<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Abschluss | Lukinski</title>
	<atom:link href="https://lukinski.de/tag/abschluss/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://lukinski.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 26 Apr 2026 23:43:35 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.8.5</generator>
	<item>
		<title>Maklererlaubnis (Lexikon): Vertragsabschlüsse</title>
		<link>https://lukinski.de/maklererlaubnis-fuer-vertragsabschluesse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jan 2022 12:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Immobilie]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Abschluss]]></category>
		<category><![CDATA[Bedeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Behörde]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Erlaubnis]]></category>
		<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Makler]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ihrhausverkauf.de/?p=4490</guid>

					<description><![CDATA[Die Maklererlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung (GewO) ist die zwingende Voraussetzung, um in Deutschland gewerblich Immobilien zu vermitteln. Wer ohne diese Erlaubnis Vertragsabschlüsse über Grundstücke, Wohn- oder Gewerberäume nachweist oder vermittelt, riskiert Bußgelder bis 5.000 Euro, Provisionsverlust und im Wiederholungsfall die Einstufung als Schwarzarbeit. Für Investoren ist das Thema aus zwei Perspektiven relevant: erstens als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die <strong>Maklererlaubnis</strong> nach <strong>§ 34c Gewerbeordnung (GewO)</strong> ist die zwingende Voraussetzung, um in Deutschland gewerblich Immobilien zu vermitteln. Wer ohne diese Erlaubnis Vertragsabschlüsse über Grundstücke, Wohn- oder Gewerberäume nachweist oder vermittelt, riskiert Bußgelder bis 5.000 Euro, Provisionsverlust und im Wiederholungsfall die Einstufung als Schwarzarbeit. Für Investoren ist das Thema aus zwei Perspektiven relevant: erstens als Qualitätsmerkmal bei der Maklerauswahl, zweitens als Eigenbedarf, sobald aus dem Privatverkauf von 2–3 Immobilien ein gewerbliches Muster wird. Dieser Ratgeber zeigt die Anforderungen, Kosten und steuerlichen Konsequenzen — mit konkreten Zahlenbeispielen und einer klaren Entscheidungshilfe.</p>
<h2>Was ist die Maklererlaubnis nach § 34c GewO?</h2>
<p>Die Maklererlaubnis ist eine personengebundene Gewerbeerlaubnis, die jeder benötigt, der gewerbsmäßig den Abschluss von Verträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Wohnräume oder gewerbliche Räume nachweist oder vermittelt. Geregelt ist sie in § 34c Abs. 1 GewO, ergänzt durch die <strong>Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV)</strong>, die Buchführungs-, Aufzeichnungs- und Versicherungspflichten konkretisiert.</p>
<p>Wichtig: Die Erlaubnis ist <em>nicht</em> firmengebunden, sondern an die natürliche Person bzw. die geschäftsführenden Organe einer juristischen Person geknüpft. Wechselt der Geschäftsführer einer Makler-GmbH, muss der Nachfolger eine eigene Erlaubnis vorweisen.</p>
<h2>Die drei Voraussetzungen — und woran Anträge scheitern</h2>
<p>Die zuständige Behörde (in der Regel das Gewerbeamt oder das IHK-Bezirksamt) prüft drei Kernkriterien. Erst wenn alle vollständig nachgewiesen sind, wird die Erlaubnis erteilt — Bearbeitungszeit typischerweise 4–8 Wochen.</p>
<ul>
<li><strong>Persönliche Zuverlässigkeit</strong> — keine Vorstrafen aus den letzten 5 Jahren</li>
<li><strong>Geordnete Vermögensverhältnisse</strong> — kein Insolvenzverfahren, keine eidesstattliche Versicherung</li>
<li><strong>Unbedenklichkeitsbescheinigung</strong> — vom zuständigen Finanzamt, nicht älter als 3 Monate</li>
<li><strong>Polizeiliches Führungszeugnis</strong> — Belegart &#8222;O&#8220; zur Behördenvorlage</li>
<li><strong>Auszug aus dem Gewerbezentralregister</strong> — nach § 150 GewO</li>
<li><strong>Schuldnerverzeichnis-Auszug</strong> — vom zentralen Vollstreckungsgericht</li>
</ul>
<p>Über 80% der abgelehnten Anträge scheitern an offenen Steuerschulden oder einem laufenden Insolvenzverfahren — nicht an Vorstrafen. Wer also in der Vergangenheit eine Restschuldbefreiung durchlaufen hat, muss die volle Wohlverhaltensphase abwarten, bevor das Gewerbeamt grünes Licht gibt.</p>
<h2>Kosten der Maklererlaubnis: Was bezahlt der Antragsteller wirklich?</h2>
<p>Die Behördengebühren variieren je nach Bundesland und Kommune erheblich. Hinzu kommen laufende Pflichtkosten, die viele Gründer unterschätzen — vor allem die jährliche MaBV-Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater.</p>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Posten</th>
<th>Einmalig</th>
<th>Laufend p.a.</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Erlaubnisgebühr § 34c GewO</td>
<td>150–500 €</td>
<td>—</td>
</tr>
<tr>
<td>Führungszeugnis + Gewerbezentralregister</td>
