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	<title>Finanzamt | Lukinski</title>
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		<title>Höhe der Grundsteuer für Haus und Wohnung: Erklärung, Berechnung + Beispiel</title>
		<link>https://lukinski.de/hoehe-grundsteuer-haus-wohnung-erklaerung-berechnung-beispiel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Nov 2021 04:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Immobilie]]></category>
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					<description><![CDATA[Höhe der Grundsteuer für Haus und Wohnung – auch nach Ihrem Immobilienkauf fallen regelmäßig Steuern an. Eine der wichtigsten ist die Grundsteuer, die viermal im Jahr erhoben wird. Die Höhe unterscheidet sich je nach Haustyp und Wohnungstyp, Bundesland, Gemeinde und Immobilienwert. Seit der Grundsteuerreform gelten neue Berechnungsregeln – mit teils erheblichen Auswirkungen auf Eigentümer und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Höhe der Grundsteuer für Haus und Wohnung – auch nach Ihrem <a href="https://lukinski.de/erste-immobilie-kaufen-haus-wohnung-kapitalanlage-eigennutzer/">Immobilienkauf</a> fallen regelmäßig <a href="https://lukinski.de/immobilie-steuern-haus-wohnung-steuer-liste-tipps-und-tricks/">Steuern</a> an. Eine der wichtigsten ist die Grundsteuer, die viermal im Jahr erhoben wird. Die Höhe unterscheidet sich je nach <a href="https://lukinski.de/haustypen-welche-hausarten-gibt-es-immobilien-ratgeber/">Haustyp</a> und <a href="https://lukinski.de/wohnungstypen-welche-wohnungsarten-gibt-es-immobilien-ratgeber/">Wohnungstyp</a>, Bundesland, Gemeinde und <a href="https://lukinski.de/immobilienwert-berechnen-kostenlos-kauf-kapitalanlage-verkauf-vermietung/">Immobilienwert</a>. Seit der Grundsteuerreform gelten neue Berechnungsregeln – mit teils erheblichen Auswirkungen auf Eigentümer und Investoren. Erfahren Sie hier, welche Faktoren die Grundsteuer beeinflussen, wie Sie sie korrekt berechnen und wo die größten Stolperfallen lauern.</p>
<h2>Grundsteuer: Definition &amp; Erklärung</h2>
<p>Die Grundsteuer ist eine kommunale Substanzsteuer auf Grundbesitz und nicht zu verwechseln mit der <a href="https://lukinski.de/grunderwerbsteuer-kosten-tabelle-bundeslaender-5-mio-euro/">Grunderwerbsteuer</a>. Während die Grunderwerbsteuer einmalig beim Kauf fällig wird, wird die Grundsteuer dauerhaft – viermal jährlich (15. Februar, 15. Mai, 15. August, 15. November) – erhoben.</p>
<h3>Die drei Arten der Grundsteuer</h3>
<ul>
<li><strong>Grundsteuer A</strong> – land- und forstwirtschaftliche Betriebe</li>
<li><strong>Grundsteuer B</strong> – sonstige bebaute und bebaubare Grundstücke (klassisches Wohneigentum, <a href="https://lukinski.de/investment-immobilie-rendite-immobilie-vorteile-nachteile-anlageformen-vergleich/">Rendite- und Investment-Immobilien</a>)</li>
<li><strong>Grundsteuer C</strong> – neu seit der Reform: erhöhter Hebesatz auf <em>baureife, unbebaute</em> Grundstücke. Soll Spekulation mit Bauland eindämmen. Für Bauträger und Projektentwickler eine wichtige neue Position in der Kalkulation.</li>
</ul>
<h2>Grundsteuerreform: Was hat sich geändert?</h2>
<p>Das Bundesverfassungsgericht erklärte die alten Einheitswerte (von 1964 in West, 1935 in Ost) für verfassungswidrig. Seitdem gilt ein neues Bewertungsverfahren – mit erheblichen Konsequenzen für Eigentümer.</p>
<h3>Die wichtigsten Änderungen im Überblick</h3>
<ul>
<li><strong>Neuer Grundsteuerwert</strong> ersetzt den Einheitswert</li>
<li><strong>Bundesmodell</strong> (11 Bundesländer): Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz</li>
<li><strong>Eigene Ländermodelle</strong>: Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen</li>
<li><strong>Neue Steuermesszahl</strong>: 0,31 ‰ für Wohngrundstücke (vorher 3,5 ‰) – Hebesätze wurden zum Ausgleich angepasst</li>
<li><strong>Aufkommensneutralität</strong> nur als politische Zielgröße – im Einzelfall kann es deutliche Verschiebungen geben</li>
<li><strong>Grundsteuer C</strong> erstmals möglich</li>
</ul>
<h3>Bundesländer-Modelle im Vergleich</h3>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Modell</th>
<th>Bundesländer</th>
<th>Bewertungsbasis</th>
<th>Logik</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Bundesmodell</td>
<td>NRW, Berlin, Brandenburg, Bremen, MV, RLP, Saarland, Sachsen, SA, S-H, Thüringen</td>
<td>Wert (Bodenrichtwert + Mietniveau)</td>
<td>Wertabhängig – teurer in guten Lagen</td>
</tr>
<tr>
<td>Flächenmodell</td>
<td>Bayern</td>
<td>Reine Fläche (Grundstück + Gebäude)</td>
<td>Lageunabhängig – Vorteil für Top-Lagen</td>
</tr>
<tr>
<td>Modifiziertes Bodenwertmodell</td>
<td>Baden-Württemberg</td>
<td>Bodenrichtwert × Grundstücksfläche</td>
<td>Gebäude irrelevant – Mehrfamilienhäuser begünstigt</td>
</tr>
<tr>
<td>Wohnlagemodell</td>
<td>Hamburg</td>
<td>Fläche + Lagezuschlag</td>
<td>Mischmodell mit Lagebonus</td>
</tr>
<tr>
<td>Flächen-Faktor-Modell</td>
<td>Hessen</td>
<td>Fläche × Lagefaktor</td>
<td>Lage moderat berücksichtigt</td>
</tr>
<tr>
<td>Flächen-Lage-Modell</td>
<td>Niedersachsen</td>
<td>Fläche × Lagefaktor</td>
<td>Wie Hessen, eigene Faktoren</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Insider-Hinweis:</strong> Investoren mit Top-Lagen-Immobilien (München, Stuttgart) profitieren vom bayerischen bzw. baden-württembergischen Modell. Im Bundesmodell zahlen exakt diese Lagen am meisten.</p>
<h2>Grundsteuer berechnen: Formel &amp; Schritt-für-Schritt</h2>
<p>Die Berechnung erfolgt im Bundesmodell in drei Schritten:</p>
<p><strong>1. Schritt:</strong> Grundsteuerwert × Steuermesszahl = <em>Steuermessbetrag</em><br />
<strong>2. Schritt:</strong> Steuermessbetrag × Hebesatz der Gemeinde = <em>jährliche Grundsteuer</em><br />
<strong>3. Schritt:</strong> Jahresbetrag ÷ 4 = <em>Quartalsbetrag</em></p>
<h3>Beispielrechnung: Einfamilienhaus in Köln</h3>
<ul>
<li>Grundsteuerwert: 380.000 €</li>
<li>Steuermesszahl Wohnen: 0,31 ‰</li>
<li>Steuermessbetrag: 117,80 €</li>
<li>Hebesatz Köln Grundsteuer B: 515 %</li>
<li><strong>Jährliche Grundsteuer: 606,67 €</strong></li>
<li>Quartal: 151,67 € | Monat: ca. 50,56 €</li>
</ul>
<h3>Beispielrechnung: Eigentumswohnung in München (Flächenmodell Bayern)</h3>
<ul>
<li>Wohnfläche: 90 m² × 0,50 €/m² = 45 €</li>
<li>Anteil Grundstücksfläche: 60 m² × 0,04 €/m² = 2,40 €</li>
<li>Äquivalenzbetrag gesamt: 47,40 €</li>
<li>Steuermesszahl Wohnen: 70 % → Messbetrag 33,18 €</li>
<li>Hebesatz München: 824 % (nach Reform-Anpassung)</li>
<li><strong>Jährliche Grundsteuer: ca. 273 €</strong></li>
</ul>
<p>Der direkte Vergleich zeigt: Identische Wohnung kann je nach Modell und Gemeinde stark variieren.</p>
<h2>Hebesätze: Unterschiede zwischen Städten</h2>
