nacht darüber schlafen, um sich in Ruhe alle Gedanken dazu machen zu können.

Es hilft, wenn Sie beim Besichtigungstermin Bilder der Wohnung machen, als kleine Gedächtnisstütze und um sich die Wohnung nochmals aus Ihrer Perspektive ansehen zu können, aber auch um sie Freunden oder Verwandten zu zeigen und sich weitere Meinungen einholen zu können. Bei der Gelegenheit schauen Sie sich die Wohnung ganz genau an und suchen Sie nach Kleinigkeiten, die beschädigt oder defekt sein könnten.

Mängel: Checkliste

  • Gibt es eine zeitgemäße Verkabelung und genug Steckdosen?
  • Wie ist der Zustand der Fenster und Türen? Lassen sie sich problemlos öffnen und schließen? Wie sehen die Dichtungen aus?
  • Wo ist der Waschmaschienenanschluss?
  • Gibt es Schimmelflecken oder nasse Stellen?
  • Zieht es irgendwo in der Wohnung?
  • Sind die Außenwände gut gedämmt?
  • Welche Art von Heizung wird genutzt?
  • Ist die Wohnung hellhörig?
  • Wo liegt der Fernsehanschluss und welcher ist vorhanden?

Schauen Sie sich die Umgebung genau an

Die Umgebung und die Lage der Wohnung ist ebenfalls ein entscheidendes Kriterium. Zunächst sollten Sie überprüfen, ob es genug Einkaufsmöglichkeiten in Fußnähe gibt, wie die Verkehrsanbindungen sind und ob beispielsweise Schulen vorhanden sind. Dies lässt sich einfach herausfinden, indem Sie einen kleinen Spaziergang durch die Nachbarschaft nach dem Besichtigungstermin machen und sich die Umgebung genauer ansehen. Zudem sollten Sie überprüfen, ob die Umgebung Sie am idyllischen Wohnen stören könnte.

  • Ist die Wohnung an einer viel befahrenen Straße und könnten die Geräusche sie stören?
  • Liegt zum Beispiel das Schlafzimmer zur Straße heraus?

Auch hellhörige Wände und laute Nachbarn könnten zum Problem werden. Falls Sie die Immobilie ernsthaft in Betracht ziehen, überlegen Sie, ob Sie in der Umgebung wirklich alles zum Leben haben.

Nehmen Sie nur Besichtigungstermine bei Tageslicht wahr

Ein Besichtigungstermin sollte immer bei Tageslicht durchgeführt werden. Sie können so nicht nur die Wohnung besser sehen und beurteilen, sondern auch Makel erkennen Sie bei Tageslicht deutlich besser als am Abend. Zudem ist es wichtig beurteilen zu können, wie viel Tageslicht in die Räume gelangt, von wo die Sonne kommt und wann sie in welches Zimmer scheint.

Es sollten genug Fenster vorhanden sein um Tagsüber eine Beleuchtung mit Tageslicht zu gewährleisten. Besichtigungstermine, die am Abend vergeben werden sind oft wenig professionell, da gute Makler wissen, dass man eine Wohnung bei Tageslicht sehen sollte. Versuchen Sie also solche Besichtigungstermine zu vermeiden.

Überzeugen Sie den Vermieter / Makler von sich

 Wenn die Wohnung das Richtige für Sie ist, gilt es jetzt nur noch den Vermieter von sich zu überzeugen. Dies schaffen Sie nicht nur durch den perfekten ersten Eindruck, einer guten Organisation und den richtigen Fragen, sondern auch durch Kleinigkeiten, die dem Vermieter in die Karten spielen.

Das kann zum einen sein, dass der gewünschte Einzugstermin genau zu ihren Vorstellungen passt, dass sie eventuell handwerkliche Fähigkeiten haben, mit denen Sie bei der Renovierung helfen und vielleicht sogar eine Monatsmiete sparen können oder auch kleinen Ideen mit denen Sie dem Vermieter entgegenkommen.

Seien Sie positiv eingestellt

Seien Sie positiv und versetzten Sie sich immer in die Lage des Vermieters und fragen Sie sich ‚ Was würde ich anstelle des Vermieters von meinem zukünftigen Mieter erwarten?‘. Erfüllen Sie diese Erwartungen und die Wohnung gehört so gut wie Ihnen!

Seien Sie immer auf Fragen vorbereitet

Bei einem Besichtigungstermin stellen nicht nur Sie die Fragen, denn wenn der Vermieter wirklich an Ihnen interessiert ist, wartet auch auf Sie ein kleines Verhör, auf das Sie vorbereitet sein sollten. Stellen Sie sich also vor allem auf Fragen bezüglich Ihrer finanziellen Lage und Ihrer beruflichen Tätigkeit ein.

Der Vermieter möchte natürlich sicher gehen, dass Sie die Miete pünktlich zahlen können!

Sollten Sie daher solche Fragen erreichen, schweifen Sie nicht groß aus und erklären Sie präzise und auf den Punkt gebracht, was Sie beruflich machen oder wie Ihre finanzielle Lage heute und auch in der Zukunft aussehen könnte. Auch auf persönliche Fragen, wie der Kinderwunsch oder ähnliches sollten Sie vorbereitet sein.

Antworten Sie in jedem Falle ehrlich aber schweifen Sie auch hier nicht zu weit aus. Ihr Vermieter möchte Sie einschätzen können und nicht Ihre gesamte Lebensgeschichte erfahren. Seien Sie also bedacht und überlegen Sie sich im vorher schon gute und präzise Antwortmöglichkeiten.

Die richtige Verabschiedung

Auch die Verabschiedung bei einem Besichtigungstermin sollte gut durchdacht sein. Wenn Sie ernstes Interesse an der Wohnung haben, sollten Sie dies bei der Verabschiedung deutlich betonen.

Sollten Sie bereits bei der Besichtigung merken, dass die Wohnung einfach nicht passt, sollten Sie auch so fair sein und dies dem Makler oder Vermieter mitteilen, damit Sie niemandem sonst eine Chance verbauen.

Klären Sie zudem eindeutig, ob und wann sich der Vermieter oder Makler bei Ihnen melden wird. Sollten Sie dennoch eine Absage erhalten, seien Sie nicht beleidigt sondern fragen Sie höflich beim Vermieter oder Makler nach, ob sie eine ähnliche Wohnung im Angebot haben, die frei ist oder bald wird. So halten Sie den Kontakt positiv und finden vielleicht auf diesem Wege ihre Traumimmobilie.