<td>26–40 €</td>
<td>—</td>
</tr>
<tr>
<td>Unbedenklichkeitsbescheinigung Finanzamt</td>
<td>0–25 €</td>
<td>—</td>
</tr>
<tr>
<td>Vermögensschaden-Haftpflicht (Pflicht ab 2018)</td>
<td>—</td>
<td>350–900 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Weiterbildung 20h / 3 Jahre (§ 34c Abs. 2a)</td>
<td>—</td>
<td>200–600 €</td>
</tr>
<tr>
<td>MaBV-Prüfung (bei Bauträgern/Verwaltern)</td>
<td>—</td>
<td>800–2.500 €</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Summe Jahr 1</strong></td>
<td colspan="2"><strong>ca. 1.500–4.500 €</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2>Wann wird der Investor selbst zum gewerblichen Makler?</h2>
<p>Für Investoren ist das die kritische Frage. Die Finanzverwaltung wendet die <strong>Drei-Objekt-Grenze</strong> an: Wer innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Objekte verkauft, gilt regelmäßig als gewerblicher Grundstückshändler — mit Gewerbesteuerpflicht und Wegfall der privaten <a href="https://lukinski.de/spekulationsfrist/">Spekulationsfrist</a>. Vermittelt der Investor zusätzlich Objekte für Dritte (z.B. Off-Market-Tipps gegen Provision), ist zwingend die Maklererlaubnis nötig.</p>
<p>Wie im <a href="https://lukinski.de/immobilie-als-kapitalanlage-worauf-muss-ich-achten-interview-experten/">Ratgeber Immobilie als Kapitalanlage</a> beschrieben, bleibt die rein eigene Veräußerung von Bestandsimmobilien außerhalb der Drei-Objekt-Grenze erlaubnisfrei — aber sobald Provision für fremde Vermittlung fließt, greift § 34c sofort, unabhängig von der Anzahl.</p>
<h2>Steuerliche Konsequenzen: Privater vs. gewerblicher Status</h2>
<p>Der Wechsel vom privaten Vermögensverwalter zum gewerblichen Makler oder Händler hat massive steuerliche Folgen. Die folgende Vergleichsrechnung zeigt den Unterschied bei einem Verkauf nach 8 Jahren Haltedauer (Kaufpreis 400.000 €, Verkaufspreis 600.000 €, Wertsteigerung 200.000 €):</p>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Szenario</th>
<th>Privater Verkauf (nach 10 J.)</th>
<th>Gewerblicher Händler</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Veräußerungsgewinn</td>
<td>200.000 €</td>
<td>200.000 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Einkommensteuer (42%)</td>
<td>0 € (steuerfrei)</td>
<td>84.000 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Gewerbesteuer (Hebesatz 400%)</td>
<td>0 €</td>
<td>ca. 28.000 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Anrechnung GewSt auf ESt (§ 35 EStG)</td>
<td>—</td>
<td>– 24.500 €</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Steuerlast netto</strong></td>
<td><strong>0 €</strong></td>
<td><strong>ca. 87.500 €</strong></td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Netto-Gewinn</strong></td>
<td><strong>200.000 €</strong></td>
<td><strong>112.500 €</strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die Differenz von rund 87.500 € zeigt: Wer als Investor zu früh in den gewerblichen Status rutscht, verliert pro Verkauf einen sechsstelligen Betrag. Vor jeder Verkaufswelle empfiehlt sich daher die Prüfung mit dem <a href="https://lukinski.de/spekulationssteuer/">Spekulationssteuer Rechner</a> sowie eine saubere Kalkulation des <a href="https://lukinski.de/netto-erloes/">Netto-Erlös</a>.</p>
<h2>Sachkundenachweis vs. Maklererlaubnis — der häufigste Irrtum</h2>
<p>Beide Begriffe werden oft synonym verwendet, sind aber juristisch verschieden. Die Maklererlaubnis ist die Gewerbeerlaubnis, der <a href="https://lukinski.de/sachkundenachweis-lexikon-immobilienmakler-verwalter-ueberpruefen/">Sachkundenachweis</a> dagegen ist eine fachliche Qualifikation, die für Wohnimmobilienverwalter (§ 34c Abs. 2a) und in Diskussion für Makler ist. Aktuell gilt für Immobilienmakler in Deutschland keine Sachkundepflicht — wohl aber die <strong>20-Stunden-Weiterbildungspflicht alle 3 Jahre</strong>.</p>
<h2>Praxis-Check für Investoren: Eigene Erlaubnis oder Kooperation?</h2>
<p>Bei welchem Geschäftsvolumen lohnt sich die eigene Erlaubnis? Die folgende Modellrechnung vergleicht drei Investoren-Profile mit einem durchschnittlichen Vermittlungsvolumen von 1 Mio. € Kaufpreis pro Vermittlung und 3,57% <a href="https://lukinski.de/maklerprovision/">Maklerprovision</a> brutto.</p>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Profil</th>
<th>Vermittlungen p.a.</th>
<th>Brutto-Provision</th>
<th>Empfehlung</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Gelegenheits-Tipper</td>
<td>0–1</td>
<td>0–35.700 €</td>
<td>Tippgeber-Vertrag mit Partnermakler</td>
</tr>
<tr>
<td>Aktiver Investor</td>
<td>2–4</td>
<td>71.000–143.000 €</td>
<td>Eigene § 34c-Erlaubnis prüfen</td>
</tr>
<tr>
<td>Profi-Vermittler</td>
<td>5+</td>
<td>ab 178.500 €</td>