<p>Den Hebesatz legt jede Gemeinde individuell fest – politisch, abhängig von Haushaltslage und Reform-Anpassung. Die Bandbreite ist enorm.</p>
<h3>Großstädte im Vergleich (nach Reform)</h3>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Stadt</th>
<th>Hebesatz Grundsteuer B</th>
<th>Modell</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>München</td>
<td>824 %</td>
<td>Flächenmodell (Bayern)</td>
</tr>
<tr>
<td>Hamburg</td>
<td>975 %</td>
<td>Wohnlagemodell</td>
</tr>
<tr>
<td>Berlin</td>
<td>470 %</td>
<td>Bundesmodell</td>
</tr>
<tr>
<td>Köln</td>
<td>515 %</td>
<td>Bundesmodell</td>
</tr>
<tr>
<td>Frankfurt</td>
<td>880 %</td>
<td>Flächen-Faktor (Hessen)</td>
</tr>
<tr>
<td>Stuttgart</td>
<td>520 %</td>
<td>Bodenwertmodell (BW)</td>
</tr>
<tr>
<td>Düsseldorf</td>
<td>440 %</td>
<td>Bundesmodell</td>
</tr>
<tr>
<td>Leipzig</td>
<td>650 %</td>
<td>Bundesmodell</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h3>Extreme: Steuerparadiese und Hochsteuer-Gemeinden</h3>
<ul>
<li><strong>Höchste Hebesätze</strong> Deutschlands: einzelne hessische und NRW-Gemeinden (Lorch, Bergneustadt) mit über 1.000 %</li>
<li><strong>Niedrigste Hebesätze</strong>: Kleinstgemeinden in Schleswig-Holstein und Bayern teilweise unter 280 %</li>
<li><strong>Faustregel für Investoren</strong>: Hebesätze in strukturschwachen Großstädten (z. B. Ruhrgebiet) sind oft deutlich höher als in Speckgürtel-Gemeinden</li>
</ul>
<h2>Wer zahlt die Grundsteuer – Vermieter oder Mieter?</h2>
<h3>Umlage auf Mieter</h3>
<p>Grundsteuer ist nach <strong>BetrKV § 2 Nr. 1</strong> eine umlagefähige Position der Betriebskosten. Vermieter können sie vollständig auf Mieter umlegen – Voraussetzungen:</p>
<ul>
<li>Umlage ist im Mietvertrag wirksam vereinbart</li>
<li>Aufnahme in die jährliche Betriebskostenabrechnung</li>
<li>Bei Mischnutzung (Wohn-/Gewerbe): getrennte Abrechnung</li>
</ul>
<h3>Eigennutzer und WEG</h3>
<p>Bei selbst genutzten Häusern und Eigentumswohnungen trägt der Eigentümer die Steuer direkt. In der WEG wird der Bescheid pro Sondereigentum (Wohnung) erstellt.</p>
<h2>Grundsteuer absetzen: Steuerliche Behandlung</h2>
<h3>Vermieter</h3>
<ul>
<li>Voll als <strong>Werbungskosten</strong> bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzbar</li>
<li>Auch wenn umgelegt: kein Nachteil – die Umlage gilt als Einnahme, die Grundsteuer als Werbungskosten (neutral)</li>
</ul>
<h3>Selbstnutzer</h3>
<ul>
<li>Grundsätzlich <strong>nicht absetzbar</strong></li>
<li>Ausnahme: häusliches Arbeitszimmer – anteilig nach Flächenanteil</li>
</ul>
<h3>Gewerbliche Nutzung</h3>
<ul>
<li>Voll als <strong>Betriebsausgabe</strong> abzugsfähig</li>
<li>Bei gemischt genutzten Objekten: anteilige Aufteilung</li>
</ul>
<h2>Grundsteuer-Bescheid prüfen: Checkliste</h2>
<p>Statistiken der Steuerberaterverbände zeigen: Ein erheblicher Teil der neuen Grundsteuerbescheide enthält Fehler. Was Sie prüfen sollten:</p>
<h3>Häufige Fehlerquellen</h3>
<ul>
<li><strong>Falsche Wohnfläche</strong> – Dachschrägen, Kellerräume falsch erfasst</li>
<li><strong>Falscher Bodenrichtwert</strong> – Stichtag oder Zone vertauscht</li>
<li><strong>Falsche Gebäudeart</strong> – z. B. Zweifamilienhaus als Mietwohngrundstück eingestuft</li>
<li><strong>Vergessene Wertminderungen</strong> – Erbbaurecht, Denkmalschutz, Baulasten</li>
<li><strong>Falsches Baujahr</strong> – wirkt sich auf Mietniveau-Modell aus</li>
</ul>
<h3>Einspruch einlegen – so geht&#8217;s</h3>
<ul>
<li>Frist: <strong>1 Monat</strong> nach Bekanntgabe des Bescheids</li>
<li>Schriftlich oder per ELSTER beim Finanzamt (nicht Gemeinde!)</li>
<li>Drei verschiedene Bescheide möglich: Grundsteuerwert, Steuermessbetrag, Grundsteuerbescheid – jeder einzeln anfechtbar</li>
<li>Bei komplexen Fällen: Steuerberater oder Fachanwalt einschalten</li>
</ul>
<h2>Grundsteuer für Investoren: Auswirkungen auf die Rendite</h2>
<h3>Bruttomietrendite vs. Nettomietrendite</h3>
<p>Bei Investment-Immobilien ist die Grundsteuer ein laufender Kostenfaktor, der die <em>Nettomietrendite</em> mindert – auch wenn er auf Mieter umgelegt wird, da er bei Leerstand voll am Eigentümer hängt.</p>
<h3>Beispielrechnung: Mehrfamilienhaus mit 8 Wohnungen</h3>
<ul>
<li>Kaufpreis: 2,4 Mio. €</li>
<li>Jahresmiete (Soll): 96.000 €</li>
<li>Grundsteuer p. a.: ca. 2.800 €</li>
<li>Bei 10 % Leerstand-Risiko: ca. 280 € jährlich nicht umlegbar</li>
<li>Effekt auf Nettomietrendite: marginale, aber dauerhafte Belastung – bei Hebesatz-Erhöhungen schnell deutlich spürbar</li>
</ul>
<h3>Strategische Hinweise</h3>
<ul>
<li>Hebesätze werden tendenziell <strong>steigen</strong> – kommunale Haushalte sind chronisch unterfinanziert</li>
<li>Vor Kauf immer: Grundsteuer-Bescheid des Verkäufers anfordern</li>
<li>In B- und C-Lagen: Hebesatz-Entwicklung der letzten zehn Jahre prüfen</li>
<li>Bei unbebauten Grundstücken: Risiko Grundsteuer C einplanen</li>
</ul>
<h2>Grundsteuer vs. Grunderwerbsteuer: Der Unterschied</h2>
<table>
<thead>
<tr>
<th></th>
<th>Grundsteuer</th>
<th>Grunderwerbsteuer</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Wann?</td>
<td>Laufend, 4× jährlich</td>
<td>Einmalig beim Kauf</td>
</tr>
<tr>
<td>Wer zahlt?</td>
<td>Eigentümer (ggf. umlagefähig)</td>
<td>Käufer</td>
</tr>
<tr>
<td>Höhe</td>
<td>Variabel (Hebesatz × Steuermessbetrag)</td>
<td>3,5–6,5 % des Kaufpreises</td>
</tr>
<tr>
<td>Basis</td>
<td>Grundsteuerwert</td>
<td>Kaufpreis laut Notarvertrag</td>
</tr>
<tr>
<td>Empfänger</td>
<td>Gemeinde</td>
<td>Bundesland</td>
</tr>
<tr>
<td>Absetzbar?</td>
<td>Ja (Vermieter/Gewerbe)</td>
<td>Bei Vermietung über AfA</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2>Wohnung kaufen: Alle Schritte im Überblick</h2>
<p>Sie möchten mehr zum Thema Wohnung und Haus kaufen erfahren? Vom Eigennutz über Vermietung, Finanzierung, Wohnungssuche, Maklerwahl bis hin zu Bewertung, Kaufpreisverhandlung und steuerlicher Optimierung – Wissen und Erfahrungen von Experten in einer Anleitung.</p>
<p style="padding-left: 40px">✓ Ein Ratgeber<br />
✓ Alle Fakten<br />
✓ Insider-Tipps<br />
✓ Kauf-Checklisten</p>
<ul>
<li><a href="/?p=11881">Wohnung kaufen – Schritt für Schritt</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aktiengesellschaft (AG) &#8211; Gründen, Haftung, Rechtsform, Geschäftsführung, Steuern</title>
