Einkaufszentrum verkaufen: Gewerbe Immobilie, Grundstück und Ablauf - Ratgeber

Tipps & Tricks für die Suche nach einer Immobilie

Für die Suche nach einem Haus, einer Wohnung oder einem Mehrfamilienhaus stehen Käufern heute mehr Kanäle offen denn je: Immobilienportale, Makler-Datenbanken, Off-Market-Netzwerke, eigene Inserate, Sozialnetzwerke und persönliche Empfehlungen. Wer professionell sucht, kombiniert mehrere dieser Kanäle und arbeitet mit klaren Kriterien, einer geprüften Finanzierung und einer realistischen Einschätzung der Kaufnebenkosten berechnen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Strategie zu welchem Käufertyp passt, wie Sie Off-Market-Objekte finden, worauf Sie im Maklervertrag achten müssen und wie Sie typische Anfängerfehler vermeiden. Wer sich gerade zum ersten Mal auf den Weg macht, findet zusätzlich praktische Tipps unter erste Immobilie kaufen.

Vor der Suche: Diese Vorbereitung trennt Profis von Anfängern

Bevor Sie das erste Exposé öffnen, sollten drei Dinge geklärt sein: Budget, Finanzierungsbestätigung und Suchprofil. Ohne diese drei Bausteine verlieren Sie Zeit, scheitern an Bieterverfahren oder bekommen bei Off-Market-Objekten gar nicht erst den Zuschlag.

Budget und Eigenkapital realistisch ermitteln

Faustregel: 20–30 % Eigenkapital plus die kompletten Nebenkosten sollten vorhanden sein. Wer nur den Kaufpreis finanzieren kann, scheitert oft an den Erwerbsnebenkosten. Eine genaue Kalkulation gelingt mit dem Eigenkapitalbedarf berechnen.

Finanzierungsbestätigung der Bank einholen

In Bieterverfahren und beim Off-Market-Kauf ist eine schriftliche Finanzierungsbestätigung Pflicht. Verkäufer und Makler bevorzugen Käufer, die zahlungsfähig sind — eine reine Selbstauskunft reicht nicht. Aktuelle Konditionen finden Sie unter Bauzinsen aktuell und Strategien unter Immobilienfinanzierung.

Suchprofil schriftlich definieren

Lage, Wohnfläche, Zimmer, Baujahr, Zustand, Energieklasse, maximaler Kaufpreis, Eigennutzung oder Immobilie als Kapitalanlage. Je präziser Ihr Profil, desto schneller findet Sie der Markt — oder umgekehrt.

Nebenkosten beim Immobilienkauf: Mit diesen Aufschlägen müssen Sie rechnen

Die viel zitierten „10 bis 15 Prozent Nebenkosten“ sind kein Schätzwert, sondern ergeben sich aus konkreten Posten. Wer ein Objekt für 600.000 € kauft, zahlt schnell 60.000–90.000 € obendrauf — ohne Renovierung.

Posten Höhe (typisch) Beispiel bei 600.000 € Kaufpreis
Grunderwerbsteuer (je Bundesland) 3,5 % – 6,5 % 21.000 € – 39.000 €
Notar ca. 1,5 % 9.000 €
Grundbucheintrag ca. 0,5 % 3.000 €
Maklerprovision Käuferanteil 0 – 3,57 % 0 € – 21.420 €
Gutachter (optional) 500 – 2.500 € 1.500 €
Summe 9 – 15 % 34.500 € – 73.920 €

Detaillierte Aufschlüsselung pro Bundesland: Grunderwerbsteuer, Notarkosten berechnen und Nebenkosten Immobilienkauf. Beachten Sie auch das Bestellerprinzip: Beim Kauf einer Wohnimmobilie darf die Maklerprovision höchstens hälftig auf den Käufer umgelegt werden.

Selbst suchen oder Immobilienmakler beauftragen?

Die ehrliche Antwort: Beides hat Vor- und Nachteile, und wer das Maximum herausholen will, kombiniert beide Wege. Entscheidend sind Ihre Zeit, Ihr Marktwissen und das Segment, in dem Sie suchen.

Vergleich der Suchstrategien

Kriterium Selbstsuche Maklerauftrag (Suchauftrag) Off-Market-Netzwerk
Zeitaufwand Käufer Hoch (täglich) Niedrig Niedrig
Marktabdeckung ~70 % (Portale) ~85 % 30 % zusätzlich (nicht öffentlich)
Kosten Nur Käuferprovision falls Verkäufermakler Suchhonorar oder Provision Provision
Verhandlungsstärke Mittel Hoch (Profi) Sehr hoch
Geeignet für Standard-ETW, Käufermarkt Familien mit klaren Kriterien Premium, Mehrfamilienhaus, Villa

Wann Selbstsuche sinnvoll ist

Bei Standard-Eigentumswohnungen in B-Lagen, in einem Käufermarkt mit hohem Angebot, und wenn Sie täglich Zeit für Portal-Recherche, Besichtigungen und Verhandlungen haben. Eine gute Übersicht zum Ablauf: Wohnung kaufen und Haus kaufen.

Wann Makler-Suchauftrag überlegen ist

Bei knappen Angeboten, hochwertigen Objekten, Mehrfamilienhaus kaufen-Vorhaben oder wenn Sie berufsbedingt keine Zeit haben. Ein Profi-Makler bewertet Objekte sofort über das Ertragswertverfahren oder den Kaufpreisfaktor berechnen und erkennt überteuerte Objekte sekundenschnell.