<td>Eigene GmbH mit Erlaubnis</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Schon ab zwei vermittelten Objekten pro Jahr amortisieren sich die ca. 2.000 € Setup-Kosten innerhalb der ersten Provision. Wer regelmäßig Objekte für seine <a href="https://lukinski.de/immobilien-kaufen-2026-marktanalyse-preise-prognose/">Immobilien Marktanalyse</a> sichtet und weitergibt, sollte die Erlaubnis frühzeitig beantragen — auch um steuerliche Betriebsausgaben (Kfz, Büro, Reisen) abzusetzen.</p>
<h2>Handlungsempfehlung: Entscheidungsbaum für Investoren</h2>
<p>Die Entscheidung pro oder contra eigene Maklererlaubnis lässt sich auf drei Fragen reduzieren — wer alle drei mit Ja beantwortet, sollte zeitnah den Antrag stellen.</p>
<ol>
<li><strong>Vermittle ich aktiv für Dritte?</strong> — Ja → Erlaubnis Pflicht</li>
<li><strong>Plane ich 2+ Vermittlungen p.a.?</strong> — Ja → wirtschaftlich sinnvoll</li>
<li><strong>Erfülle ich alle drei Grundvoraussetzungen?</strong> — Ja → Antrag stellen</li>
</ol>
<p>Reine Eigeninvestoren ohne Vermittlungstätigkeit benötigen keine Erlaubnis — sollten aber bei jedem geplanten Verkauf die <a href="https://lukinski.de/spekulationssteuer-immobilie-verkauf-grundstueck-wohnung-haus-hoehe-frist/">Spekulationssteuer auf Immobilien</a> und die Drei-Objekt-Grenze prüfen, um nicht ungewollt in die Gewerblichkeit zu rutschen. Vor dem Aufbau eines eigenen Bestands lohnt zudem ein Blick auf die <a href="https://lukinski.de/grunderwerbsteuer-bundeslaender-vergleich-steuern-sparen-2026/">Grunderwerbsteuer im Bundesländer-Vergleich</a>, da sie die Einstiegsrendite je Bundesland um bis zu 6,5% beeinflusst.</p>
<h2>Häufige Fragen zur Maklererlaubnis</h2>
<h3>Brauche ich als Eigentümer beim Verkauf meiner eigenen Immobilie eine Maklererlaubnis?</h3>
<p>Nein, der Verkauf eigener Immobilien fällt nicht unter § 34c GewO, da Sie keine fremden Verträge vermitteln, sondern als Vertragspartei selbst auftreten. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Objekte veräußern: Dann greift die Drei-Objekt-Grenze des Bundesfinanzhofs, und Sie werden steuerlich als gewerblicher Grundstückshändler eingestuft — mit Gewerbesteuerpflicht und Verlust der privaten Spekulationsfrist nach § 23 EStG.</p>
<h3>Was passiert, wenn ein Makler ohne Erlaubnis tätig wird?</h3>
<p>Eine Tätigkeit ohne § 34c-Erlaubnis ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 144 GewO und wird mit Bußgeldern bis 5.000 Euro geahndet. Schwerwiegender ist die zivilrechtliche Folge: Maklerverträge ohne gültige Erlaubnis können nichtig sein — bereits gezahlte Provisionen müssen unter Umständen zurückgezahlt werden, und der Anspruch auf zukünftige Provisionen entfällt. Im Wiederholungsfall droht zudem die Einstufung als Schwarzarbeit mit strafrechtlichen Konsequenzen.</p>
<h3>Wie lange ist die Maklererlaubnis gültig und kann sie entzogen werden?</h3>
<p>Die Erlaubnis wird unbefristet erteilt, kann aber bei Wegfall der Voraussetzungen jederzeit widerrufen werden — etwa bei Insolvenz, neuen Steuerschulden oder einer Verurteilung wegen Vermögensdelikten. Wer die Pflicht-Weiterbildung von 20 Stunden innerhalb von drei Jahren nicht nachweist, riskiert ebenfalls den Entzug. Die jährliche MaBV-Prüfung bis zum 31. Dezember des Folgejahres ist gegenüber der zuständigen IHK einzureichen.</p>
<p>Zurück zum Wiki: <a href="https://lukinski.de/immobilien-lexikon-wiki/">Immobilien Lexikon</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Besitzübergang beim Kaufvertrag an den Käufer</title>
		<link>https://lukinski.de/besitzuebergang-beim-kaufvertrag-an-den-kaeufer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2019 07:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Immobilie]]></category>
		<category><![CDATA[Kaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Abschluss]]></category>
		<category><![CDATA[Käufer]]></category>
		<category><![CDATA[Kaufvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Verkäufer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ihrhausverkauf.de/?p=4417</guid>

					<description><![CDATA[Der Besitzübergang beim Kaufvertrag an den Käufer ist einer der zentralsten — und gleichzeitig am häufigsten missverstandenen — Momente jeder Immobilientransaktion. Ab diesem genau definierten Stichtag trägt der Käufer alle Nutzen, Lasten und Gefahren der Immobilie: Mieteinnahmen fließen ihm zu, Grundsteuer und Versicherungsprämien gehen auf ihn über, und sollte das Dach am nächsten Tag durch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der <strong>Besitzübergang beim Kaufvertrag an den Käufer</strong> ist einer der zentralsten — und gleichzeitig am häufigsten missverstandenen — Momente jeder Immobilientransaktion. Ab diesem genau definierten Stichtag trägt der Käufer alle <strong>Nutzen, Lasten und Gefahren</strong> der Immobilie: Mieteinnahmen fließen ihm zu, Grundsteuer und Versicherungsprämien gehen auf ihn über, und sollte das Dach am nächsten Tag durch einen Sturm beschädigt werden, ist er der wirtschaftliche Eigentümer im steuerlichen Sinne — auch wenn das Grundbuch ihn erst Wochen oder Monate später als Eigentümer ausweist. Für Investoren ist dieser Termin damit der eigentliche Startschuss für AfA, Werbungskostenabzug und Cashflow-Berechnung.</p>