		<link>https://lukinski.de/aktiengesellschaft-ag-gruenden-haftung-rechtsform-geschaeftsfuehrung-steuern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2021 07:21:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Aktiengesellschaft (AG) &#8211; Die Aktiengesellschaft ist eine deutsche Rechtsform, die von mindestens einer Person gegründet und von mehreren gesetzlich vorgeschriebenen Organen geführt wird. Anstelle eines klassischen Geschäftsführers leitet ein Vorstand das Unternehmen, kontrolliert wird er vom Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung der Aktionäre fungiert als oberstes Beschlussorgan. Mit einem Mindestgrundkapital von 50.000 Euro, strenger Formalitätenpflicht und der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aktiengesellschaft (AG) &#8211; Die Aktiengesellschaft ist eine deutsche Rechtsform, die von mindestens einer Person gegründet und von mehreren gesetzlich vorgeschriebenen Organen geführt wird. Anstelle eines klassischen Geschäftsführers leitet ein Vorstand das Unternehmen, kontrolliert wird er vom Aufsichtsrat. Die Hauptversammlung der Aktionäre fungiert als oberstes Beschlussorgan. Mit einem Mindestgrundkapital von 50.000 Euro, strenger Formalitätenpflicht und der Möglichkeit zum Börsengang ist die AG die &#8222;Königsklasse&#8220; der Kapitalgesellschaften — und im Immobilienbereich als REIT-AG sogar steuerlich privilegiert. Hier erfährst du alles zu Gründung, Haftung, Kosten, Steuern und der Sonderform Immobilien-AG. Außerdem findest du hier alle deutschen Unternehmenstypen und <a href="https://lukinski.de/rechtsformen-firma-unternehmen-immobilien-gbr-kg-gmbh-ag-co-vergleich-vorteile-steuern/" data-type="post" data-id="36570">Rechtsformen</a>, sowie Tipps zum <a href="https://lukinski.de/firma-gruenden-immobilien-ablauf-kosten-voraussetzungen-rechtsformen-schritte-checkliste/" data-type="post" data-id="36760">Firma gründen</a>, auch im Spezial-Fall <a href="https://lukinski.de/immobilien-holding-schachtelprivileg-wenig-steuern-verkauf/">Immobilien Holding</a>, Familienstiftung &amp; Co.</p>
<h2>Aktiengesellschaft: Gründung, Vorteile und Nachteile</h2>
<p>Die AG ist nicht nur eine Rechtsform — sie ist ein strukturiertes Steuer-, Haftungs- und Kapitalbeschaffungs-Vehikel. Im Folgenden erfährst du alles Wesentliche zur Gründung: Wer kann eine AG gründen? Was ist der Unterschied zwischen Innenverhältnis und Außenverhältnis? Welche Kosten entstehen tatsächlich — nicht nur das Grundkapital, sondern auch Notar, Gründungsprüfer und laufende Verwaltung? Und vor allem: Wann lohnt sich eine AG aus Investorensicht — und wann ist eine <a href="https://lukinski.de/immobilien-holding-schachtelprivileg-wenig-steuern-verkauf/">Immobilien Holding</a> in GmbH-Struktur die bessere Wahl?</p>
<h3>Die 7 Gründungskriterien einer AG im Überblick</h3>
<ol>
<li><strong>Anzahl der Gesellschafter</strong> — mindestens 1 Aktionär, plus 3 Aufsichtsräte = 4 Personen Minimum</li>
<li><strong>Geschäftsführung</strong> — Vorstand (nicht Geschäftsführer!), kontrolliert durch Aufsichtsrat</li>
<li><strong>Gründung</strong> — formgebunden, notariell beurkundet, mehrstufiger Prozess</li>
<li><strong>Firmierung</strong> — frei wählbar, Suffix &#8222;AG&#8220; zwingend</li>
<li><strong>Finanzierung</strong> — mind. 50.000 Euro Grundkapital, Aktienemission möglich</li>
<li><strong>Haftung</strong> — beschränkt auf Aktienkapital im Außenverhältnis</li>
<li><strong>Gewinnverteilung</strong> — Dividenden, beschlossen durch Hauptversammlung</li>
</ol>
<h3>Kapitalgesellschaft AG: Geschäftsführung nach HGB</h3>
<p>In der Unternehmerwelt gibt es viele verschiedene Unternehmensformen. Sie werden grob in zwei Kategorien eingeteilt: die Einzelunternehmung und die Gesellschaften, welche wiederum in unvollständige Gesellschaften — hierzu zählen stille Gesellschaften und BGB-Gesellschaften — und vollständige Gesellschaften (Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften und einige mehr) gegliedert werden.</p>
<p>Die Aktiengesellschaft — kurz: AG — zählt zu den vollständigen Gesellschaften und unterliegt im Gegensatz zu den unvollständigen Gesellschaften nicht dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), sondern dem Handelsgesetzbuch (HGB) sowie dem Aktiengesetz (AktG). Als Kapitalgesellschaft ist die AG komplexer strukturiert als andere Unternehmensrechtsformen. Sie kann nicht formlos gegründet werden, sondern erfordert die notarielle Beurkundung des Gesellschaftervertrags und die Einhaltung zahlreicher gesetzlicher Vorgaben.</p>
<p>Weitere typische Kapitalgesellschaften:</p>
<ul>
<li>Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, kurz: SE)</li>
<li><a href="https://lukinski.de/kommanditgesellschaft-auf-aktien-kgaa-gruendung-geschaeftsfuehrung-haftung-co/" data-type="post" data-id="38318">Kommanditgesellschaft auf Aktien</a> (KGaA)</li>
<li>Unternehmergesellschaft / UG (haftungsbeschränkt)</li>
<li><a href="https://lukinski.de/gesellschaft-mit-beschraenkter-haftung-gmbh-gruenden-haftung-rechtsform-geschaeftsfuehrung-steuern/" data-type="post" data-id="34310">Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)</a></li>
</ul>
<p>Die Aktiengesellschaft ist zusammen mit der GmbH die bekannteste Form der Kapitalgesellschaften. In Deutschland wird sie vor allem als Rechtsform für börsennotierte Gesellschaften ausgewählt und gilt — nicht zuletzt wegen des höheren Gründungskapitals — als &#8222;große Schwester&#8220; der Gesellschaft mit beschränkter Haftung.</p>
<h3>AG vs. GmbH vs. KGaA: Vergleichstabelle</h3>
<p>Bevor du dich für eine Rechtsform entscheidest, lohnt sich der direkte Vergleich der drei Kapitalgesellschafts-Schwergewichte:</p>
<table border="1" cellpadding="6">
<thead>
<tr>
<th>Kriterium</th>
<th>GmbH</th>
<th>AG</th>
<th>KGaA</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Mindestkapital</td>
<td>25.000 €</td>
<td>50.000 €</td>
<td>50.000 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Mindestgesellschafter</td>
<td>1</td>
<td>1 (+ 3 Aufsichtsräte)</td>
<td>1 Komplementär + 1 Kommanditaktionär</td>
</tr>
<tr>
<td>Leitungsorgan</td>
<td>Geschäftsführer</td>
<td>Vorstand</td>
<td>Komplementär</td>
</tr>
<tr>
<td>Aufsichtsrat</td>
<td>Optional (Pflicht ab 500 MA)</td>
<td>Pflicht (mind. 3)</td>
<td>Pflicht</td>
</tr>
<tr>
<td>Jahresabschlussprüfung</td>
<td>Erst ab Größenklasse mittel</td>
<td>Pflicht (immer!)</td>
<td>Pflicht</td>
</tr>
<tr>
<td>Anonymität Eigentümer</td>
<td>Niedrig (Gesellschafterliste öffentlich)</td>
<td>Hoch (kein öffentliches Aktionärsregister bei Inhaberaktien)</td>
<td>Sehr hoch</td>
</tr>
<tr>
<td>Börsengang möglich</td>
<td>Nein</td>
<td>Ja</td>
<td>Ja</td>
</tr>
<tr>
<td>Übernahmeschutz</td>
<td>Mittel</td>
<td>Niedrig (feindliche Übernahme möglich)</td>
<td>Sehr hoch (Komplementär kontrolliert)</td>
</tr>
<tr>
<td>Laufende Verwaltungskosten p.a.</td>
<td>2.000–8.000 €</td>
<td>30.000–100.000 €+</td>
<td>40.000–120.000 €+</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Insider-Tipp: Für reine <a href="https://lukinski.de/immobilien-holding-schachtelprivileg-wenig-steuern-verkauf/">Immobilien-Holding-Strukturen</a> ist die GmbH meist die effizientere Wahl — die AG lohnt nur ab Vermögen von 5–10 Mio. Euro oder bei geplantem Börsengang/REIT-Status.</p>