Off-Market-Immobilien: Der unsichtbare Markt für Insider

In Premium-Lagen werden bis zu 30 % der Immobilien nie öffentlich angeboten. Eigentümer wollen Diskretion, vermeiden Besichtigungstourismus oder verkaufen aus persönlichen Gründen still. Diese Objekte erreichen nur Käufer mit Zugang zu spezialisierten Netzwerken.

So bekommen Sie Zugang zu Off-Market-Objekten

  • Spezialisierter Makler mit Eigentümer-Netzwerk — der wichtigste Kanal
  • Family Offices und Vermögensverwalter — vermitteln Privatverkäufe untereinander
  • Anwälte und Steuerberater — wissen früh von Erbfällen und Trennungen
  • Persönliche Direktansprache — gezielte Briefe an Eigentümer in Wunschlagen
  • Bauträger und Projektentwickler — Vorab-Reservierung vor öffentlichem Verkauf

Off-Market spielt vor allem bei Villa-Verkäufen, hochwertigen Mehrfamilienhäusern und Denkmalobjekten eine Rolle — siehe auch Denkmalimmobilie kaufen.

Immobiliensuche mit Maklervertrag — diese Klauseln sind verhandelbar

Wenn Sie einen Makler mit der Suche beauftragen, kommt es zum Maklervertrag. Schriftform ist zwar nicht zwingend, aber Standard. Mündliche Provisionsvereinbarungen sind ein Einfallstor für Streitigkeiten. Eine Vorlage und Erklärung der Klauseln finden Sie unter Maklervertrag.

Pflichtbestandteile eines fairen Suchauftrags

  • Genaue Suchkriterien: Lage, Größe, Zimmer, Budget, Ausstattung
  • Laufzeit mit Datum: üblich 6–8 Monate, bei Sonderobjekten bis 12 Monate
  • Provisionshöhe + Bemessungsgrundlage: meist 3,57 % brutto auf Kaufpreis
  • Fälligkeit der Provision: erst mit notariellem Kaufvertrag
  • Kein Alleinauftrag für Käufer-Suchaufträge
  • Tätigkeitsumfang: Anzahl Exposés, Besichtigungsbegleitung, Verhandlungsführung
  • Kündigungsmöglichkeit aus wichtigem Grund

Diese Klauseln sollten Sie streichen lassen

  • Alleinauftrag mit Erfolgshonorar bei Eigenfindung
  • Provisionspflicht auch bei nicht beauftragten Objektvorschlägen
  • Automatische Vertragsverlängerung
  • Hinweisprovision für rein nominell vermittelte Adressen

Inserate, Bieterverfahren und private Off-Market-Suche

Eigenes Suchinserat — selten erfolgreich, aber kostenlos

Ein Inserat („Suche Einfamilienhaus in XY“) kann sinnvoll sein, wenn es zielgerichtet platziert wird (lokale Tageszeitung, Stadtteil-Aushänge, gezielte Wurfsendungen in Wunschstraßen). In Großstadt-Portalen verschwindet ein Gesuch dagegen meist im Rauschen.

Bieterverfahren — die unbekannte Falle

Bei begehrten Objekten setzen Verkäufer zunehmend auf Bieterverfahren statt Festpreis. Wer hier mitbietet, sollte:

  • Vor dem Bieten Finanzierung schriftlich bestätigt haben
  • Den Marktwert über einen Verkehrswert ermitteln kennen
  • Ein hartes Maximalgebot festlegen (nicht im Affekt überbieten)
  • Zusatzbedingungen wie schnellen Notartermin als Pluspunkt nutzen

Privatkauf vom Eigentümer — Chancen und Risiken

Der Privatkauf spart die Maklerprovision, ist aber anspruchsvoll. Vorteile: keine Käuferprovision, direkter Draht. Nachteile: schwierige Suche (höchstens 15 % der Objekte sind privat angeboten), unprofessionelle Exposés, oft falsche Preisvorstellung, hohe Eigenleistung bei Vertragsprüfung. Mehr zur Maklerprovision berechnen.

Die ultimative Checkliste für die Immobiliensuche

Eine echte Checkliste — nicht als Fließtext, sondern zum Abhaken. Drucken Sie diese aus und nehmen Sie sie zu jeder Besichtigung mit.

Vor der Suche

  • ☐ Gesamtbudget inkl. Nebenkosten festgelegt
  • ☐ Eigenkapital + Reserve (mindestens 3 Monatsraten) vorhanden
  • ☐ Schriftliche Finanzierungsbestätigung der Bank
  • ☐ Suchprofil schriftlich fixiert (alle Beteiligten einig)
  • ☐ Zweck definiert: Eigennutzung vs Kapitalanlage

Bei der Objektprüfung

  • ☐ Lage-Analyse: Infrastruktur, Mikrolage, Lärm, Entwicklung
  • ☐ Baujahr, Sanierungsstand, Renovierungsstau
  • Energieausweis Pflicht einsehen
  • ☐ Heizung, Dach, Fenster, Elektrik, Leitungen geprüft
  • ☐ Feuchtigkeit in Keller und Dachgeschoss
  • ☐ Bei ETW: Hausgeld berechnen und Instandhaltungsrücklage erfragen
  • ☐ Letzte Eigentümerversammlungs-Protokolle einsehen
  • ☐ Grundbuch geprüft (Lasten, Wegerechte, Wohnrechte) — siehe Grundbucheintrag
  • ☐ Bei vermieteter Immobilie: Mietvertrag und Kaltmiete geprüft

Wirtschaftlichkeits-Check (Kapitalanlage)