<h2>Was der Besitzübergang juristisch wirklich bedeutet</h2>
<p>Im deutschen Recht trennt das BGB streng zwischen <strong>Besitz</strong> (§ 854 BGB — die tatsächliche Sachherrschaft) und <strong>Eigentum</strong> (§ 873 BGB — die rechtliche Zuordnung über das Grundbuch). Der notarielle Kaufvertrag regelt den Besitzübergang als schuldrechtliche Vereinbarung — meistens an einem festen Datum oder gekoppelt an die vollständige Kaufpreiszahlung. Das Eigentum hingegen wechselt erst mit der Eintragung im Grundbuch, was in der Praxis 4–12 Wochen später erfolgt.</p>
<ul>
<li><strong>Besitz</strong> — tatsächliche Verfügungsgewalt über die Immobilie</li>
<li><strong>Eigentum</strong> — rechtliche Inhaberschaft im Grundbuch</li>
<li><strong>Wirtschaftliches Eigentum</strong> — steuerlicher Anknüpfungspunkt nach § 39 AO</li>
<li><strong>Auflassung</strong> — dingliche Einigung beim Notar (§ 925 BGB)</li>
<li><strong>Auflassungsvormerkung</strong> — schützt Käufer ab Eintragung</li>
</ul>
<p>Für die Steuer ist entscheidend: Nach § 39 Abs. 2 AO geht das wirtschaftliche Eigentum bereits mit dem Besitzübergang über. Das heißt, die <a href="https://lukinski.de/spekulationsfrist/">Spekulationsfrist berechnen</a> Sie ab dem Tag, an dem Nutzen und Lasten auf Sie übergegangen sind — nicht ab Grundbucheintragung.</p>
<h2>Der typische Ablauf: Vom Notartermin bis zum Schlüssel</h2>
<p>In der Praxis vergehen zwischen Vertragsunterzeichnung und Besitzübergang meist 6–10 Wochen. Diese Zeit nutzt der Notar für die Eintragung der Auflassungsvormerkung, die Einholung der Verwaltungs- und Vorkaufsrechtsverzichte sowie die Fälligkeitsmitteilung. Erst wenn der Kaufpreis vollständig auf dem Konto des Verkäufers (oder Notaranderkonto) eingegangen ist, wird der Besitz übergeben.</p>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Phase</th>
<th>Zeitraum</th>
<th>Wer ist verantwortlich?</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Notarielle Beurkundung</td>
<td>Tag 0</td>
<td>Verkäufer (noch Eigentümer &#038; Besitzer)</td>
</tr>
<tr>
<td>Auflassungsvormerkung</td>
<td>Tag 1–14</td>
<td>Verkäufer</td>
</tr>
<tr>
<td>Fälligkeitsmitteilung Notar</td>
<td>Tag 30–45</td>
<td>Verkäufer</td>
</tr>
<tr>
<td>Kaufpreiszahlung &#038; Besitzübergang</td>
<td>Tag 45–70</td>
<td><strong>Käufer ab hier</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>Grundbucheintragung</td>
<td>Tag 70–180</td>
<td>Käufer (rechtliches Eigentum)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2>Was ab dem Besitzübergang auf den Käufer übergeht — konkret</h2>
<p>Der Stichtag wirkt wie ein Schalter: Sämtliche laufenden Kosten, Einnahmen und Risiken werden ab diesem Datum dem Käufer zugerechnet. Wer hier die Verträge nicht systematisch übernimmt oder kündigt, riskiert Doppelzahlungen oder Versicherungslücken.</p>
<ul>
<li><strong>Mieteinnahmen</strong> — taggenaue Abgrenzung im Vertrag</li>
<li><strong>Grundsteuer</strong> — meist quartalsweise, anteilig umgelegt</li>
<li><strong>Gebäudeversicherung</strong> — geht nach § 95 VVG automatisch über</li>
<li><strong>Hausgeld &#038; WEG-Beiträge</strong> — bei Eigentumswohnungen</li>
<li><strong>Hausmeister-, Wartungs- &#038; Versorgerverträge</strong></li>
<li><strong>Gefahrtragung</strong> — Brand, Sturm, Wasserschaden ab Stichtag</li>
</ul>
<p>Besonders bei vermieteten Objekten ist die saubere Übergabe der <a href="https://lukinski.de/instandhaltungsrucklage/">Instandhaltungsrücklage</a> und die korrekte Übertragung bestehender <a href="https://lukinski.de/mietvertrag-einer-immobilie/">Mietvertrag</a>-Verhältnisse entscheidend. Nach § 566 BGB („Kauf bricht nicht Miete&#8220;) tritt der Käufer in alle Mietverhältnisse ein — inklusive bestehender Kautionen, die der Verkäufer auszukehren hat.</p>
<h2>Steuerlich entscheidend: Ab wann läuft die AfA?</h2>
<p>Für Kapitalanleger ist der Besitzübergang der Schlüsselmoment für die Abschreibung nach § 7 Abs. 4 EStG. Die AfA — bei Bestandsimmobilien meist 2,0 % oder 2,5 % p.a., bei Neubau ab 2023 wieder 3,0 % — beginnt taggenau mit dem Übergang von Nutzen und Lasten. Auch Werbungskosten wie Schuldzinsen, Hausgeld oder Reparaturen werden erst ab diesem Tag steuerlich anerkannt.</p>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Szenario (Kaufpreis 500.000 €, 80 % Gebäudeanteil)</th>
<th>AfA-Satz</th>
<th>Jahres-AfA</th>
<th>Steuerersparnis bei 42 % Grenzsteuersatz</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Bestand vor 1925</td>
<td>2,5 %</td>
<td>10.000 €</td>
<td>4.200 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Bestand nach 1925</td>
<td>2,0 %</td>
<td>8.000 €</td>
<td>3.360 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Neubau ab 2023</td>