<h3>Rechtsformvariante AG &amp; Co KGaA — KGaA mit Komplementär-AG</h3>
<p>Bisweilen tritt die AG auch in Kombination mit einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) auf. Beispielsweise Familienunternehmen organisieren sich gelegentlich als Aktiengesellschaft &amp; Compagnie Kommanditgesellschaft auf Aktien — kurz: AG &amp; Co KGaA. In diesem Fall bilden sie im rechtlichen Sinne eine Aktiengesellschaft — allerdings stellt der Komplementär als persönlich haftender Gesellschafter nicht irgendeine natürliche Person dar, sondern ebenfalls eine Aktiengesellschaft. Wird der Komplementär stattdessen durch eine GmbH verkörpert, spricht man von einer GmbH &amp; Co KGaA, im Falle einer Societas Europaea von einer SE &amp; Co KGaA.</p>
<p>Warum diese Konstruktion? Sie kombiniert die Kapitalmarktfähigkeit einer AG mit dem Übernahmeschutz einer KG. Familien wie Henkel, Merck oder Hornbach behalten so über den Komplementär die volle Kontrolle, auch wenn 90 % der Aktien an der Börse notiert sind.</p>
<p>Mehr zu den einzelnen Mischformen:</p>
<ul>
<li>GmbH &amp; Co KGaA — siehe <a href="https://lukinski.de/gesellschaft-mit-beschraenkter-haftung-gmbh-gruenden-haftung-rechtsform-geschaeftsfuehrung-steuern/" data-type="post" data-id="34310">Gesellschaft mit beschränkter Haftung</a> (GmbH)</li>
<li>SE &amp; Co KGaA — siehe Societas Europaea (SE)</li>
</ul>
<p>Beispiele für AG &amp; Co KGaA Unternehmen:</p>
<ul>
<li>CTS EVENTIM AG &amp; Co. KGaA</li>
<li>Drägerwerk AG &amp; Co. KGaA</li>
<li>Fresenius Medical Care AG &amp; Co. KGaA</li>
<li>Henkel AG &amp; Co. KGaA</li>
<li>HORNBACH HOLDING AG &amp; Co. KGaA</li>
<li>ProCredit Holding AG &amp; Co. KGaA</li>
</ul>
<p>Eine Besonderheit stellt die CEWE Stiftung &amp; Co. KGaA dar: Hier wird der Komplementär von einer Stiftung verkörpert. Grundsätzlich ist die Kommanditgesellschaft auf Aktien in allen erdenklichen Kombinationen möglich.</p>
<p>Lies hier weiter zum Thema &#8222;Familienstiftung gründen&#8220;:</p>
<ul>
<li><a href="https://lukinski.de/familienstiftung-gruenden-immobilien-steuern-koerperschaftssteuer-mieteinnahmen/" data-type="post" data-id="30998">Familienstiftung gründen</a></li>
</ul>
<h3>Errichtung &amp; Gründung einer AG — Von Satzung bis Registrierung</h3>
<p>Du möchtest eine AG gründen? Dann musst du wissen: Eine natürliche oder juristische Person reicht als Gründer aus, du kannst also als alleiniger Aktionär auftreten und automatisch alleiniges geschäftsführendes Vorstandsmitglied sein. Eine solche Ein-Personen-AG wird häufig &#8222;kleine Aktiengesellschaft&#8220; genannt. Ganz allein geht es allerdings nicht: Eine AG muss zumindest drei Aufsichtsratsmitglieder bestellen — die kleinste mögliche AG besteht also aus vier Personen.</p>
<p>Der Ablauf der Gründung einer AG kann in zwei Phasen unterteilt werden: die AG-Gründung im Innenverhältnis und die AG-Gründung im Außenverhältnis.</p>
<h4>Phase 1 — Vorbereitung &amp; Grundgerüst (Innenverhältnis)</h4>
<p>Deine Aktiengesellschaft errichtest du im Innenverhältnis. Zu den wichtigsten Schritten gehört allen voran die Feststellung der Satzung, welche von einem Notar urkundlich beglaubigt werden muss. Für die Formulierung der Satzung müssen alle Gründungsmitglieder anwesend sein, ebenso der zukünftige Vorstand und Aufsichtsrat.</p>
<p>Inhalt der Satzung (zwingend nach § 23 AktG):</p>
<ul>
<li>Firma (Name) und Sitz der Gesellschaft</li>
<li>Gegenstand des Unternehmens</li>
<li>Höhe des Grundkapitals (mind. 50.000 €)</li>
<li>Nennbetrag und Anzahl der Aktien</li>
<li>Aktienart (Inhaber- oder Namensaktien)</li>
<li>Anzahl der Vorstandsmitglieder</li>
<li>Form der Bekanntmachungen</li>
</ul>
<p>Von Inhaberaktie bis Nennwertaktie — erfahre hier mehr über die einzelnen Aktienarten:</p>
<ul>
<li><a href="https://lukinski.de/aktienarten-uebertragbarkeit-rechtsumfang-grundkapital-zerlegung/" data-type="post" data-id="37885">Aktienarten — Übertragbarkeit, Rechtsumfang &amp; Grundkapital Zerlegung</a></li>
</ul>
<p><a href="https://lukinski.de/aktienarten-uebertragbarkeit-rechtsumfang-grundkapital-zerlegung/" data-type="post" data-id="37885"><img decoding="async" src="https://lukinski.de/wp-content/uploads/2021/02/hebel-effekt-leverage-trading-hebelwirkung-broker-x1-x2-x5-x10-x20-aktie-waehrung-krypto-kryptowaehrung-euro-dollar-scheine-kursverlauf-bitcoin.jpg" /></a></p>
<p>Im zweiten Schritt folgt die Übernahme der Aktien und die Bestellung der Organe einer Aktiengesellschaft, welche notariell beglaubigt werden muss. Optional kann hier bereits der Abschlussprüfer für den Jahresabschluss bestellt werden. Der Aufsichtsrat bestellt im Anschluss als erste Amtshandlung den Vorstand. Spätestens jetzt müssen die Einlagen auf das Geschäftskonto eingezahlt werden, bis zumindest ein Viertel des Grundkapitals (also mind. 12.500 €) verzeichnet ist.</p>
<h4>Phase 2 — Eintragung ins Handelsregister (Außenverhältnis)</h4>
<p>Zum Abschluss des Gründungsprozesses muss dein Unternehmen ins Handelsregister eingetragen werden. Dieser Schritt rüstet die Aktiengesellschaft mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit aus. Die Gründungsmitglieder, Aufsichtsrat und Vorstand führen die Anmeldung gemeinsam aus. Es bedarf einer Übersicht zu allen Aufsichtsräten und Vorständen, diverser Urkunden und notarieller Beglaubigungen, sowie eines Gründungsberichts und ggf. einer Gründungsprüfung durch einen externen Wirtschaftsprüfer (bei Sachgründung oder qualifizierter Bargründung).</p>
<p>Das Registergericht beurteilt nach Vorlage aller Dokumente, ob die Errichtung der Aktiengesellschaft ordnungsgemäß erfolgt ist. In einem letzten Schritt wird die Eintragung ins Handelsregister vorgenommen — deine Aktiengesellschaft gilt damit offiziell als gegründet.</p>
<h4>Der Gründungsablauf im Überblick</h4>
<ul>
<li>Phase 1 — Errichtung im Innenverhältnis
<ul>
<li>Feststellung der Satzung (notariell beglaubigt)</li>
<li>Aktienübernahme</li>
<li>Bestellung der AG-Organe (notariell beglaubigt)</li>
<li>Ggf. Bestellung des Abschlussprüfers</li>
<li>Einzahlung der Einlagen (mind. 1/4 Grundkapital = 12.500 €)<br />
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) &#8211; Gründen, Haftung, Rechtsform, Geschäftsführung, Steuern</title>