<td>3,0 %</td>
<td>12.000 €</td>
<td>5.040 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Denkmal-AfA § 7i (Jahre 1–8)</td>
<td>9,0 % (auf Sanierungskosten)</td>
<td>variabel</td>
<td>bis 12.600 €+</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Wie im <a href="https://lukinski.de/immobilie-als-kapitalanlage-worauf-muss-ich-achten-interview-experten/">Immobilie als Kapitalanlage</a>-Ratgeber beschrieben, sollten Investoren den Besitzübergang möglichst nicht zum Jahresende terminieren, weil pro rata temporis nur wenige Tage AfA übrig bleiben — eine Verschiebung um wenige Wochen kann die Steuerersparnis im ersten Jahr massiv beeinflussen.</p>
<h2>Rechenbeispiel: Cashflow ab Besitzübergang</h2>
<p>Ein Investor kauft ein Mehrfamilienhaus für 1.200.000 €. Besitzübergang ist der 1. April. Ab diesem Tag laufen Mieteinnahmen, Zinsen und AfA. Die folgende Rechnung zeigt, was im ersten (Rumpf-)Jahr passiert — und warum das Stichtagsdatum bares Geld wert ist.</p>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Position (9 Monate ab 01.04.)</th>
<th>Betrag</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Mieteinnahmen (5.500 €/Monat)</td>
<td>+49.500 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Bewirtschaftungskosten (~18 %)</td>
<td>−8.910 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Schuldzinsen (3,8 % auf 960.000 €, anteilig)</td>
<td>−27.360 €</td>
</tr>
<tr>
<td>AfA 2,0 % auf 960.000 € Gebäudewert (anteilig)</td>
<td>−14.400 €</td>
</tr>
<tr>
<td><strong>Steuerliches Ergebnis</strong></td>
<td><strong>−1.170 €</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>Steuerersparnis bei 42 % Grenzsteuersatz</td>
<td>+491 €</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Wer diese Werte sauber durchrechnen möchte, nutzt den <a href="https://lukinski.de/cashflow/">Cashflow Rechner</a> sowie die <a href="https://lukinski.de/nettorendite/">Nettorendite berechnen</a>-Tools. Für die Gesamtbeurteilung empfiehlt sich zusätzlich der <a href="https://lukinski.de/kaufpreisfaktor/">Kaufpreisfaktor berechnen</a>, um den Einstandspreis im Marktvergleich einzuordnen.</p>
<h2>Risiken und typische Fallstricke beim Besitzübergang</h2>
<p>Die häufigsten teuren Fehler entstehen, weil Käufer den Stichtag rein als Formalität betrachten. Tatsächlich entscheidet die saubere Dokumentation über Tausende Euro — gerade bei vermieteten Objekten oder Mehrfamilienhäusern. Die folgende Übersicht zeigt die kritischsten Schwachstellen, die erfahrene Investoren konsequent im Vorfeld ausräumen.</p>
<ul>
<li><strong>Übergabeprotokoll fehlt</strong> — keine Beweislage für Schäden</li>
<li><strong>Zählerstände ungeklärt</strong> — Streit mit Versorgern</li>
<li><strong>Mietkautionen nicht übertragen</strong> — Käufer haftet trotzdem</li>
<li><strong>Versicherung ungekündigt</strong> — § 96 VVG greift nur 1 Monat</li>
<li><strong>Hausgeldrückstände</strong> — gehen teils auf Käufer über</li>
<li><strong>Stichtag im Dezember</strong> — kaum AfA im Erstjahr</li>
</ul>
<p>Bei Wiederverkauf innerhalb der Zehnjahresfrist ist die <a href="https://lukinski.de/spekulationssteuer-immobilie-verkauf-grundstueck-wohnung-haus-hoehe-frist/">Spekulationssteuer Immobilien</a> auf den Veräußerungsgewinn zu zahlen — und auch hier zählt der Besitzübergang, nicht das Grundbuchdatum, als Anschaffungs- bzw. Veräußerungszeitpunkt nach § 23 EStG.</p>
<h2>Handlungsempfehlung: So planen Profis den Stichtag</h2>
<p>Aus Investorensicht ist der Besitzübergang kein zufälliges Datum, sondern ein strategischer Hebel. Wer ihn aktiv steuert, optimiert AfA, Cashflow und Steuerlast vom ersten Tag an. Die folgende Checkliste hat sich bei tausenden Transaktionen bewährt — sie ergänzt die Schritte, die im <a href="https://lukinski.de/immobilie-kaufen-wohnung-haus-villa-mehrfamilienhaus-ablauf-kosten-tipps/">Immobilie kaufen</a>-Ratgeber bereits ausführlich erläutert sind.</p>
<ul>
<li><strong>Stichtag möglichst Q1 oder Q2</strong> — maximale AfA-Wirkung</li>
<li><strong>Übergabeprotokoll mit Fotos</strong> — Zählerstände, Schlüssel, Mängel</li>
<li><strong>Mieterliste &#038; Kautionen</strong> — schriftlich bestätigt</li>
<li><strong>Versicherung sofort prüfen</strong> — ggf. wechseln innerhalb 1 Monat</li>
<li><strong>Steuerberater einbinden</strong> — vor dem Notartermin, nicht danach</li>
<li><strong>Finanzierung pünktlich abrufbereit</strong> — Verzug = Verzugszinsen</li>
</ul>
<h3>FAQ — Häufige Fragen zum Besitzübergang</h3>
<h3>Wann genau geht der Besitz an einer Immobilie auf den Käufer über?</h3>
<p>Der Besitzübergang erfolgt zu dem im notariellen Kaufvertrag ausdrücklich vereinbarten Datum — in der Regel mit der vollständigen Kaufpreiszahlung. Üblich sind 6–10 Wochen nach Beurkundung. Ab diesem Tag trägt der Käufer alle Lasten und Risiken, erhält aber auch alle Nutzen wie Mieteinnahmen. Der Besitzübergang ist damit zeitlich und rechtlich klar getrennt von der späteren Eintragung im Grundbuch, mit der erst das Eigentum übergeht.</p>
<h3>Was passiert, wenn die Immobilie zwischen Notartermin und Besitzübergang beschädigt wird?</h3>
<p>Bis zum Tag des Besitzübergangs trägt der Verkäufer die Gefahr. Wenn beispielsweise ein Sturm das Dach beschädigt, muss der Verkäufer den Schaden beheben oder es kommt zu einer Kaufpreisminderung. Erst ab dem Stichtag des Besitzübergangs gehen Gefahrtragung und Versicherungsfall vollständig auf den Käufer über. Aus genau diesem Grund sollte das Übergabeprotokoll am Stichtag den exakten Zustand der Immobilie dokumentieren — inklusive Foto-Dokumentation aller relevanten Räume und Bauteile.</p>
<h3>Beginnt die Spekulationsfrist mit dem Besitzübergang oder mit der Grundbucheintragung?</h3>
<p>Steuerlich entscheidend ist nach § 23 EStG in Verbindung mit § 39 AO der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums — also der Besitzübergang. Die Zehnjahresfrist für die Spekulationssteuer beginnt damit am Tag, an dem Nutzen und Lasten auf den Käufer übergehen, und endet entsprechend mit dem Besitzübergang an den nächsten Käufer. Die Grundbucheintragung ist für die Fristberechnung irrelevant, was insbesondere bei Verkäufen knapp vor oder nach Ablauf der Frist erhebliche steuerliche Konsequenzen haben kann.</p>
<p>Zurück zum Wiki: <a href="https://lukinski.de/immobilien-lexikon-wiki/">Immobilien Lexikon</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Widerrufsfrist Maklervertrag (Lexikon) beim Abschluss eines Vertrags</title>
		<link>https://lukinski.de/widerrufsfrist-maklervertrag-beim-abschluss-eines-vertrags/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Laura]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Mar 2019 07:41:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Immobilie]]></category>
		<category><![CDATA[Wiki]]></category>
		<category><![CDATA[Abschluss]]></category>
		<category><![CDATA[Bedeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Definition]]></category>
		<category><![CDATA[Erklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Makler]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Widerrufsfrist]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ihrhausverkauf.de/?p=4725</guid>

					<description><![CDATA[Der Maklervertrag ist für viele Kaufinteressenten der erste verbindliche Schritt im Immobilienprozess — und gleichzeitig der am häufigsten unterschätzte. Wer per E-Mail, Telefon oder über ein Online-Exposé einen Makler beauftragt, schließt rechtlich gesehen einen Fernabsatzvertrag und hat damit ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen nach §§ 312g, 355 BGB. Wird die Widerrufsbelehrung jedoch fehlerhaft oder [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Maklervertrag ist für viele Kaufinteressenten der erste verbindliche Schritt im Immobilienprozess — und gleichzeitig der am häufigsten unterschätzte. Wer per E-Mail, Telefon oder über ein Online-Exposé einen Makler beauftragt, schließt rechtlich gesehen einen Fernabsatzvertrag und hat damit ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen nach §§ 312g, 355 BGB. Wird die Widerrufsbelehrung jedoch fehlerhaft oder gar nicht erteilt, verlängert sich die Frist auf bis zu 12 Monate und 14 Tage. Für Investoren bedeutet das konkret: eine Maklerprovision von mehreren Zehntausend Euro kann unter Umständen noch Monate nach Vertragsschluss zurückgefordert werden — selbst wenn der Kauf bereits notariell beurkundet wurde. Dieser Ratgeber erklärt die rechtlichen Mechanismen, zeigt anhand realer Zahlenbeispiele, wann sich ein Widerruf lohnt, und liefert eine klare Entscheidungsmatrix für Kapitalanleger.</p>
<h2>Rechtsgrundlage: Wann genau besteht ein Widerrufsrecht?</h2>
<p>Das Widerrufsrecht beim Maklervertrag ergibt sich aus dem Verbraucherschutzrecht und greift nicht automatisch bei jedem Vertrag. Entscheidend sind drei Voraussetzungen, die kumulativ erfüllt sein müssen, damit Sie als Käufer den Vertrag rückabwickeln können.</p>
<ul>
<li><strong>Verbrauchereigenschaft</strong> — Käufer ist Privatperson (§ 13 BGB)</li>
<li><strong>Unternehmer-Gegenüber</strong> — Makler handelt gewerblich (§ 14 BGB)</li>
<li><strong>Fernabsatz oder Außergeschäftsraum</strong> — kein Vertragsschluss im Maklerbüro</li>
<li><strong>Belehrungspflicht</strong> — Makler muss korrekt und in Textform aufklären</li>
<li><strong>Frist 14 Tage</strong> — beginnt mit Erhalt der Belehrung</li>
<li><strong>Erlöschen</strong> — spätestens nach 12 Monaten und 14 Tagen</li>
</ul>
<p>Die Praxis zeigt: Über 80 % aller Maklerverträge werden heute per E-Mail-Bestätigung, über Online-Portale wie ImmoScout24 oder telefonisch geschlossen — fast immer also im Fernabsatz. Damit ist das Widerrufsrecht in der Regel automatisch eröffnet, sofern Sie nicht direkt im Büro des Maklers unterschreiben.</p>