		<link>https://lukinski.de/gesellschaft-mit-beschraenkter-haftung-gmbh-gruenden-haftung-rechtsform-geschaeftsfuehrung-steuern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2021 06:30:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist die wohl bekannteste deutsche Kapitalgesellschaft &#8211; und für Immobilieninvestoren oft die smarteste Rechtsform-Wahl. Mit einem Stammkapital von 25.000 Euro, beschränkter Haftung und der Möglichkeit zur erweiterten Gewerbesteuerkürzung können Vermieter ihre Steuerlast von rund 42 % (Einkommensteuer) auf effektiv unter 16 % senken. Wer als Investor langfristig denkt, baut [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <strong>Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)</strong> ist die wohl bekannteste deutsche Kapitalgesellschaft &#8211; und für Immobilieninvestoren oft die smarteste Rechtsform-Wahl. Mit einem Stammkapital von 25.000 Euro, beschränkter Haftung und der Möglichkeit zur erweiterten Gewerbesteuerkürzung können Vermieter ihre Steuerlast von rund 42 % (Einkommensteuer) auf effektiv unter 16 % senken. Wer als Investor langfristig denkt, baut hier den Grundstein für Vermögensschutz, Nachfolgeplanung und steueroptimierte Skalierung. Zurück zu allen: <a href="https://lukinski.de/rechtsformen-firma-unternehmen-immobilien-gbr-kg-gmbh-ag-co-vergleich-vorteile-steuern/">Rechtsformen</a>. Steuerliche Aspekte im Detail: <a href="https://lukinski.de/immobilie-steuern-haus-wohnung-steuer-liste-tipps-und-tricks/">Immobilien Steuertipps</a>.</p>
<h2>GmbH: Gründung, Vorteile und Nachteile</h2>
<p>Im Folgenden erfährst du alles Wesentliche zur Gründung einer GmbH &#8211; von Stammkapital, Geschäftsführung und Haftung bis hin zur Frage, wann sich die Rechtsform für Immobilieninvestoren wirklich lohnt. Wer kann gründen? Wie läuft der Notartermin ab? Welche Steuern fallen an? Warum ist die GmbH die Lieblings-Rechtsform für vermögensverwaltende Strukturen? Konkrete Zahlen, Praxisbeispiele und ein direkter Vergleich zu UG, AG und GbR helfen dir bei der Entscheidung. Mehr zur Steuerstruktur: <a href="https://lukinski.de/steuern-deutschland-einkommensteuer-koerperschaftsteuer-kapitalertragsteuer-gewerbesteuer-liste/">Steuern in Deutschland</a>.</p>
<blockquote><p>Setze auf Erfolg! Mit unserem Steuer-Coaching entdeckst du die besten Strategien, um deine <a href="https://lukinski.de/immobilie-als-kapitalanlage-worauf-muss-ich-achten-interview-experten/">Immobilie als Kapitalanlage</a> steueroptimiert zu verwalten und langfristigen Vermögensaufbau zu sichern. Jetzt mehr erfahren: <a href="https://lukinski.de/steuercoaching-alex-fischer-erfahrungen-steuern-foerderungen-wissen-vermoegen/">Steuer Coaching</a>.</p></blockquote>
<p>Lerne hier alles Wichtige darüber. Außerdem findest du hier alle deutschen Unternehmenstypen und <a href="https://lukinski.de/rechtsformen-firma-unternehmen-immobilien-gbr-kg-gmbh-ag-co-vergleich-vorteile-steuern/">Rechtsformen</a>, sowie Tipps zum <a href="https://lukinski.de/firma-gruenden-immobilien-ablauf-kosten-voraussetzungen-rechtsformen-schritte-checkliste/">Firma gründen</a>, auch im Spezial-Fall Immobilien GmbH, Familienstiftung &#038; Co.</p>
<p>Wenn du die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Betracht ziehst, musst du zuerst den Gründungsprozess verstehen: Wer kann was gründen, welche Unterschiede gibt es zu anderen Rechtsformen, und welche Vor- und Nachteile bringt die GmbH mit sich? Die sieben wichtigsten Gründungskriterien im Überblick:</p>
<ol>
<li>Anzahl der Gesellschafter</li>
<li>Geschäftsführung</li>
<li>Gründung &amp; notarielle Beurkundung</li>
<li>Firmierung</li>
<li>Finanzierung &amp; Stammkapital</li>
<li>Haftung</li>
<li>Gewinnverteilung &amp; Besteuerung</li>
</ol>
<h3>Kapitalgesellschaft GmbH: Geschäftsführung nach HGB</h3>
<p>In der Unternehmerwelt gibt es viele Rechtsformen. Sie werden grob in zwei Kategorien eingeteilt: Einzelunternehmungen und Gesellschaften &#8211; letztere wiederum in unvollständige Gesellschaften (stille Gesellschaften, BGB-Gesellschaften) und vollständige Gesellschaften (Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften).</p>
<p>Die GmbH zählt zu den vollständigen Gesellschaften und unterliegt dem Handelsgesetzbuch (HGB) sowie dem GmbH-Gesetz (GmbHG). Als Kapitalgesellschaft ist sie komplexer strukturiert als etwa eine Offene Handelsgesellschaft (OHG): Sie kann nicht formlos gegründet werden, sondern erfordert eine notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags.</p>
<p>Weitere typische Kapitalgesellschaften:</p>
<ul>
<li>Unternehmergesellschaft / UG (haftungsbeschränkt)</li>
<li><a href="https://lukinski.de/aktiengesellschaft-ag-gruenden-haftung-rechtsform-geschaeftsfuehrung-steuern/">Aktiengesellschaft (AG)</a></li>
<li>Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE)</li>
<li><a href="https://lukinski.de/kommanditgesellschaft-auf-aktien-kgaa-gruendung-geschaeftsfuehrung-haftung-co/">Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)</a></li>
</ul>
<h3>Vergleichstabelle: GmbH vs. UG vs. AG vs. GbR</h3>
<p>Damit du die GmbH klar einordnen kannst, hier die wichtigsten Rechtsformen im direkten Vergleich:</p>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Kriterium</th>
<th>GmbH</th>
<th>UG</th>
<th>AG</th>
<th>GbR</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Mindeststammkapital</td>
<td>25.000 €</td>
<td>1 €</td>
<td>50.000 €</td>
<td>0 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Haftung</td>
<td>beschränkt</td>
<td>beschränkt</td>
<td>beschränkt</td>
<td>unbeschränkt</td>
</tr>
<tr>
<td>Notarielle Gründung</td>
<td>Pflicht</td>
<td>Pflicht</td>
<td>Pflicht</td>
<td>nicht nötig</td>
</tr>
<tr>
<td>Gründungskosten gesamt</td>
<td>700-2.500 €</td>
<td>240-800 €</td>
<td>2.500-7.000 €</td>
<td>0-200 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Besteuerung Gewinn</td>
<td>KSt + GewSt (~30 %)</td>
<td>KSt + GewSt (~30 %)</td>
<td>KSt + GewSt (~30 %)</td>
<td>ESt (bis 45 %)</td>
</tr>
<tr>
<td>Mind. Personen</td>
<td>1</td>
<td>1</td>
<td>1</td>
<td>2</td>
</tr>
<tr>
<td>Image / Bonität</td>
<td>hoch</td>
<td>mittel</td>
<td>sehr hoch</td>
<td>niedrig</td>
</tr>
<tr>
<td>Geeignet für Immobilien</td>
<td>sehr gut</td>
<td>bedingt</td>
<td>nur Großbestand</td>
<td>nein</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h3>Rechtsformvariante GmbH &amp; Co KGaA &#8211; KGaA mit Komplementär-GmbH</h3>
<p>Bisweilen tritt die GmbH auch in Kombination mit einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) auf. Familienunternehmen organisieren sich gelegentlich als <strong>GmbH &amp; Co KGaA</strong>. Im rechtlichen Sinne handelt es sich um eine Aktiengesellschaft &#8211; allerdings stellt der Komplementär als persönlich haftender Gesellschafter nicht eine natürliche Person dar, sondern eine GmbH. Wird der Komplementär durch eine AG verkörpert, spricht man von einer AG &amp; Co KGaA, im Falle einer Societas Europaea von einer SE &amp; Co KGaA.</p>
<p>Mehr zu den einzelnen Mischformen:</p>
<ul>
<li>AG &amp; Co KGaA &#8211; siehe <a href="https://lukinski.de/aktiengesellschaft-ag-gruenden-haftung-rechtsform-geschaeftsfuehrung-steuern/">Aktiengesellschaft (AG)</a></li>
<li>SE &amp; Co KGaA &#8211; siehe Societas Europaea (SE)</li>
</ul>
<p>Beispiele für GmbH &amp; Co KGaA Unternehmen:</p>
<ul>
<li>Asklepios Kliniken GmbH &amp; Co. KGaA</li>
<li>Borussia Dortmund GmbH &amp; Co. KGaA</li>
<li>Funke Mediengruppe GmbH &amp; Co. KGaA</li>
<li>H&amp;R GmbH &amp; Co. KGaA</li>
<li>Jack Wolfskin GmbH &amp; Co. KGaA</li>
<li>Merz Pharma GmbH &amp; Co. KGaA</li>
<li>Schwartauer Werke GmbH &amp; Co. KGaA</li>
<li>Wiley-VCH GmbH &amp; Co. KGaA</li>
</ul>
<p>Eine Besonderheit ist die CEWE Stiftung &amp; Co. KGaA: Hier wird der Komplementär von einer Stiftung verkörpert. Mehr zum Thema <a href="https://lukinski.de/familienstiftung-gruenden-immobilien-steuern-koerperschaftssteuer-mieteinnahmen/">Familienstiftung gründen</a>.</p>
<h3>Gründung &amp; Verwaltung: Allein, als Partner oder im Team</h3>
<p>Du möchtest eine GmbH gründen und deinen Traum von der Selbstständigkeit leben? Für die Gründung ist eine natürliche oder juristische Person ausreichend. Du kannst alleiniger Gründer sein und die Geschäftsführung allein übernehmen. Gründer-Duos teilen sich die Geschäftsführung in der Regel, bei Mehr-Personen-GmbHs nehmen alle Gesellschafter ihr Mitverwaltungsrecht wahr. Optional kann die Geschäftsführung auch extern besetzt werden &#8211; dann spricht man von einem Fremdgeschäftsführer.</p>
<p>Wer auch immer die Geschäftsführung übernimmt: Es besteht eine Verpflichtung gegenüber den anderen Gesellschaftern, Auskunft zu geben und auf Wunsch Bücher und Schriften zur Einsicht vorzulegen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-36453" src="https://lukinski.de/wp-content/uploads/2020/10/notar-frau-notarin-pause-zeitung-investorin-aktenordner-schrank-lernen-wissen-kurz-weiterbildung-lernt.jpg" alt="" width="1200" height="800" /></p>
<p><strong>Tipp:</strong> Eine GmbH eignet sich hervorragend für ein Familienunternehmen. Durch die flexible Verteilung von Stammkapital und Geschäftsanteilen sowie die generationsübergreifende Geschäftsführung können Eltern, Kinder und Enkel gemeinsam an der Kapitalgesellschaft mitwirken &#8211; ideal in Kombination mit der <a href="https://lukinski.de/erbschaftssteuer-immobilien-freibetraege-steuersaetze-strategien/">Erbschaftssteuer-Strategie für Immobilien</a> und schenkungsteuerlichen Freibeträgen alle 10 Jahre.</p>
<h3>Eintragung ins Handelsregister: Schritt-für-Schritt-Checkliste</h3>
<p>Das Innenverhältnis startet mit dem im Gesellschaftsvertrag vereinbarten Datum. Im Außenverhältnis entsteht die GmbH spätestens mit Eintragung ins Handelsregister. Damit du nichts vergisst, hier die komplette Checkliste:</p>
<ol>
<li><strong>Gesellschaftsvertrag erstellen</strong> &#8211; individuell oder per Musterprotokoll (max. 3 Gesellschafter)</li>
<li><strong>Notartermin</strong> &#8211; Beurkundung des Gesellschaftsvertrags (Pflicht)</li>
<li><strong>Geschäftskonto eröffnen</strong> &#8211; bei Bargründung Pflicht</li>
<li><strong>Stammkapital einzahlen</strong> &#8211; mind. 12.500 € (Hälfte) bei Bargründung</li>
<li><strong>Handelsregister-Anmeldung</strong> &#8211; durch Notar, Kosten 200-400 €</li>
<li><strong>Gewerbeamt anmelden</strong> &#8211; 10-65 € Bearbeitungsgebühr</li>
<li><strong>Finanzamt: Steuernummer beantragen</strong> &#8211; Fragebogen zur steuerlichen Erfassung (ELSTER)</li>
<li><strong>IHK-Mitgliedschaft</strong> &#8211; automatisch, jährlicher Beitrag je nach Umsatz</li>
<li><strong>Berufsgenossenschaft</strong> &#8211; Anmeldung als Arbeitgeber</li>
<li><strong>Optional: Markenanmeldung, AGB, Datenschutz</strong></li>
</ol>
<p><strong>Gesamtkosten Gründung</strong>: realistisch 700-1.500 € bei Musterprotokoll, 1.500-2.500 € bei individuellem Gesellschaftsvertrag (inkl. Notar, Handelsregister, Gewerbeamt, ggf. Steuerberater).</p>
<p>Da du als GmbH-Gesellschafter im Handelsregister eingetragen bist, kannst du &#8211; wie ein OHG-Gesellschafter &#8211; offiziell firmieren. Egal, ob Personenfirma, Sachfirma, Phantasiefirma oder gemischte Firma: Solange der Name nicht irreführend ist und das Suffix &#8222;GmbH&#8220; trägt, ist fast alles erlaubt.</p>
<h4>Steuer-ID, Gewerbeamt, Satzung &amp; Notar</h4>
<p>Beim Finanzamt erhältst du eine Steuernummer, welche Grundvoraussetzung für alle weiteren Anträge ist. Die Anmeldung der GmbH als Handelsgewerbe erfolgt gegen 10-65 € Bearbeitungsgebühr beim Gewerbeamt. Weitere Kosten fallen für die notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags an, die zwingend vorgeschrieben ist.</p>
<p>Im Gesellschaftsvertrag kann auch eine <strong>Nachschusspflicht</strong> vereinbart werden &#8211; eine wahlweise beschränkte oder unbeschränkte Pflicht der Gesellschafter, weitere Einzahlungen zu leisten. Häufiger Anlass: die anstehende Sanierung einer Immobilie oder akuter Liquiditätsbedarf. Laut GmbHG müssen Nachschüsse im Verhältnis zu den Geschäftsanteilen stehen. Mittels <strong>Abandon</strong> (Aufgabe der Geschäftsanteile) ist es möglich, sich von der Nachschusspflicht zu befreien.</p>
<p>Gesetzesauszug &#8211; § 26 GmbHG:</p>
<blockquote><p>(1) Im Gesellschaftsvertrag kann bestimmt werden, daß die Gesellschafter über die Nennbeträge der Geschäftsanteile hinaus die Einforderung von weiteren Einzahlungen (Nachschüssen) beschließen können.</p>
<p>(2) Die Einzahlung der Nachschüsse hat nach Verhältnis der Geschäftsanteile zu erfolgen.</p>
<p>(3) Die Nachschußpflicht kann im Gesellschaftsvertrag auf einen bestimmten, nach Verhältnis der Geschäftsanteile festzusetzenden Betrag beschränkt werden.</p></blockquote>
<h4>25.000 Euro Stammkapital, hälftig bei Bargründung</h4>
<p>Voraussetzung für die Eintragung ins Handelsregister ist die Einzahlung des Stammkapitals von mindestens 25.000 Euro. Bei Bargründung muss mindestens die Hälfte (12.500 €) auf dem Geschäftskonto eingezahlt sein. Für den Restwert sind sowohl Bareinlagen als auch Sacheinlagen (Immobilien, Maschinen, Grundpfandrechte) zulässig &#8211; solange die Stammeinlage ihrer Art nach im Gesellschaftsvertrag erkennbar vermerkt ist.</p>
<p>Mögliche Sacheinlagen:</p>
<ul>
<li>Immobilien (Achtung: <a href="https://lukinski.de/grunderwerbsteuer-bundeslaender-vergleich-steuern-sparen-2026/">Grunderwerbsteuer</a> kann anfallen)</li>
<li>Maschinen &amp; Pkw</li>
<li>Büro- &amp; Geschäftsausstattung</li>
<li>Urheberrechte &amp; Markenrechte</li>
<li>Grundpfandrechte</li>
<li>Patente</li>
<li>Einbringliche Forderungen</li>
</ul>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-36
</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Firma gründen (Immobilien): Ablauf, Kosten, Voraussetzungen, Rechtsformen &#8211; 7 Schritte Checkliste</title>