<h2>Die 14-Tage-Frist: Wann beginnt sie wirklich?</h2>
<p>Anders als oft angenommen startet die Widerrufsfrist nicht mit der Vertragsunterschrift, sondern erst mit dem Erhalt einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung in Textform. Diese muss in deutscher Sprache, klar lesbar und unmissverständlich erklären: wer widerrufen kann, wie der Widerruf erfolgt, an welche Adresse er zu richten ist und welche Folgen er hat.</p>
<blockquote><p>Fehlt auch nur ein Pflichtbestandteil der Belehrung — etwa die korrekte Anschrift des Maklers oder das Muster-Widerrufsformular — gilt die Belehrung als nicht erteilt. Die Frist verlängert sich dann gemäß § 356 Abs. 3 BGB auf maximal 12 Monate und 14 Tage.</p></blockquote>
<p>Für Investoren öffnet das ein erhebliches Verhandlungsfenster. Wer als <a href="https://lukinski.de/erste-immobilie-kaufen-haus-wohnung-kapitalanlage-eigennutzer/">erste Immobilie kaufen</a> möchte oder ein <a href="https://lukinski.de/mehrfamilienhaus-kaufen-immobilie-bewerten-ablauf-kosten-steuern-mieter/">Mehrfamilienhaus kaufen</a> will, sollte die erhaltene Belehrung kritisch prüfen — idealerweise durch einen Fachanwalt für Mietrecht und Wohneigentum.</p>
<h2>Provisionshöhe und finanzielle Tragweite eines Widerrufs</h2>
<p>Seit der Reform des Maklerrechts vom 23. Dezember 2020 (§ 656c, 656d BGB) gilt beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern das Prinzip der hälftigen Teilung: Verkäufer und Käufer tragen die Provision je zur Hälfte. Bei einer üblichen Gesamtprovision von 7,14 % brutto bedeutet das für beide Seiten 3,57 % vom Kaufpreis — eine Summe, die schnell den Jahresnettomietertrag einer Kapitalanlage übersteigt.</p>
<table border="1" cellpadding="8" cellspacing="0">
<tr>
<th>Kaufpreis</th>
<th>Gesamtprovision (7,14 %)</th>
<th>Käuferanteil (3,57 %)</th>
<th>Bei Widerruf rückforderbar</th>
</tr>
<tr>
<td>350.000 €</td>
<td>24.990 €</td>
<td>12.495 €</td>
<td>12.495 €</td>
</tr>
<tr>
<td>650.000 €</td>
<td>46.410 €</td>
<td>23.205 €</td>
<td>23.205 €</td>
</tr>
<tr>
<td>1.200.000 €</td>
<td>85.680 €</td>
<td>42.840 €</td>
<td>42.840 €</td>
</tr>
<tr>
<td>2.500.000 €</td>
<td>178.500 €</td>
<td>89.250 €</td>
<td>89.250 €</td>
</tr>
</table>
<p>Diese Beträge fließen direkt in die <a href="https://lukinski.de/kaufnebenkosten/">Kaufnebenkosten berechnen</a>-Position ein und beeinflussen die Bruttorendite Ihrer Investition spürbar. Wer eine <a href="https://lukinski.de/maklerprovision/">Maklerprovision berechnen</a> möchte, sollte daher immer auch die Möglichkeit eines wirksamen Widerrufs in die Kalkulation einbeziehen — gerade in den ersten 14 Tagen nach Vertragsschluss.</p>
<h2>Verzicht auf das Widerrufsrecht: die häufigste Falle</h2>
<p>Makler versuchen in der Praxis regelmäßig, das Widerrufsrecht durch eine sogenannte Verzichtserklärung auszuhebeln — etwa indem sie den Kunden vor Ablauf der 14 Tage zu einer Besichtigung oder einem Notartermin drängen. Rechtlich ist das nur unter sehr engen Voraussetzungen wirksam: Der Verbraucher muss ausdrücklich zustimmen, dass die Maklerleistung sofort beginnt, und er muss bestätigen, sein Widerrufsrecht zu kennen und zu verlieren.</p>
<ul>
<li><strong>Schriftform</strong> — separate Erklärung, nicht in AGB versteckt</li>
<li><strong>Aktive Zustimmung</strong> — kein vorausgefülltes Häkchen</li>
<li><strong>Kenntnisbestätigung</strong> — Verbraucher kennt seinen Verlust</li>
<li><strong>Vor Leistungsbeginn</strong> — nicht rückwirkend möglich</li>
</ul>
<p>Ist auch nur eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, bleibt das Widerrufsrecht bestehen — selbst nach erfolgter Beurkundung. Der BGH hat das in mehreren Urteilen (u. a. V ZR 8/21) bestätigt.</p>
<h2>Szenario-Vergleich: Wann lohnt sich der Widerruf?</h2>
<p>Nicht jeder Widerruf ist wirtschaftlich sinnvoll — vor allem wenn der Kauf bereits notariell beurkundet ist, bleibt die Immobilie selbst beim Käufer. Widerrufen wird nur der Maklervertrag, nicht der Kaufvertrag. Die folgende Tabelle zeigt drei realistische Szenarien.</p>
<table border="1" cellpadding="8" cellspacing="0">
<tr>
<th>Szenario</th>
<th>Kaufpreis</th>
<th>Eigenkapital</th>
<th>Käuferprovision</th>
<th>Widerruf wirtschaftlich?</th>
</tr>
<tr>
<td>ETW Berlin-Mitte, Kapitalanlage</td>
<td>480.000 €</td>
<td>96.000 € (20 %)</td>
<td>17.136 €</td>
<td>Ja — entspricht 17,8 % EK-Bonus</td>
</tr>
<tr>
<td>EFH Speckgürtel, Eigennutzung</td>
<td>720.000 €</td>
<td>180.000 € (25 %)</td>
<td>25.704 €</td>
<td>Ja — senkt Finanzierungsbedarf</td>
</tr>
<tr>
<td>MFH Köln, Bestandsportfolio</td>
<td>1.850.000 €</td>
<td>555.000 € (30 %)</td>
<td>66.045 €</td>
<td>Ja — erhöht Cashflow um ~3.300 €/Jahr</td>
</tr>
</table>