		<link>https://lukinski.de/firma-gruenden-immobilien-ablauf-kosten-voraussetzungen-rechtsformen-schritte-checkliste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[L_kinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2021 16:55:51 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Unternehmen gründen]]></category>
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					<description><![CDATA[Du willst eine Immobilienfirma gründen? Ablauf, Kosten, Voraussetzungen, Stammkapital, Gesellschafterverträge, Rechtsformen und eine 7-Schritte-Checkliste — alles in einem Ratgeber. Was für Anfänger kompliziert klingt, folgt in der Praxis einem klaren Standard-Ablauf. In diesem Beitrag bekommst du den kompletten Gründungsprozess Schritt für Schritt, inkl. Steuer-Vergleichsrechnung (privat vs. GmbH vs. Holding), Notarkosten-Tabelle, Entscheidungsmatrix nach Vermögensgröße, Grunderwerbsteuer-Falle bei [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Du willst eine <strong>Immobilienfirma gründen</strong>? Ablauf, Kosten, Voraussetzungen, Stammkapital, Gesellschafterverträge, Rechtsformen und eine 7-Schritte-Checkliste — alles in einem Ratgeber. Was für Anfänger kompliziert klingt, folgt in der Praxis einem klaren Standard-Ablauf. In diesem Beitrag bekommst du den kompletten Gründungsprozess Schritt für Schritt, inkl. Steuer-Vergleichsrechnung (privat vs. GmbH vs. Holding), Notarkosten-Tabelle, Entscheidungsmatrix nach Vermögensgröße, Grunderwerbsteuer-Falle bei Einbringung und FAQ. Nach dem großen Ratgeber zu allen <a href="https://lukinski.de/rechtsformen-firma-unternehmen-immobilien-gbr-kg-gmbh-ag-co-vergleich-vorteile-steuern">Rechtsformen</a> bzw. Unternehmenstypen, heute der ausführliche Blick auf die Gründung einer Immobilienfirma — von der UG bis zur Doppelstock-Holding.</p>
<h2>Warum überhaupt eine Immobilienfirma gründen?</h2>
<p>Bevor wir in den Ablauf einsteigen: Es gibt drei zentrale Auslöser, warum Investoren von der privaten <a href="https://lukinski.de/immobilie-als-kapitalanlage-worauf-muss-ich-achten-interview-experten/">Immobilie als Kapitalanlage</a> in eine eigene Gesellschaft wechseln.</p>
<ul>
<li><strong>Steuerlast senken</strong> — Mieteinnahmen werden mit dem persönlichen Spitzensteuersatz (bis 45% + Soli) versteuert. Eine vermögensverwaltende GmbH zahlt unter Voraussetzungen effektiv nur ~15,8% (Körperschaftssteuer + Soli, ohne Gewerbesteuer dank erweiterter Kürzung).</li>
<li><strong>Drei-Objekt-Grenze umgehen</strong> — Wer innerhalb von 5 Jahren mehr als drei Immobilien kauft und verkauft, gilt als gewerblicher Grundstückshändler. Folge: Gewerbesteuer + keine <a href="https://lukinski.de/spekulationssteuer-immobilie-verkauf-grundstueck-wohnung-haus-hoehe-frist/">Spekulationsfrist</a>. Eine GmbH klärt das von Anfang an sauber.</li>
<li><strong>Haftung trennen</strong> — Privatvermögen vom operativen Risiko entkoppeln, vor allem bei <a href="https://lukinski.de/fix-flip-strategie-immobilien-kaufen-aufwerten-und-verkaufen-immobilienhandel/">Fix-Flip Strategie</a>, Bauträgergeschäft oder Mehrfamilienhäusern mit Mieterstreit-Risiko.</li>
</ul>
<blockquote><p>Faustregel: Ab 3-5 vermieteten Einheiten oder bei aktivem Handel rechnet sich eine eigene Gesellschaft fast immer.</p></blockquote>
<h2>Entscheidungsmatrix: Welche Rechtsform für welchen Investor-Typ?</h2>
<p>Bevor du in die Gründung gehst — diese Matrix zeigt dir auf einen Blick, welche Struktur zu deinem Profil passt.</p>
<table border="1" cellpadding="8">
<thead>
<tr>
<th>Investor-Profil</th>
<th>Empfohlene Struktur</th>
<th>Stammkapital</th>
<th>Hauptvorteil</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>1-2 vermietete Einheiten, Buy &#038; Hold</td>
<td>Privatvermögen</td>
<td>—</td>
<td>Spekulationsfrist 10 J. nutzen</td>
</tr>
<tr>
<td>3-5 Einheiten, langfristig vermieten</td>
<td>Vermögensverwaltende GmbH</td>
<td>25.000 €</td>
<td>Erw. Gewerbesteuerkürzung</td>
</tr>
<tr>
<td>Aktiver Handel, Fix &#038; Flip</td>
<td>Gewerbliche GmbH oder UG</td>
<td>1 € – 25.000 €</td>
<td>Haftungsbeschränkung</td>
</tr>
<tr>
<td>Portfolio 10+ Einheiten, Verkaufsoption</td>
<td><a href="https://lukinski.de/immobilien-holding-schachtelprivileg-wenig-steuern-verkauf/">Immobilien Holding</a> (Doppelstock)</td>
<td>2× 25.000 €</td>
<td>95% steuerfrei via Schachtel</td>
</tr>
<tr>
<td>Familienvermögen, Generationenwechsel</td>
<td>Familienstiftung</td>
<td>min. 50.000 €</td>
<td>Erbschaftssteuer-Optimierung</td>
</tr>
<tr>
<td>Kapitaleinsammeln, Börse</td>
<td>AG / REIT-AG</td>
<td>50.000 €</td>
<td>Eigenkapital via Investoren</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2>Schritt 1 — Unternehmenstyp: Was soll ich gründen?</h2>
<p>Schritt eins ist die Wahl der richtigen Rechtsform. Jeder Firmentyp hat individuelle Vor- und Nachteile, die du als Unternehmer*in im Vorfeld kennen musst. Vier Faktoren entscheiden:</p>
<ol>
<li><strong>Stammkapital</strong> — verfügbares Eigenkapital für die Gründung</li>
<li><strong>Anzahl der Gründer / Gesellschafter</strong></li>
<li><strong>Haftung</strong> — voll, beschränkt, gemischt</li>
<li><strong>Steuern</strong> — Spitzensteuersatz vs. Körperschaftssteuer vs. Schachtelprivileg</li>
</ol>
<h3>Stammkapital planen</h3>
<p>Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist Eigenkapital. Wichtig: Stammkapital ist <em>kein verlorener Betrag</em>. Du kannst es direkt nach der Gründung wieder einsetzen, z.B. für den Erwerb der ersten Immobilie über die Gesellschaft. Vorausgesetzt natürlich, du gehst nicht den Weg über das Privatvermögen, sondern kaufst direkt über das Gewerbe.</p>
<h3>Anzahl der Gründer bzw. Gesellschafter</h3>
<p>Solo-Gründung, Ehepaar, Geschwister, Investorenkreis — jede Konstellation verlangt einen anderen Gesellschaftervertrag. Dazu mehr in Schritt 3.</p>
<h3>Haftung für Gründer*innen</h3>
<p>Bei der e.K. (Einzelkaufmann) und GbR/OHG haftest du <strong>privat und unbeschränkt</strong>. Bei UG, GmbH, AG und KG (für Kommanditisten) ist die Haftung auf die Einlage begrenzt — vorausgesetzt, alle Geschäfte sind sauber geführt. Bei Pflichtverletzungen kann der Geschäftsführer trotzdem persönlich haften.</p>
<h3>Steuer auf Erträge / Gewinne — die ehrliche Rechnung</h3>
<p>Hier wird oft vereinfacht. Die Realität ist gestaffelt — schauen wir uns drei Szenarien an:</p>
<h4>Szenario A: Privat (vermietete Wohnung)</h4>
<ul>
<li>Mieteinnahmen / Jahr: 12.000 €</li>
<li>AfA, Werbungskosten (vereinfacht): -3.000 €</li>
<li>Steuerpflichtiger Gewinn: 9.000 €</li>
<li>Einkommensteuer (42%) + Soli: ca. 3.990 €</li>
<li><strong>Netto: ~5.010 €</strong></li>
</ul>
<h4>Szenario B: Vermögensverwaltende GmbH (mit erweiterter Gewerbesteuerkürzung)</h4>
<ul>
<li>Mieteinnahmen / Jahr: 12.000 €</li>
<li>AfA, Kosten: -3.000 €</li>
<li>Gewinn: 9.000 €</li>
<li>Körperschaftssteuer 15% + Soli: ca. 1.424 €</li>
<li>Gewerbesteuer: 0 € (erweiterte Kürzung §9 Nr. 1 GewStG)</li>
<li><strong>Netto in der GmbH: ~7.576 €</strong> (zur Reinvestition!)</li>
</ul>
<h4>Szenario C: Gewerbliche GmbH (Fix &#038; Flip, Handel)</h4>
<ul>
<li>Gewinn: 9.000 €</li>
<li>Körperschaftssteuer + Soli: ~1.424 €</li>
<li>Gewerbesteuer (Hebesatz 400%): ~1.260 €</li>
<li><strong>Netto: ~6.316 €</strong></li>
</ul>
<blockquote><p>Wichtig — der Ausschüttungsfalle bewusst sein: Wenn du Gewinne aus der GmbH ins Privatvermögen ausschüttest, fallen nochmal 25% Kapitalertragsteuer + Soli an. Die GmbH ist v.a. dann attraktiv, wenn du Gewinne <em>thesaurieren</em> und reinvestieren willst (Buy &#038; Build).</p></blockquote>
<p>Tiefere Berechnungen findest du im Ratgeber zur <a href="https://lukinski.de/immobilien-gmbh-vermoegensverwaltende-gmbh-vorteile-nachteile-kosten-immobilienkauf/">Immobilien GmbH</a> sowie zum Vergleich <a href="https://lukinski.de/eigennutzung-vs-kapitalanlage-unterschied-kredit-kosten-steuervorteile/">Eigennutzung vs Kapitalanlage</a>. Wer die <a href="https://lukinski.de/bruttorendite/">Bruttorendite</a> und <a href="https://lukinski.de/nettorendite/">Nettorendite</a> sauber trennt, sieht den Steuerhebel sofort.</p>
<h2>Schritt 2 — Stammkapital: Höhe und Unternehmensformen</h2>
<p>Bei seriösen Immobilieninvestoren ist Stammkapital selten das Problem. Falls doch — überlege, ob nicht erst der Aufbau über <a href="https://lukinski.de/immobilien-aktien-top-realtime-kurs-analyse-empfehlung-news/">Immobilienaktien</a> oder die <a href="https://lukinski.de/erste-immobilie-kaufen-haus-wohnung-kapitalanlage-eigennutzer/">erste Immobilie</a> privat sinnvoller ist. Eine Immobilien-GmbH ohne erste Immobilie ist eine leere Hülle.</p>
<h3>Vergleich: AG, GmbH, KG und UG</h3>
<table border="1" cellpadding="8">
<thead>
<tr>
<th>Rechtsform</th>
<th>Min. Stammkapital</th>
<th>Praxis-Empfehlung</th>
<th>Notar nötig?</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>GbR / OHG</td>
<td>0 €</td>
<td>nur für sehr kleine Projekte</td>
<td>nein</td>
</tr>
<tr>
<td>UG (haftungsbeschränkt)</td>
<td>1 €</td>
<td>min. 1.000-2.500 € (Gründungskosten)</td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>GmbH</td>
<td>25.000 € (12.500 € bei Eintragung)</td>
<td>volle 25.000 €, sofort einsetzbar</td>
<td>ja</td>
</tr>
<tr>
<td>KG</td>
<td>frei (nach Gesellschaftsvertrag)</td>
<td>oft Komplementär = GmbH</td>
<td>teils</td>
</tr>
<tr>
<td>AG</td>
<td>50.000 €</td>
<td>nur für Kapitalmarktambitionen</td>
<td>ja</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Stammkapital wird sofort eingesetzt für:</p>
<ul>
<li>Notarkosten — siehe Tabelle in Schritt 4</li>
<li>Handelsregister-Eintragung — ca. 150 €</li>
<li>Beratungskosten Steuerberater / Anwalt</li>
<li>Erste operative Ausgaben (Kontoeröffnung, Buchhaltungssoftware)</li>
<li>Anzahlung / <a href="https://lukinski.de/eigenkapital/">Eigenkapital</a> für die erste Immobilie</li>
</ul>
<h3>Stammkapital für Firmen — Übersicht</h3>
<ul>
<li><strong>Kein Stammkapital</strong> — GbR, OHG, e.K.</li>
<li><strong>1 € (real ca. 1.000-2.500 €)</strong> — UG (haftungsbeschränkt)</li>
<li><strong>25.000 € (mind. 12.500 € bei Gründung)</strong> — GmbH, häufig auch KG (Kommanditkapital)</li>
<li><strong>50.000 €</strong> — AG, REIT-AG</li>
</ul>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-36776" src="https://lukinski.de/wp-content/uploads/2020/02/firma-gruenden-immobilien-ablauf-kosten-voraussetzungen-rechtsformen-schritte-checkliste-gesellschafter-beratung-start-startkapital-finanzierung.jpg" alt="Firma gründen Immobilien Ablauf Kosten Voraussetzungen Rechtsformen Checkliste" width="1200" height="800" /></p>
<h2>Schritt 3 — Unternehmensanteile: Wer bringt / bekommt was?</h2>
<p>Solltest du nicht alleine gründen, müssen die Anteile sauber verteilt werden. Es geht <em>nicht</em> einfach um &#8222;50/50, weil wir Freunde sind&#8220;. Diese Naivität zerstört mehr Firmen als Marktrisiken.</p>
<h3>Wissen und Netzwerk</h3>
<p>Ein Gründer mit Marktzugang zu Off-Market-Deals, Bankberatern und Handwerkernetzwerk bringt einen Wert ein, der monetär oft 6-stellig ist — auch wenn er null Cash beisteuert.</p>
<h3>Praktische Arbeit und Ergebnisse</h3>
<p>Wer die operative Arbeit macht (Objektakquise, Verhandlung, Verwaltung, <a href="https://lukinski.de/maklervertrag-inhalt-rechte-pflichten-provision-kuendigung/">Maklerverträge</a>, Mieterkommunikation), bringt Zeit-Equity ein. Tipp: Nicht in Stunden messen — in Ergebnissen.</p>
<h3>Streit vermeiden: diese Klauseln gehören in jeden Vertrag</h3>
<p>Profi-Klauseln, die im Standard-Notarvertrag oft fehlen:</p>
<ul>
<li><strong>Vesting</strong> — Anteile werden über 4 Jahre &#8222;verdient&#8220;, nicht sofort übertragen. Verlässt ein Gründer nach 1 Jahr, verfallen 75%.</li>
<li><strong>Vorkaufsrecht</strong> — Will ein Gesellschafter verkaufen, müssen die anderen erst angeboten bekommen.</li>
<li><strong>Tag-Along / Drag-Along</strong> — Mitverkaufsrecht / -pflicht beim Exit (wichtig bei späterem <a href="https://lukinski.de/share-deal-bei-immobilien-firma-verkaufen-statt-immobilie-steuern-sparen/">Share Deal</a>).</li>
<li><strong>Abfindungsregelung</strong> — was zahlt die Gesellschaft beim Ausscheiden? Buchwert? Ertragswert? Ohne Klausel: jahrelange Gerichtsverfahren.</li>
<li><strong>Wettbewerbsverbot</strong> — verhindert dass ein Gesellschafter parallel eine Konkurrenz-GmbH gründet.</li>
<li><strong>Pattauflösung</strong> — bei 50/50-Konstellationen Schiedsklausel oder Russian-Roulette-Klausel.</li>
</ul>
<p>Faktoren bei Unternehmensanteilen:</p>
<ul>
<li>Kapital und Stammkapital der einzelnen Gründer</li>
<li>Know-how, Netzwerk und operative Vorteile</li>
<li>Tatsächliche, spätere Arbeitsergebnisse</li>
<li>Eingebrachte Bestandsimmobilien (Achtung: Grunderwerbsteuer-Falle, siehe unten!)</li>
</ul>
<h2>Schritt 4 — Gesellschaftervertrag und Notar</h2>
<p>Für Solo-Gründer übernimmt der Notar den Vertrag nach Standardprotokoll. Bei zwei und mehr Personen wird es deutlich umfangreicher. Hol dir hier zwingend einen <strong>Fachanwalt für Gesellschaftsrecht</strong> dazu — die Investition (1.500–5.000 €) verhindert sechsstellige Streitschäden.</p>
<h3>Notarkosten realistisch einschätzen</h3>
<p>Die häufig genannten &#8222;600 €&#8220; gelten nur für die einfachste UG-Gründung. Realistische Spannen:</p>
<table border="1" cellpadding="8">
<thead>
<tr>
<th>Gründungstyp</th>
<th>Notarkosten</th>
<th>Handelsregister</th>
<th>Gesamt</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>UG (1 Gesellschaf</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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