<p>Wie im Ratgeber <a href="https://lukinski.de/immobilie-als-kapitalanlage-worauf-muss-ich-achten-interview-experten/">Immobilie als Kapitalanlage</a> beschrieben, wirkt sich jede Reduktion der Anschaffungsnebenkosten direkt auf den <a href="https://lukinski.de/kaufpreisfaktor/">Kaufpreisfaktor berechnen</a> und damit auf die langfristige Rendite aus. Eine eingesparte Provision von 23.000 € bei einer Mietrendite von 4 % entspricht einem zusätzlichen Cashflow von rund 920 € pro Jahr — über 20 Jahre kumuliert über 18.000 €.</p>
<h2>Steuerliche Behandlung der zurückgeforderten Provision</h2>
<p>Bei vermieteten Immobilien wird die Maklerprovision als Anschaffungsnebenkosten aktiviert und über die Nutzungsdauer (i. d. R. 50 Jahre, 2 % AfA) abgeschrieben — § 255 HGB i. V. m. § 7 Abs. 4 EStG. Wird die Provision nach erfolgreichem Widerruf zurückgezahlt, müssen die Anschaffungskosten rückwirkend gemindert werden. Das hat zwei Konsequenzen.</p>
<ul>
<li><strong>AfA-Korrektur</strong> — bisherige Abschreibung anteilig zurückbuchen</li>
<li><strong>Bemessungsgrundlage neu</strong> — niedrigerer Buchwert ab Korrektur</li>
<li><strong>Spekulationsfrist</strong> — bleibt unberührt (§ 23 EStG)</li>
<li><strong>Beim Verkauf innerhalb 10 Jahren</strong> — höherer Veräußerungsgewinn möglich</li>
</ul>
<p>Wer plant, die Immobilie innerhalb der 10-jährigen <a href="https://lukinski.de/spekulationsfrist/">Spekulationsfrist berechnen</a>-Periode wieder zu veräußern, sollte die Auswirkung auf die <a href="https://lukinski.de/spekulationssteuer/">Spekulationssteuer Rechner</a>-Berechnung beachten: Niedrigere Anschaffungskosten erhöhen den steuerpflichtigen Gewinn entsprechend.</p>
<h2>Handlungsempfehlung: Entscheidungsbaum für Investoren</h2>
<p>Die folgende strukturierte Vorgehensweise hilft Ihnen, innerhalb weniger Stunden eine fundierte Entscheidung zu treffen — bevor die 14-Tage-Frist verstreicht.</p>
<ol>
<li><strong>Schritt 1</strong> — Wurde der Vertrag im Fernabsatz geschlossen? Wenn ja: weiter</li>
<li><strong>Schritt 2</strong> — Liegt eine schriftliche Widerrufsbelehrung vor? Prüfen auf Vollständigkeit</li>
<li><strong>Schritt 3</strong> — Wann wurde die Belehrung erteilt? Frist ab diesem Datum berechnen</li>
<li><strong>Schritt 4</strong> — Wurde ein wirksamer Verzicht erklärt? Im Zweifel: nein</li>
<li><strong>Schritt 5</strong> — Übersteigt die Provision den Aufwand? Ab ~5.000 € meist ja</li>
<li><strong>Schritt 6</strong> — Widerruf per Einschreiben mit Rückschein versenden</li>
</ol>
<p>Auch bei einem späteren Wiederverkauf — etwa wenn Sie Ihre <a href="https://lukinski.de/immobilie-verkaufen-wohnung-haus-villa-mehrfamilienhaus-ablauf-kosten-tipps/">Immobilie verkaufen</a> möchten — gelten die gleichen Schutzregeln gegenüber dem dann beauftragten Verkäufer-Makler. Die saubere Dokumentation aller Belehrungen sollte daher dauerhaft in Ihrer Investorenakte liegen.</p>
<h3>Kann ich den Maklervertrag noch nach dem Notartermin widerrufen?</h3>
<p>Ja, das ist grundsätzlich möglich, wenn die 14-Tage-Frist noch läuft oder die Belehrung fehlerhaft war. Der Widerruf des Maklervertrags hat keinen direkten Einfluss auf den notariellen Kaufvertrag — die Immobilie bleibt in Ihrem Eigentum. Sie fordern lediglich die bereits gezahlte Provision zurück. Allerdings prüfen Gerichte in solchen Fällen besonders streng, ob nicht doch ein konkludenter Verzicht durch die Beurkundung anzunehmen ist. Die Beweislast für eine ordnungsgemäße Belehrung liegt jedoch beim Makler, was Ihre Position als Verbraucher deutlich stärkt.</p>
<h3>Wie formuliere ich einen rechtssicheren Widerruf?</h3>
<p>Eine bestimmte Form schreibt das Gesetz nicht vor, empfehlenswert ist jedoch ein Einschreiben mit Rückschein. Inhaltlich genügt ein klarer Satz wie: „Hiermit widerrufe ich den am [Datum] geschlossenen Maklervertrag bezüglich des Objekts [Adresse] gemäß § 355 BGB.&#8220; Geben Sie zusätzlich Ihre vollständigen Kontaktdaten, das Vertragsdatum und die Objektbezeichnung an. Eine Begründung ist nicht erforderlich — das Widerrufsrecht ist bedingungslos. Senden Sie das Schreiben an die in der Belehrung genannte Adresse oder, falls keine angegeben ist, an die Geschäftsanschrift des Maklers laut Impressum.</p>
<h3>Was passiert mit bereits erbrachten Maklerleistungen?</h3>
<p>Hat der Makler vor Ablauf der Widerrufsfrist bereits Leistungen erbracht — etwa Besichtigungen organisiert oder Exposés erstellt — kann er nur dann eine anteilige Vergütung verlangen, wenn Sie ausdrücklich dem vorzeitigen Leistungsbeginn zugestimmt haben (§ 357a BGB). Ohne diese Zustimmung ist die volle Provision zurückzuzahlen, unabhängig vom tatsächlichen Aufwand des Maklers. Diese Regelung wirkt für Verbraucher ausgesprochen günstig und ist einer der Gründe, warum seriöse Makler heute sehr genau dokumentieren, wann und wie sie ihre Belehrungspflicht erfüllt haben.</p>
<p>Zurück zum Wiki: <a href="https://lukinski.de/immobilien-lexikon-wiki/">Immobilien Lexikon</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
